Bei Verletzungen im Hundesport ist schnelle Hilfe angesagt

(26.02.2016) Agility Training, Dogscooting oder Treibball: Die Liste der Sportarten, die Hund und Hundehalter zur Verfügung stehen, wächst genauso beständig wie die Zahl deren Anhänger. Und das ist verständlich, denn Hundesport bringt viele Vorteile mit sich.

Die Tiere bewegen sich auf verschiedenste Art und Weise und werden nicht nur körperlich, sondern auch geistig gefordert. Außerdem wird dadurch sowohl die Bindung zwischen Hund und Halter als auch der Gehorsam gefestigt.

Dem gegenüber steht eine erhöhte Verletzungsgefahr durch z.B. überzogenen Ehrgeiz, Überforderung, spitze Ecken und Kanten von Hindernissen oder große Unebenheiten im Gelände.

Andere Verletzungen können dem Alter und der damit einhergehenden eingeschränkteren Leistungsfähigkeit, der Rasse oder dem körperlichen Zustand des Tieres geschuldet sein.


Joerg Sulner (Heel Biologische Heilmittel), Prof. Heiko Wagner (Universität Münster) , Prof. Martin S. Fischer und Katja Söhnel (Friedrich-Schiller-Universität Jena) und Prof. Stephan Neumann (Georg-August-Universität in Göttingen)

Fakt ist, dass sich Hunde beim Sport genauso häufig verletzen können wie wir Menschen und es beim Tier ebenso wichtig ist, bei spitzen oder stumpfen Traumata zügig eine Therapie einzuleiten. Biologische Medikamente können bei akuten sowie chronischen Erkrankungen des Bewegungsapparates wertvolle Dienste leisten.

Bewegung ist nicht gleich Bewegung

Die Belastung der einzelnen Gelenke unterscheidet sich, je nach dem, ob ein Hund schnuppernd umherläuft, neben einem Fahrrad trottet, eine Katze jagt oder einen Agility-Parcours mit vielen Kurven und Tempowechseln zu meistern hat.

Obwohl der Agility Hundsport bereits Anfang der 1980er Jahre von England nach Deutschland kam und sich heute weltweit etabliert hat, liegen bisher überraschend wenige Studien zur Biomechanik bei dieser Sportart vor.

„Vielleicht ist dies der Grund, weshalb es so viele Meinungen zu dieser Sportart gibt“, so Prof. Martin S. Fischer von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. In bisherigen Studien wurden nur geradlinige Bewegungen beim Sprung über Hürden vor allem bei großen Rassen untersucht. Dabei konnte u.a. gezeigt werden, dass das Körpergewicht und die Sprunghöhe vertikale Bodenreaktionskräfte signifikant beeinflussen [1].


Prof. Martin S. Fischer präsentiert am 18. Februar 2016 erste Ergebnisse der Studie

Eine Steigerung der Sprunghöhe führt zu steileren Landewinkeln [2] und einer Zunahme der Flexion des Schulter- und Ellbogengelenkes [3]. Auch der Abstand zwischen den Hürden sowie die Erfahrung der Hunde haben einen signifikanten Einfluss auf die Absprung- und Landegeschwindigkeiten und damit auf die Sprungdistanzen [4, 5].

Die Hindernisse beim Agility sind vielfältiger Natur und jeder Parcours ist durch Kurven und Richtungswechsel gekennzeichnet ist. Prof. Martin Fischer und Katja Söhnel haben gemeinsam mit dem Team um Prof. Heiko Wagner von der Universität Münster eine neue Studie durchgeführt, welche nicht nur die geradlinigen Bewegungen betrachtet.

Erste Ergebnisse dieser Studie werden am 18. Februar 2016 in Münster der Öffentlichkeit vorgestellt.

Moderne Bewegungsforschung – auch eine technische Herausforderung

Etwa 25 Bilder pro Sekunde sind nötig, um eine Bewegung als fließend wahrzunehmen, reichen jedoch für eine Bewegungsanalyse bei weitem nicht aus. Bei dieser werden mit Hochgeschwindigkeitskameras 1000 Bilder pro Sekunde oder mehr aufgenommen.

Bei dreidimensionalen Bewegungen sind mindestens zwei Kameras notwendig, die den Körper von verschiedenen Richtungen aus filmen, bei komplexen Drehbewegungen deutlich mehr.


Bewegungsforschung an der Universität Münster

„In unserem Bewegungslabor des Instituts für Sportwissenschaft verwenden wir bis zu 16 besondere Kameras, die aktiv Infrarotlicht aussenden, welches von - am Körper der Tiere angebrachten - Markern reflektiert wird“, berichtet Prof Heiko Wagner von der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster.

„Damit kann in Echtzeit jede Position im Raum auf einen Millimeter genau bestimmt werden.“ Um herauszufinden, welche Kräfte und Drehmomente in den Gelenken bei Bewegungen auftreten, kommen bis zu acht Kraftmessplattformen zum Einsatz.

Mittels einer eigens dafür entwickelten Spezial-Software können dann die inneren Kräfte errechnet werden, die bei für Agility typischen Bewegungen entstehen.


