Deutsche Wildtier Stiftung erwirbt Nahrungsflächen zum Schutz der Schreiadler

(05.03.2015) Im Naturpark Feldberger Seenlandschaft hat die Deutsche Wildtier Stiftung in einem Kerngebiet der Schreiadler-Verbreitung wertvolle Nahrungsflächen gekauft.

Die schokoladenbraunen Thermiksegler haben Startfreigabe! Mit einem Startgewicht von gut drei Kilo sind die Vielflieger mit kontrolliertem Sichtflug in Afrika gestartet.

Die Flugdaten für die kommenden Wochen: Flugstrecke: 10 000 km, Flughöhe: max. 2 000 Meter, voraussichtliche Ankunft: Anfang April, Grund des Fluges: Hochzeitsreise des Schreiadlers.

Mit ihrem Start im südlichen Afrika haben die Schreiadler den etwa 65-tägigen Rückflug in ihre Brutgebiete nach Europa begonnen.

Sie ziehen entlang des Ostafrikanischen Grabenbruchs nach Norden, halten sich westlich des Roten Meeres, überqueren dann den Suezkanal, passieren die Sinai-Halbinsel und erreichen Europa, nachdem sie mit dem Bosporus die Meerenge zwischen Europa und Kleinasien überquert haben (Flugroute siehe Karte: http://www.schreiadler.org/informationen/flugrouten-schreiadler/)

„Regelmäßig legen sie Zwischenstopps ein, um mit eiweißreichen Termiten, kleinen Vögeln, Reptilien und Amphibien Kraft zu tanken“, sagt Dr. Andreas Kinser.

Er ist verantwortlich für das Schreiadler-Schutzprojekt der Deutschen Wildtier Stiftung.

Über den Wolken ist die Freiheit auch für Schreiadler nicht grenzenlos. „Wie andere Greifvögel orientieren sie sich beim Zug am Magnetfeld der Erde, aber sie navigieren auch entlang markanter Landmarken wie Gebirgsketten und Küstenlinien“, sagt Kinser.

Dabei ist der Frühjahrszug in die Brutgebiete auch wegen der Wilderei nicht ungefährlich: In den Ländern des Nahen Ostens und der Türkei gilt es trotz internationaler Schutzabkommen noch immer als Statussymbol, einen Greifvogel zu erlegen.

In seinen Brutgebieten in Deutschland erwarten den Schreiadler immer ungünstigere Lebensräume. Neben einer intensiven Land- und Forstwirtschaft machen ihm zunehmend Störungen durch Windenergieanlagen zu schaffen.

In einem Modellprojekt, das durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und das Land Mecklenburg-Vorpommern gefördert wird, erprobt die Deutsche Wildtier Stiftung derzeit, wie gemeinsam mit den Land- und Forstwirten die Schreiadler-Lebensräume verbessert und erhalten werden können.

Im Naturpark Feldberger Seenlandschaft hat die Deutsche Wildtier Stiftung in einem Kerngebiet der Schreiadler-Verbreitung wertvolle Nahrungsflächen gekauft.

„Damit wird garantiert, dass sich diese Gebiete langfristig im Sinne des Schreiadlers entwickeln und zu besonders wertvollen Lebensräumen werden“, betont Andreas Kinser.



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