Evaluierung des Deutschen Primatenzentrums durch den Senat der Leibniz-Gemeinschaft fällt überaus positiv aus

(19.03.2021) Das Deutsche Primatenzentrum (DPZ) – Leibniz-Institut für Primatenforschung ist eine international hoch anerkannte Einrichtung, deren Forschung ausgezeichnet publiziert und international rezipiert wird.

Das DPZ kommt seinen Aufgaben im Bereich der Forschung, der Forschungsinfrastrukturen und im Wissenstransfer in einer bemerkenswert vielfältigen Weise nach und ist eine unverzichtbare Ressource, die eng mit den Partnern im Göttingen Campus zusammenarbeitet.

So resümiert der Senat der Leibniz-Gemeinschaft in seiner jetzt veröffentlichten Stellungnahme das Ergebnis der turnusmäßigen Begutachtung des DPZ.


Das Deutsche Primatenzentrum - Leibniz-Institut für Primatenforschung in Göttingen

Spätestens alle sieben Jahre müssen die Forschungsinstitute der Leibniz-Gemeinschaft auf den Prüfstand und zeigen, dass sie es wert sind, weiterhin von Bund und Ländern finanziert zu werden. Diese Bund-Länder-Förderung ist an die Voraussetzung geknüpft, dass die Einrichtungen überregionale, idealerweise internationale Bedeutung erlangen und Forschung auf höchstem Niveau durchführen.

Das Deutsche Primatenzentrum – Leibniz-Institut für Primatenforschung in Göttingen war im Mai 2020 an der Reihe. Eine 14-köpfige Kommission mit unabhängigen, international ausgewiesenen Sachverständigen, die nicht an Leibniz-Einrichtungen tätig sind, wurden vom Senat der Leibniz-Gemeinschaft beauftragt, die Leistungen und die Strategieplanung des DPZ zu bewerten.

„Wir freuen uns über dieses außerordentlich positive Ergebnis, das wir unseren hochqualifizierten, -motivierten und verantwortungsbewussten Beschäftigten verdanken“, sagt Stefan Treue, Direktor des DPZ.

„Unsere Schwerpunktsetzung auf Gesundheitsforschung und Primatenkognition, von der Grundlagenforschung bis zur medizinischen Anwendung, ebenso wie unsere Serviceleistungen, Politikberatung und transparente Öffentlichkeitsarbeit wurden von der Bewertungskommission sehr gelobt.“

Breites Profil

Das Deutsche Primatenzentrum forscht mit einem breiten Spektrum an Methoden und wissenschaftlichen Fragen und Schwerpunkten in den Bereichen Gesundheitsforschung und Primatenkognition.

Es betreibt und erweitert die dafür notwendige Infrastruktur, unter anderem eine Tierhaltung, ein Bildgebungszentrum, ein Hormonlabor sowie vier Forschungsstationen in den Tropen, um Primaten in ihrer natürlichen Umwelt zu studieren.

Strategische Entwicklung

Das DPZ habe sich seit der bereits ausgesprochen positiven Evaluierung im Jahr 2013 überzeugend weiterentwickelt, es sei eine große Leistung, wie das DPZ Forschungs-, Infrastruktur- und Transferaufgaben in einer international wettbewerbsfähigen Weise bündele.

Die am Institut generierten Forschungsergebnisse würden ausgezeichnet publiziert und international wahrgenommen. Außerdem erbringe das DPZ äußerst wichtige und vielfältige Leistungen im Transfer seiner Ergebnisse in die Medizin, beispielsweise in den Bereichen Corona- und Herz-Kreislauf-Forschung, sowie in Form von Politikberatung und Öffentlichkeitsarbeit. Die Einbindung in den Göttingen Campus komme der Forschung und insbesondere der Förderung von Promovierenden zugute.

Herausragende Tierhaltung

Die Expertise zu Haltung, Zucht, Gesundheit und Verhalten von Primaten bezeichnen die Gutachter als „herausragend“, die Aufrechterhaltung hoher Tierhaltungs- und Forschungsstandards werde sowohl durch die Berücksichtigung und stetige Weiterentwicklung des 3R-Prinzips (Replacement, Refinement, Reduction) als auch durch die regelmäßige Aus- und Weiterbildung des verantwortungsbewussten Personals im Bereich Tierpflege und Wissenschaft gewährleistet.

Feldforschung und Artenschutz

Die Bewertungskommission hob hervor, dass die vier Forschungsstationen in Madagaskar, Senegal, Peru und Thailand wertvolle Erkenntnisse zum Sozialverhalten von Primaten in ihrer natürlichen Umgebung ermöglichen und einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz leisten. Außerdem lobte sie das Engagement der Forschenden für die Ausbildung von Studierenden vor Ort.


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