European Emesis Council (EEC) gegründet

(22.02.2007) Führende Tierärzte aus ganz Europa haben die Expertenkommission European Emesis Council (EEC) für Haustiere ins Leben gerufen. Sie setzt sich zum Ziel, die medizinische Behandlung des Vomitusí beim Hund zu verbessern.

Dem EEC gehören 12 Tierärzte aus Belgien, Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Spanien und Großbritannien an, die von innerer Medizin bis Onkologie ein breit gefächertes Fachwissen einbringen.

Council-Mitglied Dr. Clive Elwood (Großbritannien) zufolge wurde die Gruppe gegründet, um das Verständnis und die Methodik in diesem jahrelang vernachlässigten Bereich zu verbessern.

"Hunde, die unter Erbrechen leiden, gehören für viele Tierärzte zum Alltag. Dennoch gibt es auf diesem Gebiet keine klaren Richtlinien für die beste und wirksamste Behandlung. Ziel des EEC ist es, hier Abhilfe zu schaffen und allgemeine Richtlinien für eine Standardbehandlung zu entwickeln."

Erik den Hertog (Niederlande) stimmt dem zu: "Es gibt auf diesem Gebiet seit langer Zeit nur wenige Forschungsbemühungen und keinerlei neue Behandlungsmethoden, da das Symptom Erbrechen für Forscher nur von geringem Interesse ist.

Folglich beruhen unsere Therapieansätze auch mehr auf Gewohnheiten als auf der gründlichen Abklärung der Symptome. Mit der Entwicklung neuer Behandlungsmethoden sind klare, auf Untersuchungen basierende Richtlinien für Tierärzte besonders wichtig, die diese nutzen können, um darauf ihre Behandlungen zu stützen."

Eine im Auftrag des EEC durchgeführte Marktforschung hat verdeutlicht, dass die Behandlungsmethoden für Erbrechen beim Hund in den verschiedenen Ländern und sogar zwischen den einzelnen Tierärzten stark voneinander abweichen und selbst in Bezug auf Schlüsselfragen kein Konsens herrscht.

Der Council hat es sich daher zum vorrangigen Ziel gesetzt, verschiedene Richtlinien zu verabschieden und diese den Tierärzten in ganz Europa zukommen zu lassen.

"In einigen Ländern, wie z. B. Deutschland, Großbritannien, Belgien und Spanien, gibt es derzeit keine Antiemetika, die speziell für die Behandlung von Haustieren zugelassen sind.

In vielen Fällen greifen Tierärzte daher auf Antiemetika zurück, die zur Verwendung in der Humanmedizin bestimmt sind", erklärt den Hertog. "Unser Verständnis der verschiedenen Ursachen des Erbrechens hat sich in den vergangenen Jahren verbessert.

Aber in Bezug auf die Umsetzung dieser neuen Erkenntnisse sind wir keinen Schritt weitergekommen. Angesichts neuer Entwicklungen auf dem Gebiet der Pharmakologie ist es an der Zeit, unsere Therapieansätze zu überdenken."

Die EEC-Beratergruppe, die von Pfizer Tiergesundheit (Karlsruhe) unterstützt wird, will die ersten Richtlinien schon im Frühjahr 2007 veröffentlichen.

Weitere Mitglieder des European Emesis Council sind:
Prof. Reto Neiger (Justus-Liebig-Universität, Gießen/Deutschland)
Dr. Patrick Devauchelle (Veterinärschule Maisons-Alfort/Frankreich)
Dr. Valerie Freiche (Veterinärschule Maisons-Alfort/Frankreich)
Dr. Dominique Peeters (Universität Liege/Belgien)
Dr. Xavier Roura (Autonome Universität Barcelona/Spanien)
Prof. Massimo Gualtieri (Universität Mailand/Italien)
Dr. Alex German (Universität Liverpool/GB)
Prof. Edward Hall (Universität Bristol/GB)
Prof. Jonathan Elliott (Königliche Veterinärhochschule Hatfield/GB).

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