Rotmilan-Schutzprojekt soll Lebensräume sichern

(29.05.2014) Mehr als die Hälfte aller weltweit vorkommenden Rotmilane brüten in Deutschland. Der Bestand geht jedoch seit Jahren zurück. Ein neues Projekt im Bundesprogramm Biologische Vielfalt soll durch praktische Maßnahmen und Beratung der Landwirtschaft die Brut- und Lebensbedingungen für die Greifvogelart verbessern.

"Bis 2020 soll die Population des Rotmilans wieder deutlich ansteigen. Dafür müssen wir ihm vor allem bessere Lebensbedingungen in der Agrarlandschaft bieten. Das neue Rotmilan-Projekt zielt daher auf Veränderungen bei der Förderung der Landwirtschaft ab.

Die Landschaft soll wieder rotmilanfreundlicher werden. Das wird am Ende nicht nur den Greifvögeln helfen, sondern auch vielen anderen bedrohten Arten", sagte die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Rita Schwarzelühr-Sutter, bei der offiziellen Auftaktveranstaltung des Projekts in Magdeburg.

Bundesprogramm Biologische Vielfalt

"Der Rotmilan ist eine rein europäische Art. Die hohe Brutvogelanzahl in Deutschland bedeutet eine besondere Verantwortung unseres Landes für deren Schutz und Förderung. Wir müssen dafür Sorge tragen, dass die entsprechenden ökologischen Strukturen erhalten bleiben, um auch den Rotmilan erhalten zu können", sagte BfN-Präsidentin Beate Jessel.

Das Projekt wird vom Bundesumweltministerium mit 1,8 Mio. Euro aus dem Bundesprogramm Biologische Vielfalt gefördert und vom Bundesamt für Naturschutz fachlich begleitet. Die Gesamtkoordination des Projekts mit insgesamt 14 Teilvorhaben in acht Bundesländern übernimmt der Deutsche Verband für Landschaftspflege.

Die Deutsche Wildtier Stiftung ist zuständig für die projektübergreifende Öffentlichkeitsarbeit. Der Erfolg der durchgeführten Schutzmaßnahmen wird vom Dachverband Deutscher Avifaunisten ausgewertet.

Der Rotmilan ist angewiesen auf abwechslungsreiche und kleinstrukturierte Landschaften. Doch durch die fortschreitende Intensivierung der Landwirtschaft findet er diese Lebensräume immer seltener.

Um für den Greifvogel die Nahrungssuche und Aufzucht seiner Jungvögel wieder zu sichern, beraten in diesem Projekt Expertinnen und Experten die Landwirtschaft in elf Projektregionen zu Möglichkeiten einer rotmilanfreundlicheren Landnutzung.

Außerdem sorgen sie für den Erhalt entsprechender Strukturen und die Neuanpflanzung von Brutbäumen. Der Grünlandanteil soll in den Projektgebieten erhöht und der Anbau von Hackfrüchten und Luzernen gefördert werden. Von den durchgeführten Maßnahmen können neben dem Rotmilan auch viele andere, teilweise bedrohte Tierarten profitieren.

Begleitend soll zum Beispiel mit einer Wanderausstellung die Bevölkerung für den Rotmilan begeistert werden.



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