Bei Hunden: Regelmäßiger Schilddrüsen-Check bei Fütterung mit hohem Fleischanteil wichtig

(12.09.2016) Nimmt ein Hund zu viel Jod auf, kann dies zu Erkrankungen der Schilddrüse führen. Diese Gefahr ist besonders bei der Rohfütterung (BARF) durch den Einsatz von Schlundfleisch gegeben.

Aber auch bei kommerzieller Fertignahrung mit hohem Fleischanteil lässt sich eine Jod-Überversorgung beobachten.

In einer Studie aus dem Jahr 2012 wurden mit Roh- bzw. Schlundfleisch gefütterte Hunde untersucht. Dabei wurden erhöhte Schilddrüsenwerte im Blut gefunden.


Hund und Tierärztin

Die Hälfte der Hunde zeigte sogar bereits Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion wie z. B. Ruhelosigkeit, Hecheln, einen beschleunigten Herzschlag oder Aggressivität. Nach Umstellung der Fütterung besserten sich die Blutwerte und die offensichtlichen Symptome verschwanden.

Aber auch eine Jod-Unterversorgung kann beim BARFen leicht entstehen. Denn im Gegensatz zu Schlundfleisch enthalten reines Muskelfleisch und Gemüse keine nennenswerten Mengen an Jod.

Viele BARF-Rationen werden daher mit Seealgen ergänzt. Diese enthalten naturgemäß jedoch stark schwankende Jodanteile, sodass sich das passende Maß nur schwer bestimmen lässt.

Süßwasseralgen wie Chorella und Spirulina enthalten sogar praktisch gar kein Jod. Und auch regelmäßiges Füttern von Fisch kann den Jodbedarf eines Hundes in der Regel nicht decken.

Kommt es zu einem Jodmangel, so bleibt dieser meist lange unbemerkt. Erst mit Verzögerung folgen Probleme wie z.B. eine Vergrößerung der Schilddrüse, Fruchtbarkeits- und Wachstumsstörungen, Haarausfall oder Leistungsschwäche.

Wer seinen Hund mit einem hohen Fleischanteil füttert, sollte daher die Blutwerte sowie die Funktion der Schilddrüse seines Vierbeiners im Auge behalten, berichtet die deutsche Agentur Vennebusch & Musch.

Quellen:

  • Broome MR et al. Exogenous thyrotoxicosis in dogs attributable to consumption of all-meat commercial dog food or treats containing excessive thyroid hormone (2008-2013). J Am Vet Med Assoc 2015: 246 (1): 105-111
  • Köhler B, Stengel C, Neiger R. Dietary hyperthyroidism on dogs. J Small Anom Pract 2012; 53 (3): 182-184
  • Meyer H, Zenteck J. Ernährung des Hundes: Grundlagen –Fütterung – Diätetik. Stuttgart: Enke 2013



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