Rebhuhn, Feldsperling und Goldammer werden rar Immer weniger Vögel auf europäischen Feldern

(26.08.2012) In der Europäischen Union ist die Zahl der Vögel in der Agrarlandschaft in den vergangenen dreißig Jahren um die Hälfte gesunken.

Das hat eine aktuelle Studie der Vogelschutzorganisation BirdLife International ergeben, für die Daten aus 25 EU-Mitgliedstaaten ausgewertet wurden.

Die Wissenschaftler berechneten einen so genannten Agrarvogelindikator, der die Bestandsentwicklungen von insgesamt 37 europäischen Vogelarten zusammenfasst.

Das Resultat: In den Jahren 1980 bis 2010 ist die Zahl der Feldvögel um 52 Prozent zurückgegangen, wobei vor allem zuvor weit verbreitete Arten wie Rebhuhn, Feldsperling und Goldammer betroffen waren.

Das entspricht einem Verlust von 300 Millionen Vögeln in dreißig Jahren. Nur bei sechs Arten wie etwa der Dorngrasmücke haben sich die Bestände positiv entwickelt.  

Offenbar leiden die Vögel unter der zunehmenden Intensivierung der Landnutzung durch den Menschen.

Auch in Deutschland hat sich der Charakter der Agrarlandschaft und das Landschaftsbild in den vergangenen Jahrzehnten verändert - weniger Grünland, mehr Maisanbau, weniger Kleinstrukturen wie Hecken, Feldgehölze und Kleingewässer.

Diese Entwicklung hat zu einem Verlust der biologischen Vielfalt und damit auch zu einem Rückgang der Vogelbestände geführt.

Die Zahl der Brutvögel von Äckern, Wiesen und Weiden ist deutlich gesunken, erklären der Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) und das Bundesamt für Naturschutz (BfN).

So sind seit 1990 mehr als eine Million Feldlerchen verstummt. Der Bestand des Feldsperlings ist um ein Drittel und der des Kiebitzes sogar um zwei Drittel zurückgegangen.  

Zahlreiche Initiativen in verschiedenen Bundesländern arbeiten mit Landwirten zusammen und legen auf Ackerflächen sogenannte Lerchenfenster an, um dem Rückgang entgegenzuwirken.

Heike Kreutz, aid.de



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