Deutsche Forscher unterstützen Welt-Tollwut-Tag

(28.09.2012) Am 28. September 2012 findet zum 6. Mal der Welt-Tollwut-Tag statt, eine Initiative, die auf diese weltweit vorkommende Infektionskrankheit aufmerksam macht.

Immer noch sterben jährlich mehrere 10.000 Menschen an Tollwut, die meisten davon in Asien und Afrika. Seit Beginn des Aktionstages 2007 wurden weltweit 182 Millionen Menschen über deren Gefahren aufgeklärt und 7,7 Millionen Hunde und Katzen geimpft.

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) ist Teil der Organisationen Global Alliance for Rabies Control (GARC) und Partners for Rabies Prevention (PRP), die den Welt-Tollwut-Tag ins Leben gerufen haben.

Zudem unterstützt der Forschungsverbund „Lyssaviren“, in dem die Übertragung verschiedener Tollwutviren vom Tier auf den Menschen und damit verbundene Gesundheitsrisiken erforscht werden, den Aktionstag.

Wissenschaftler des FLI untersuchen innerhalb des Verbundes Tollwutviren auf molekularer Ebene, entwickeln Nachweismethoden und bauen ein Überwachungsprogramm für diese Viren bei europäischen Fledermäusen auf.

Tollwut- bzw. tollwut-ähnliche Viren kommen nicht nur bei Füchsen und Hunden vor, sondern beispielsweise auch bei Fledermäusen. Über die Mechanismen, wie diese Viren an die Biologie der Fledermäuse als Wirtstiere angepasst sind, ist noch wenig bekannt.

Ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderter Forschungsverbund „Lyssaviren“, in dem Human- und Tiermediziner zusammenarbeiten, untersucht in neun Teilprojekten verschiedene Fragestellungen zu molekularen Aspekten von Virus – Wirt-Interaktionen, aber auch zu Epidemiologie und Prävention zu klären.

Das Nationale Referenzlabor für Tollwut am Friedrich-Loeffler-Institut, das gleichzeitig Referenzlabor der Weltorganisation Tiergesundheit OIE und Tollwutzentrum der WHO ist, koordiniert den Forschungsverbund.

Zu diesem gehören außerdem vier weitere nationale Forschergruppen aus der Human- und Veterinärmedizin, das Max-von-Pettenkofer Institut (MPI) der Ludwigs-Maximilian-Universität in München, das Universitätsklinikum der Universität Essen, das Institut für Virologie der Universität Bonn sowie der Impfstoffhersteller IDT Biologika.

Neben Erkenntnissen in der Grundlagenforschung zur Pathogenese zeigt die Entdeckung eines neuen Tollwutvirus bei einer Fransenfledermaus aus dem Raum Hannover, dass im Bereich dieser Viren noch weiterer Forschungsbedarf besteht. 

Die gewonnenen Erkenntnisse bilden die Voraussetzung für zukünftige Entscheidungsfindungen und präventive Maßnahmen im Gesundheitssektor.

Zum Beispiel sollen die diagnostischen Verfahren im Rahmen eines Technologietransfers in Entwicklungsländer dazu beitragen, die Überwachung und Diagnostik zu verbessern und somit einen Beitrag im weltweiten Kampf gegen die Tollwut zu leisten.

Auch wenn Deutschland seit 2008 offiziell frei von terrestrischer Tollwut ist, die vor allem Füchse und Hunde betrifft, bleibt die Infektionskrankheit Tollwut hierzulande ein wichtiges Forschungsthema.

www.worldrabiesday.org.



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