3R-Initative: Weniger Tierversuche und höhere Datenqualität in der Biomedizin

(27.03.2024) Tierversuche ersetzen, reduzieren und notwendige Experimente verbessern! Alternativen zu Tierversuchen, die im Land erforscht werden, reichen von Organ-on-a-Chip-Modellen über Computersimulationen bis zu Pflanzenmodellen als „Grüne Gefäße“.

Das Wissenschaftsministerium unterstützt gemeinsam mit den beteiligten Hochschulen seit 2020 den Aufbau eines 3R-Netzwerks mit insgesamt bis zur 6,9 Millionen Euro – mit Zentren in Tübingen, Konstanz, Stuttgart und im Raum Rhein-Neckar (Mannheim/Heidelberg).

Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg Tierversuche ersetzen, reduzieren und notwendige Experimente verbessern – diese Ziele verfolgt die 3R-Initiative Baden-Württemberg (3R steht für „Replacement“, „Reduction“ und „Refinement“). Alternativen zu Tierversuchen, die im Land erforscht werden, reichen von Organ-on-a-Chip-Modellen über Computersimulationen bis zu Pflanzenmodellen als „Grüne Gefäße“.

Das Wissenschaftsministerium unterstützt gemeinsam mit den beteiligten Hochschulen seit 2020 den Aufbau eines 3R-Netzwerks mit insgesamt bis zur 6,9 Millionen Euro – mit Zentren in Tübingen, Konstanz, Stuttgart und im Raum Rhein-Neckar (Mannheim/Heidelberg).

Anlässlich ihres Besuches kündigte Ministerin Olschowski an, dass das Land die Zentren in Mannheim und Stuttgart ab 2025 – ein erstes Ergebnis einer 2023 durchgeführten Zwischenevaluation der 3R-Initiative – verstetigen wird.

„Das 3R-Netzwerk leistet einen zentralen Beitrag dazu, den Tierschutz in Forschung und Lehre zu verbessern“, sagte Wissenschaftsministerin Petra Olschowski am Dienstag (26. März) beim Besuch der 3R-Zentren in Stuttgart und Mannheim. 

„Mehr Tierschutz und bessere Forschung sind keine Gegensätze – ganz im Gegenteil: Die Aktivitäten des 3R-Netzwerks zeigen, dass beides zusammengehört“, so die Ministerin.

Besondere Verantwortung beim Tierschutz

Baden-Württemberg kommt als Standort mit einer hohen Dichte an biomedizinischen Forschungseinrichtungen und pharmazeutisch-chemischer Industrie eine besondere Verantwortung hinsichtlich des Tierschutzes von Versuchstieren zu.

Das Wissenschaftsministerium hat daher eine nachhaltig angelegte Strategie entwickelt, um das 3R-Prinzip noch besser in der baden-württembergischen Forschungslandschaft zu verankern und damit sowohl die Qualität der biomedizinischen Forschung – eine der spezifischen Stärken des Landes – als auch den Tierschutz in Forschung und Lehre voranzubringen.

Grundgedanke des 3R-Netzwerkes BW: Neue wie bereits vorhandene und oft komplementär ausgerichtete Aktivitäten im Bereich „Alternative Methoden zum Tierversuch“ an verschiedenen Standorten in Baden-Württemberg werden gestärkt sowie vernetzt und damit nach innen wie außen sichtbarer gemacht.

Mit dem Aufbau eines flächen­deckenden 3R-Netzwerks wählt Baden-Württemberg einen neuen, langfristigen Ansatz. 

„Mit unserem 3R-Netzwerk Ba-den-Württemberg wollen wir aktiv dazu beitragen, die Entwicklung und Anwendung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch voranzubringen und die notwendigen Tierversuche in der baden-württembergischen Forschung zu verbessern und den bestmöglichen Schutz von Versuchstieren sicherzustellen“, so Ministerin Olschowski abschließend.


Weitere Meldungen

Maus aus dem Institut für Versuchstierkunde; Bildquelle: Karin Kaiser/MHH

Mehr Tierschutz in der Forschung

Tierversuche sind in der medizinischen Forschung mitunter nicht zu vermeiden. Bevor neue Medikamente oder Impfstoffe auf den Markt kommen, sind viele grundlegende Erkenntnisse und biotechnologische Tüftelarbeit erforderlich
Weiterlesen

PD Dr. Bianka Grunow von der Arbeitsgruppe "Wachstumsphysiologie der Fische" am FBN will Tierversuche in der Forschung mit Fischen reduzieren.; Bildquelle: FBN/Haberkorn

Tierversuche erfolgreich reduzieren: Das 3R-Prinzip in der Erforschung von Fischen

Wissenschaftler am Forschungsinstitut für Nutztierbiologie (FBN) nutzen verstärkt Zellkulturen, um Rückschlüsse auf die Folgen des Klimawandels zu ziehen
Weiterlesen

Tierversuche verstehen

Kompass Tierversuche 2023

Tierversuche verstehen veröffentlichte anlässlich des Tages des Versuchstiers am 24. April dritte Auflage des "Kompass Tierversuche".
Weiterlesen

Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)

Maike Frye hat 3R-Tierschutzprofessur am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) übernommen

Prof. Dr. Maike Frye hat zum 1. Januar 2023 die Professur für das Fachgebiet Refinement, Reduction, Replacement (3R-Verfahren) in der Tiergesundheit und im Tierschutz angetreten.
Weiterlesen

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)

Zahl der verwendeten Versuchstiere ging 2020 in Deutschland deutlich zurück

Im Corona-Jahr 2020 wurden erheblich weniger Mäuse, Affen, Hunde, Katzen und Fische im Rahmen von Tierversuchen eingesetzt
Weiterlesen

TU Berlin

Neues Einstein-Zentrum für alternative Methoden zu Tierversuchen erhält Millionenförderung

Mit rund 5,3 Millionen Euro bis Ende 2026 fördert die Einstein Stiftung das neue Einstein-Zentrum für alternative Methoden in der biomedizinischen Forschung
Weiterlesen

Mit dem am Fraunhofer ITEM entwickelten Expositionsgerät P.R.I.T.® ExpoCube® können verschiedene Klassen inhalierbarer Substanzen mit hoher Reproduzierbarkeit und ausreichender Dosiskontrolle geprüft werden.; Bildquelle: Fraunhofer ITEM/Ralf Mohr

EU-ToxRisk und EXITOX: Tierversuche vermeiden

Die Zahl der Versuchstiere in Deutschland ist seit Jahren weitgehend konstant. 2 825 066 Tiere wurden im Jahr 2018 nach Angaben des Bundesministeriums für Landwirtschaft und Ernährung BMEL eingesetzt
Weiterlesen

Severity Assessment in Animal Based Research

Forschungsgruppe will Bedingungen für Versuchstiere verbessern

Deutsche Forschungsgemeinschaft verlängert Millionenförderung für Projekt zu Tierversuchen
Weiterlesen


Wissenschaft


Universitäten


Neuerscheinungen