Neue Strategien zur Bekämpfung der Klassischen Schweinepest

(09.05.2012) Durch neue Testverfahren mittels PCR und regional begrenzte Notimpfungen wäre es möglich, die Tötung vieler gesunder Tiere bei einem Seuchenausbruch der Klassischen Schweinepest zu verhindern.

Das erläuterte Dr. Martin Beer vom Friedrich-Löffler-Institut auf dem 31. Internationalen Veterinärkongress Ende April in Bad Staffelstein. Mithilfe von PCR-Tests können Erbkrankheiten und Viruserkrankungen erkannt und genetische Fingerabdrücke erstellt oder überprüft werden. 

Bisher verfolgt die EU eine Nichtimpfpolitik, weil früher geimpfte und infizierte Tiere nicht sauber unterschieden werden konnten.

Nach der geltenden Schweinepestvorordnung werden bei einem Seuchenfall auch immer viele gesunde Schweine im Sperrbezirk getötet, um eine Weiterverbreitung der Seuche zu verhindern.

So wurden beim letzten Seuchenzug in Nordrhein-Westfalen bei acht Fällen der Klassischen Schweinepest über 150.000 Schweine getötet und 260.000 Blutproben untersucht.

Mit dem real-time-PCR-Verfahren kann die Diagnose in kurzer Zeit erfolgen. So könnten Tiere "freigetestet" und durch eine Schutzimpfung vor einer Ansteckung geschützt werden.

Dann müssten nur noch die Tiere in positiv getesteten Betrieben gekeult werden. Landwirte, Tierärzte und Verbraucher sind immer weniger bereit, Massentötungen gesunder Tiere im Seuchenfall zu akzeptieren.

Dr. Elisabeth Roesicke, aid.de



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