Segmentale kongenitale Atresie des Meatus acusticus externus bei zwei Junghunden und einer adulten Hündin

(15.07.2012) N. WUNDERLIN, N. ONDREKA, C. THIEL, C. PEPPLER und M. KRAMER; Wien Tierärztl Monat – Vet Med Austria 99 (2012)

Eine fünf Monate alte Labrador Retriever Hündin und ein drei Monate alter weiblicher Rhodesian Ridgeback wurden aufgrund akut auftretender Schmerzhaftigkeit des rechten, respektive linken, Ohres und vermehrtem Kopfschütteln vorgestellt.

In der klinischen Untersuchung wurde das Fehlen des Orificium externum des Meatus acusticus externus festgestellt. Mit Hilfe einer computertomographischen Untersuchung des Kopfes konnte die Verdachtsdiagnose einer partiellen Atresie des äußeren Gehörganges bestätigt werden.

Eine angestrebte Rekonstruktion des äußeren Gehörganges war bei diesen Patienten nicht möglich. Alternativ wurde ein Stoma im mittleren bis unteren Drittel des vertikalen Gehörganges angelegt.

Bei dem dritten Patienten handelte es sich um eine sieben Jahre alte Mischlingshündin, die aufgrund seit einer Woche bestehenden Kratzens am rechten Ohr sowie häufigen Kopfschüttelns vorgestellt wurde.

Neben dem Fehlen einer physiologischen Gehörgangsöffnung auf der rechten Seite stellte sich der Ohrgrund hochgradig derb verdickt und druckschmerzhaft dar.

In der Computertomographie des Kopfes dominierten die durch den Verschluss des Gehörganges hervorgerufenen sekundären Veränderungen des Gehörganges, des angrenzenden Gewebes und der Bulla tympanica. Aufgrund der Beteiligung des Mittelohres wurde eine totale Gehörgangsablation mit lateraler Bullaosteotomie durchgeführt.

Die Heilung verlief bei allen Tieren unkompliziert. Das Ergebnis der bakteriologischen und mykologischen Untersuchung des Cerumens war bei den aufgeführten Patienten negativ.

Dies spricht für eine partielle Atresie des Gehörganges kongenitalen Ursprungs. Die histopathologische Untersuchung des Gehörganges der adulten Hündin bestätigte die Diagnose einer kongenitalen Entwicklungsstörung.

Wiener Tierärztliche Monatsschrift

Wiener Tierärztliche Monatsschrift 2012 - Ausgabe 7-8

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