Global March for Elephants & Rhinos (GMFER) 2014

(07.10.2014) Am Samstag, dem 4. Oktober 2014, haben sich Tausende Menschen in über 130 Städten auf der ganzen Welt in Solidarität mit Elefanten und Nashörnern zusammengefunden, so auch in München.

Mit dieser Aktion wurde auf die dramatisch angestiegene Bedrohung für das Überleben der Elefanten und Nashörner in Afrika aufmerksam gemacht. Jährlich sterben mehr als 35.000 Elefanten und über 1.000 Nashörner durch Wilderei.

Der Global March for Elephants & Rhinos (GMFER) vereinte Menschen rund um den Globus, die sich gemeinsam auf die Seite der bedrohten Arten stellten.


Global March for Elephants & Rhinos in München

Eine Antwort auf die „#WhosSideAreYou“-Kampagne von United for Wildlife. Deren Präsident, Prince William, Duke of Cambridge, stellte beim Kampagnenstart fest: „Zweitausend vom Aussterben bedrohte Arten stehen kurz davor, für immer verloren zu sein.

Es ist an der Zeit, die Seite zu wählen – die der bedrohten Tiere oder die der Kriminellen, die diese für Geld töten. Ich rufe die Menschen weltweit dazu auf, zu zeigen: Auf welcher Seite steht ihr?“

In München versammelten sich engagierte Menschen zu einer Mahnwache als Teil des GMFER. Die Organisatoren setzten damit ein deutliches Zeichen und stellten sich auf die Seite der durch Wilderei bedrohten Elefanten und Nashörner.

Unterstützt wurde die Münchner Mahnwache von der Aktionsgemeinschaft Artenschutz (AGA) e.V., Rettet die Elefanten Afrikas e.V. sowie dem Schauspieler Andreas Hoppe, der sich besorgt äußerte: „So ein Event muss man unterstützen, gerne und von Herzen.

Elefanten und Nashörner sind unglaubliche, beeindruckende Lebewesen, die nicht aussterben dürfen. Überall gibt es die gleiche Bedrohung für Wildtiere, die Gier des Menschen auf immer mehr Platz und Geld hört nicht auf.“

Laut den Organisatoren des Marsches war es noch nie so dringend wie jetzt, das Abschlachten der Elefanten für ihr Elfenbein sowie der Nashörner für ihr Horn zu stoppen.

Obwohl Gesetze den internationalen Handel verbieten, hat die stete Nachfrage in den Abnehmerländern zu einem florierenden Schwarzhandel und ausufernder Wilderei von Elefanten und Nashörnern geführt.

„Ohne Wildnis und Wildtiere, ohne Respekt vor der Schöpfung, wird der Mensch nicht überleben, denn er beraubt sich seines Ursprungs, seiner Herkunft. Er  ist ein Teil davon, aber eben auch nur ein Teil.“, betonte Hoppe.

Der illegale Wildartenhandel hat fatale Konsequenzen, denn:

  • Kriminelle Syndikate und international tätige Terrorgruppen, die sich oftmals über den illegalen Elfenbeinhandel finanzieren, bedrohen die Sicherheit und Stabilität weltweit.
  • In Ländern und Gemeinden, in denen der Tourismus die Haupteinnahmequelle darstellt, sehen Millionen von Menschen ihre Lebensgrundlage bedroht und blicken in eine Zukunft mit hohen Arbeitslosenraten und Armut.
  • Ein Rückgang der Einnahmen aus dem Tourismus kann in Entwicklungsländern zu einem erhöhten Bedarf an internationaler Hilfe führen, finanziert durch Steuerzahler weltweit.
  • Über 1.000 Wildhüter, die für den Schutz der bedrohten Arten im Einsatz waren, wurden in den vergangenen zehn Jahren in Ausübung ihrer Pflicht getötet.