Katja Söhnel bringt die Marker an Bruno an

Erst mit solch einem umfangreichen technischen Aufwand ist es möglich, präzise Aussagen zu den Belastungen und Beanspruchungen von Tier und Mensch bei schnellen sportlichen Bewegungen zu treffen, so das Resümee des Experten.

Distorsion – eine häufige Verletzung im Hundesport

Wie in der Humanmedizin nimmt auch beim Hundesport die Verletzungshäufigkeit zu, je älter die Tiere sind, je weniger Training sie absolviert haben und je höher die sportlichen Anforderungen sind. Besonders häufig erleiden die Hunde Bänderdehnungen (Distorsionen), die zu einer akuten Lahmheit führen und mit erheblicher Schmerzhaftigkeit verbunden sein können.

Bei der tierärztlichen Untersuchung sind neben dem Palpationsschmerz meist eine fühl- oder sichtbare Schwellung sowie eine geringgradige Instabilität im betroffenen Gelenk feststellbar.

Pathohistologisch dominieren bei Distorsionen Entzündungserscheinungen sowie Strukturveränderungen im Bandgewebe. Die einzuleitenden Therapiemaßnahmen müssen sich nach der Ausprägung der Veränderungen bzw. Symptome richten, betont Prof. Stephan Neumann von der Georg-August-Universität in Göttingen.

Grundsätzlich muss bedacht werden, dass eine ungenügende Regeneration nach einer solchen Verletzung zur dauerhaften Instabilität eines oder mehrerer Bänder führen kann.

Das „lockere“ Gelenk zeichnet sich durch eine erhöhte Beweglichkeit aus und kann dadurch Auslöser für die Entstehung einer Arthrose sein. Wichtig sind deshalb Ruhigstellung und Schonung des betroffenen Gelenkes.

So lange wie nötig, um die Entzündung zu begrenzen und die Gewebsregeneration zu unterstützen, und so kurz wie möglich, um die ausreichende Ernährung des Knorpels sicherzustellen und die Muskeldystrophie so gering wie möglich zu halten.

Bei der Auswahl der eingesetzten Medikamente sollte darauf geachtet werden, dass die für den Heilungsverlauf wichtige entzündliche Reaktion nicht vollständig gehemmt, sondern lediglich „modelliert“ wird, so Prof. Neumann. „Die Akutbehandlung ist somit auch eine Form der Prävention, um chronisch degenerative Veränderungen im betroffenen Gelenk zu verhindern.“

Zu Recht finden – laut Meinung des Experten – biologische Arzneimittel wie Traumeel® ad us. vet. oder Zeel® ad us. vet. breite Anwendung in der Therapie akuter sowie chronischer Gelenkerkrankungen. Dabei zeichnet sich ersteres durch seine antiphlogistische, analgetische und abschwellende Wirkung aus, während Zeel auch chondroprotektive und regenerative Eigenschaften aufweist.

Trauma-Therapie mit biologischen Arzneimitteln

Traumeel ad us. vet. wirkt als Entzündungsregulator, der in den physiologischen Entzündungsprozess eingreift, ohne diesen jedoch komplett zu unterdrücken. Traumeel enthält 14 verschiedene antiphlogistisch, analgetisch und abschwellend wirkende Inhaltsstoffe, die aufeinander abgestimmt sind.


Traumeel ad us. vet.
Aufgrund ihrer synergistisch potenzierenden Effekte setze sie gleichzeitig an mehreren Stellen der Entzündungskaskade gleichzeitig an (Multitarget-Multicomponent-Ansatz). Dadurch wird die Regenerationszeit verkürzt, der Heilungsprozess wird gefördert und Schwellungen werden reduziert.

Zeel ad us. vet. ist ebenfalls ein Kombinationspräparat. Seine Wirkmechanismen beruhen einerseits auf den Wirkspektren seiner Einzelbestandteile und andererseits auf synergistischen Wirkungen durch das Zusammenspiel der Einzelkomponenten.

Im Vordergrund der Therapie mit Zeel stehen die Schmerzstillung und die Entzündungshemmung, daneben die Förderung der Regeneration des geschädigten Gewebes sowie chondroprotektive Effekte.

Traumeel und Zeel sind seit Jahrzehnten bewährter Bestandteil der Behandlung akuter und chronischer Erkrankungen des Bewegungsapparates bei Klein- und Großtieren. Aufgrund der ausgezeichneten Verträglichkeit sind auch bei Langzeitanwendung keine negativen Effekte zu erwarten. Eine kombinierte Behandlung mit schulmedizinischen Präparaten ist jederzeit möglich. Unterschiedliche Darreichungsformen sorgen für eine einfache Anwendung und hohe Compliance.

Eine ausführliche Darstellung aller Studien, Einsatzgebiete und Produktinformationen beider Präparate ist online unter www.vetepedia.de zu finden.

Quellen

[1] Yanoff S et al. (1992) Vet Comp Orthop Traumatol, 5(2), 44-50
[2] Pfau T et al. (2011) Vet J, 190(2), 278-283
[3] Birch E, Lesniak K (2013) Vet J, 198 Suppl 1, 99-102
[4] Birch E et al. (2015) Vet J, 204(2), 174-178
[5] Birch E et al. (2015) Comparative Exercise Physiology, 11(2), 75-78



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