Deutsche Hersteller produzierten in 2004 über 20 Millionen Tonnen Mischfutter

(14.03.2005) DVT-Präsident stellt neueste Zahlen vor

Deutscher Verband Tiernahrung Die Mischfutterherstellung in Deutschland lag in 2004 erneut über der 20-Millionen-Tonnen-Marke. Insgesamt wurden 20,159 Mio. Tonnen Mischfutter produziert, was gegenüber dem Vorjahr einem Zuwachs von 150.733 Tonnen bzw. 0,8 Prozent entspricht. Diese Zahlen gab der Präsident des Deutschen Verbandes Tiernahrung (DVT) heute in Bonn bekannt. "Angesichts des Rekordabsatzes an Mischfutter im Jahr 2003, der durch den trockenheitsbedingten Grundfuttermangel bei den Tierhaltern zustande kam, und angesichts sinkender Tierbestände in Deutschland, haben wir mit diesem erfreulichen Ergebnis nicht gerechnet", sagte Niemann.

Die Produktionssteigerung resultiert in erster Linie aus dem guten Ergebnis der ersten Jahreshälfte. In den Monaten Januar bis Juni 2004 stieg die Gesamtmischfutterproduktion im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um über 295.000 Tonnen bzw. 3,0 Prozent. Mit der rekordverdächtigen Grundfutter- und Getreideernte im Sommer 2004 ging dann die Nachfrage und damit auch die Herstellung von Mischfutter im zweiten Halbjahr zurück.

Dabei entwickelten sich die Produktionszahlen - nach Sorten und Regionen betrachtet - unterschiedlich. So ging die Herstellungsmenge von Rinderfutter bundesweit vergleichsweise stark zurück (-2,0 Prozent), was mit einem deutlichen Rückgang der Rinderbestände zusammenhängt. Ende 2004 wurden in Deutschland noch knapp 13 Millionen Rinder und damit rund 417.000 Tiere weniger als im Vorjahr gehalten. In den nördlichen Bundesländern betrug der Produktionsrückgang an Rindermischfutter 1,6 Prozent, im Süden 3,7 Prozent. Vor allem in Bayern haben Betriebsaufgaben, aber auch die sehr gute Grundfuttersituation in 2004 zu deutlichen Rückgängen der Rindermischfutterproduktion geführt.

Ein positiver Trend zeichnete sich dagegen bei Schweinemischfutter ab, obwohl auch hier der Gesamtbestand bundesweit um einen Prozentpunkt auf rund 26 Millionen Schweine abnahm. Der Produktionsanstieg an Mischfutter in diesem Sektor um 2,1 Prozent auf über 7,6 Millionen Tonnen lässt sich mit dem zunehmenden Spezialisierungsgrad der Veredelungsbetriebe erklären. Da dies vor allem auf die nördlichen Bundesländer zutrifft, ist der Produktionszuwachs von 186.229 Tonnen bzw. 3,1 Prozent auf insgesamt rund 6,185 Millionen Tonnen hier besonders deutlich.

Was die Mischfutterproduktion für Geflügel angeht, hielt die bereits aus den Vorjahren bekannte Negativentwicklung in der Herstellung von Legehennenfutter an. Die Produktion nahm im Jahr 2004 bundesweit um 0,9 Prozent auf rund 2,24 Millionen Tonnen ab. Der Produktionsrückgang im Norden (-1,2 Prozent) und im Süden (-2,2 Prozent) konnte auch durch das leichte Plus in den östlichen Bundesländern (+0,6 Prozent) nicht kompensiert werden. Die immer noch bestehende Ungewissheit, welche Haltungsverfahren für Legehennen zukünftig in Deutschland noch zulässig sind, lässt die Lege-hennehaltung weiter ins Ausland abwandern bzw. verhindert derzeit Neuinvestitionen in diesem Bereich. Gegenläufig dazu war dagegen die Entwicklung der Mischfutterherstellung für Mastgeflügel. Hier wurden bundesweit rund 2,953 Millionen Tonnen produziert, was eine Zunahme um 5,1 Prozent bedeutet. Der kräftigste Produktionszuwachs vollzog sich dabei in den östlichen Bundesländern, in denen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum über 94.000 Tonnen mehr Mischfutter erzeugt wurden (+15,3 Prozent).

Die außerordentlich gute Getreideernte in 2004 spiegelt sich auch im Rohstoffeinsatz in der Mischfutterproduktion wider. Der Anteil von Getreide am gesamten Rohstoffeinsatz der deutschen Mischfutterbranche stieg in 2004 auf über 43 Prozent. Dabei nahm vor allem die Verwendung der preislich interessanten Getreidearten Roggen und Gerste zu, während Weizen und Triticale anteilsmäßig einbüßten. Bei den Ölkuchen und -schroten hielt sich der Gesamteinsatz in etwa auf dem Vorjahresniveau. Dagegen ging die Verwendung von Sojaschrot zugunsten von Rapsprodukten leicht zurück.

Dank der insgesamt guten Rohstoffverfügbarkeit in der zweiten Jahreshälfte sowohl im Energie- als auch Eiweißbereich konnte das Preisniveau im Mischfuttersektor weiter gesenkt werden, was den tierhaltenden Landwirten direkt zu Gute kam. 

www.dvtiernahrung.de

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