In München und weiteren Städten weltweit forderten Tausende besorgte Tierschützer verstärkte internationale Anstrengungen. Ohne internationale Zusammenarbeit auf politischer Ebene und effektiven Vollzugsmaßnahmen gegen Verstöße im Artenschutz, ist das Überleben dieser charismatischen Tierart nicht gesichert.

“In nur 10 Jahren könnten die Elefanten in Afrika ausgestorben sein, wenn der illegale Handel mit Elfenbein und damit die Wilderei der Elefanten, nicht wirksam bekämpft wird”, fügt Birgit Braun, Geschäftsführerin der AGA, an. “Schlussendlich betrifft es jeden von uns, wenn die Bestände der Elefanten und Nashörner dezimiert werden, sei es emotional, wirtschaftlich oder moralisch.”



Artikel kommentieren

Weitere Meldungen

Elefanten; Bildquelle: Colin Beale/Universität York

Ursachen der Wilderei von Elefanten

Studie zeigt Zusammenhang illegaler Jagd in Afrika mit Armut, Korruption und Nachfrage nach Elfenbein
Weiterlesen

Die beiden untersuchten Rüsseltiere: Asiatischer Elefant (links) und Stegodon (rechts).; Bildquelle: Nicola Heath

Asiatischer Elefant überlebte den Stegodon wegen seiner flexibleren Ernährungsgewohnheiten

Senckenberg-Wissenschaftler haben mit chinesischen KollegInnen die Ernährungsgewohnheiten des Asiatischen Elefanten und dessen ausgestorbenen Verwandten Stegodon während des Pleistozäns untersucht
Weiterlesen

Numbi mit Revierleiter Andreas Buberl; Bildquelle: Daniel Zupanc

Tiergarten Schönbrunn erwartet Elefanten-Nachwuchs

Der Bauch ist kaum noch zu übersehen: Das Elefanten-Weibchen Numbi im Tiergarten Schönbrunn ist trächtig. Die Freude im Zoo ist groß
Weiterlesen

Asiatischer Elefant; Bildquelle: Priya Davidar & Jean-Philippe Puyravaud

Lebensraum asiatischer Elefanten könnte schrumpfen

Die Erhaltung geeigneter Lebensräume ist eine wesentliche Voraussetzung für den Schutz bedrohter Tierarten; durch Klima- und Landnutzungswandel könnten die idealen Habitate von heute jedoch in 30 oder 50 Jahren nicht mehr passend sein
Weiterlesen

Felix Hager und Kathrin Krausa sind nach Afrika gereist, um dort das Verhalten von Ameisen zu untersuchen.; Bildquelle: RUB, Marquard

Ameisen gegen Elefanten

Ameisen beschützen afrikanische Akazien gegen Fressfeinde wie Elefanten, Giraffen oder Antilopen und erhalten im Gegenzug Unterschlupf und Nahrung von den Bäumen
Weiterlesen

Neue Testmethode verbessert Tuberkulose-Diagnose bei Nashörnern; Bildquelle: Jonathan Crackne

Neue Testmethode verbessert Tuberkulose-Diagnose bei Nashörnern

Krankheiten wie Tuberkulose können für Wildtiere eine große Herausforderung darstellen. Um epidemisches Ausbreiten zu verhindern oder einzelne Individuen hochbedrohter Arten zu behandeln, sind schnelle und zuverlässige Tests wichtig
Weiterlesen

Wild gefangene Elefanten in Myanmar verbringen ihre Freizeit in nahegelegen Wäldern; Bildquelle: Alexandre Courtiol

Wild gefangene Elefanten haben eine verkürzte Lebensspanne

Wilde Elefanten werden bis zum heutigen Tag gefangen, obwohl der Bestand asiatischer Elefanten im Freiland rückläufig ist
Weiterlesen

Elefanten in Ostafrika; Bildquelle: Barbara Maas/NABU

Illegale Jagd auf Elefanten in Ostafrika

Eine internationale Forschergruppe hat Luftaufnahmen eines Naturreservats in Ostafrika analysiert und dabei Muster der illegalen Jagd auf Elefanten aufgedeckt
Weiterlesen