Milchvieh: Qualitätsmängel bei Grassilage vermeiden

(30.06.2011) Milchvieh benötigt hochwertiges und vor allem energiereiches Grundfutter. Neben Maissilage eignet sich dazu besonders Grassilage, die bei gelungener Gärung ein schmackhaftes und leicht zu verdauendes Futter ist. Da sich die Qualität der Silage auf die Milchleistung auswirkt, müssen Qualitätsmängel vermieden werden.

Das häufigste Problem überhaupt ist dabei die Nacherwärmung. Schon 10 °C über der üblichen Silagetemperatur von 15 °C deuten auf eine Massenvermehrung von Hefe und Hefepilzen hin. Sie bauen Trockenmasse und Milchsäure ab und sorgen für geruchliche Veränderung und einen hohen Energieverlust.

Vermieden werden kann die Nacherwärmung durch einen optimalen Anwelkgrad, eine hohe Verdichtung und ausreichenden Vorschub. Tritt sie dennoch auf, sollte man umgehend Teilpartien umsilieren.

Ein weiteres Problem sind Schimmelpilze, die häufig durch Verschmutzungen in die Silage gelangen. Eine zu hohe Schichtdicke, zu geringe Verdichtung oder eine schlechte Abdeckung können die Schimmelbildung ebenfalls begünstigen.

Schimmelpilze verringern die Aufnahme der Trockenmasse und die Milchleistung erheblich und können Fruchtbarkeitsstörungen, Totgeburten oder Euterentzündungen bei den Kühen verursachen.

Der Einsatz von Silierzusätzen kann Schimmelbildung verhindern. Treten dennoch verschimmelte Partien auf, sollten sie großzügig entfernt werden. Eine mindestens 30 Zentimeter dicke Schicht um den Schimmelherd wird dabei empfohlen.

Buttersäure ist in geringen Mengen von unter 0,3 Prozent der Trockenmasse für das Siliergut unbedenklich. Ist die Silage aber verschmutzt, zu nass oder enthält zu wenig Zucker und Nitrat, kann sich eine zu hohe Konzentration an Buttersäure bilden.

Die Folge ist der Abbau von Milchsäure, Zucker und Eiweiß. Dadurch verliert die Silage Energie und Trockenmasse. Bei einem Buttersäuregehalt von über 3 Prozent der Trockenmasse sollte man die Silage daher nicht mehr verfüttern.

Um die Bildung von Buttersäure zu hemmen, setzt man Silierzusätze bei der Ernte ein. Essigsäure ist dagegen nicht nur unbedenklich, sondern in geringem Maße sogar erwünscht.

Sie hemmt die Bildung von Hefe und stabilisiert Silagen nach dem Öffnen. Steigt ihr Gehalt aber auf über 3 Prozent der Trockenmasse an, geht zu viel Energie verloren. Essigsäure bildet sich, wenn das Schnittgut zu lange auf dem Feld liegt oder zu langsam verarbeitet wird.

Silage kann man auch bei hohem Essigsäuregehalt noch verfüttern, aber der starke Geruch verringert die Futteraufnahme der Tiere. Eine gute Verdichtung und ein zügiges Abdecken der Silage können eine zu hohe Essigsäurebildung verhindern.

Herbert Arp, aid.de



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