Urteil des Europäischen Gerichtshofs: Tierversuchsverbot für Kosmetik bleibt

Der Deutsche Tierschutzbund begrüßt die vom Europäischen Gerichtshof ausgesprochene Abweisung der Klage der französischen Regierung (C-244/03). Damit ist der Versuch, das Tierversuchs- und Vermarktungsverbot von in Tierversuchen getesteten Kosmetika zu kippen, endgültig fehlgeschlagen.

Die EU-Mitgliedsstaaten und die Europäische Kommission sollten nun die reibungslose Umsetzung der zeitlich abgestuften Tierversuchsverbote  veranlassen. Auch die Forschung tierversuchsfreier Methoden für die Sicherheitsprüfungen von Chemikalien, also auch kosmetischer Inhaltsstoffe, muss intensiviert werden.
 
Kurze Zeit nachdem Europäisches Parlament und Europäischer Rat im Jahr 2003 der 7. Änderung der EU-Kosmetikrichtlinie zugestimmt hatten, reichte die französische Regierung Klage beim Gerichtshof der Europäischen Union ein.

Selbst die gefundenen Minimalkompromisse, wie das EU-weite Tierversuchsverbot für die Entwicklung von Kosmetika ab 2009 und das Vermarktungsverbot von in Drittländern getesteten Kosmetika ab 2013 gingen der französischen Regierung zu weit. Sie forderte daher die Streichung der entsprechenden Richtlinien-Paragraphen. Der Europäische Gerichtshof wies nun die Klage zurück, da die Annullierung des Tierversuchs- und Vermarktungsverbotes den Wesensgehalt der Richtlinie verändern würde.
 
Durch die Abweisung der Klage wurden die Inhalte der 7. Änderung der Kosmetikrichtlinie nochmals bestätigt. Trotzdem wird es noch etliche Jahre dauern, bis Tierversuche im Bereich Kosmetik endlich abgeschafft sind. Der Deutscher Tierschutzbund rät daher, sich beim Kauf von Kosmetika an der Kosmetik-Positivliste zu orientieren. Diese führt ausschließlich Kosmetikfirmen, die seit 1979 vollständig auf die Durchführung von Tierversuchen und auf die Verwendung von Rohstoffen, die nach diesem Datum in Tierversuchen geprüft wurden, verzichten.

www.tierschutzbund.de

Artikel kommentieren

weitere Meldungen

Tierschutzombudsstelle Wien

1. Österreichisches Tierheim-Symposium

Die Tierschutzombudsstelle Wien veranstaltet in Kooperation mit dem Institut für Tierhaltung und Tierschutz, Vetmeduni Wien und „pro-tier“ – Verband der österreichischen Tierschutzorganisationen das Symposium
Weiterlesen

Förderpreis für wissenschaftliche Arbeiten im Bereich des Tierschutzes

Förderpreis für wissenschaftliche Arbeiten im Bereich des Tierschutzes

Die Tierschutzombudsstelle Wien vergibt 2009 bereits zum fünften Mal einen Förderpreis für hervorragende innovative wissenschaftliche Arbeiten die direkt oder indirekt tierschutzrelevante Themen haben oder Fragen zur Mensch-Tier-Beziehung behandeln
Weiterlesen

Tierschutzombudsstelle Wien

Fachtagung: Katzenhaltung in der Großstadt

Die Tierschutzombudsstelle Wien veranstaltet gemeinsam mit der Österreichischen Gesellschaft der Tierärzte und der Veterinärmedizinischen Universität Wien mit freundlicher Unterstützung von Royal Canin am 3. Oktober 2008 eine Fachtagung zum Thema Katzenhaltung in der Großstadt
Weiterlesen

Dummy Bild

Ausschreibung: Preis für tierversuchsfreie Forschung

Anlässlich seines 40jährigen Bestehens stiftet der Internationale Bund der Tierversuchsgegner (IBT) einen Preis für tierversuchsfreie Forschung. Er wird an ForscherInnen vergeben, die mit ihrer Arbeit dazu beitragen, Tierversuche zu ersetzen
Weiterlesen