ESCCAP-Service: 5 Experten-Tipps zum Schutz vor Reisekrankheiten

(26.03.2010) Kurz, knapp und leicht verständlich hat die parasitologische Expertenorganisation ESCCAP passend zur Reisezeit die wichtigsten Informationen zusammengestellt, die Tierärzte/innen an Hundehalter weitergeben können, die mit ihrem Vierbeiner ins Ausland reisen möchten.

Im Fokus stehen dabei die beiden wichtigsten Reisekrankheiten Leishmaniose und der Herzwurm Dirofilaria immitis.

Leishmaniose

- Grundsätzlich sollte vor jeder Reise in Endemiegebiete der Leishmaniose überlegt werden, ob der Hund überhaupt mitgenommen und damit einem Infektionsrisiko ausgesetzt werden soll.

- Überträger der Leishmaniose sind Sandmücken der Gattung Phlebotomus. Diese sind vor allem im Mittelmeerraum, in Afrika und dem Mittleren Osten weit verbreitet. Dort sind sie mindestens von April bis November aktiv.

- Zum Schutz vor Stichen der Sandmücken sollten Hunde daher vor Ort nach Einbruch der Abenddämmerung, wenn die Mücken am aktivsten sind, möglichst im Haus gehalten werden. Optimal ist es, Fenster und Türen mit engmaschigen Mückennetzen zu sichern. Zusätzlich ist empfohlen, die Hunde über die gesamte Reisezeit mit Tierarzneimitteln zu behandeln, die Sand- und Stechmücken nachweislich abwehren. Wichtig: Die Behandlung muss rechtzeitig vor der Ankunft am Reiseziel vorgenommen werden, bei Halsbändern mindestens eine Woche, bei Spot-On-Präparaten mindestens 24 Stunden zuvor.

Herzwürmer

- Der Herzwurm (Dirofilaria immitis) ist ebenfalls in zahlreichen Ländern Süd- und Osteuropas verbreitet, wo er von Stechmücken übertragen wird. Die Saison dieser Mücken reicht von mindestens April bis Oktober.

- Oben genannte Maßnahmen zum Schutz vor Mücken sind auch hier empfohlen.

- In Regionen, in denen Herzwürmer übertragen werden können, sollte ergänzend eine Wurmbehandlung angewendet werden, durch die übertragene Herzwurmlarven abgetötet werden, bevor diese das Herz des Hundes erreichen. Diese Behandlung muss spätestens 30 Tage nach der ersten Infektionsmöglichkeit einsetzen und bei längeren Aufenthalten bis 30 Tage danach in monatlichen Abständen fortgesetzt werden.

Weitere Informationen zu Reisekrankheiten und einem sachgerechten Parasitenschutz bei Hunden und Katzen finden Tierärzte/innen und Tierhalter/innen auf der Internetseite von ESCCAP (European Counsel Companion Animal Parasites) unter www.esccap.de.

 


Artikel kommentieren

weitere Meldungen

Ratten verarbeiten die Seheindrücke aus den Augen ähnlich wie andere Säugetiere; Bildquelle: MPI f. biologische Kybernetik/Kerr

Analyse der Sehfelder: Ratten besitzen doppelte Weltsicht

Die Nager bewegen ihre Augen in entgegengesetzter Richtung und behalten so immer den Luftraum über sich im Auge
Weiterlesen

Vet-Webinar

Kostenfreies Vet-Webinar: Infektionskrankheiten des Kaninchens

Die wichtigsten speziellen Infektionserkrankungen des Kaninchens (virale Erkrankungen, bakterielle Infektionen, Parasitosen, Mykosen) werden nach Ätiologie und Pathogenese, Klinik und Diagnose und Therapie besprochen
Weiterlesen

Vet-Webinar

Vet-Webinar am 15. Januar: Feline arterial thromboembolism - past, present and future

Die Thromboembolie ist ein echter Notfall und verursacht extreme Schmerzen. Der Experte für Emergency & Critical Care, Alex Lynch von der Tufts University in Massachusetts gibt praktische Tipps
Weiterlesen

Retrogrades Wurzelwachstum beim Degu; Bildquelle: Dr. Gertrude König

Retrogrades Wurzelwachstum beim Degu

Degudame Bibi, 4 Jahre wurde bei DDr. Camil Stoian und Dr. Gertrude König in der Nagerzahnambulanz in Vösendorf vorgestellt
Weiterlesen