MRSA in ökologischen Schweinebeständen seltener

(26.01.2012) Infektionen durch La-MRSA (Methicilin resistente Staphylococcus aureus) wurden in den vergangenen Jahren immer häufiger in Schweinebeständen nachgewiesen, auch wenn keine Krankheitssymptome zu erkennen sind.

Um den Status der MRSA-Verbreitung in Schweine haltenden Betrieben zu prüfen, hat das Bundeslandwirtschaftsministerium im Rahmen des Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) eine Studie auf 42 ökologischen und 88 konventionellen Betrieben durchführen lassen.

Als Nachweis für die Erreger machten die Forscher Nasenabstriche bei einzelnen Tieren und entnahmen zusätzlich Staubproben aus den Ställen. Die Auswertung ergab, dass La-MRSA-Stämme in konventionellen Betrieben deutlich stärker verbreitet sind.

92 Prozent aller untersuchten Nasenabstriche waren hier La-MRSA-positiv, während in den ökologischen Beständen nur jedes vierte Tier diesen Bakterienstamm aufwies. 

Die Ergebnisse der Staubproben bestätigten dieses Verhältnis. Die Forscher vermuten, dass die Verbreitung von La-MRSA vor allem durch den Zukauf von Ferkeln und Jungsauen aus der konventionellen Haltung begünstigt wird. Die in den meisten Biobetrieben vorherrschende Haltung im geschlossenen System scheint eine eindämmende Wirkung zu haben.

Auch die im Vergleich zu Biobetrieben großen Bestände und hohen Belegdichten im konventionellen Bereich scheinen die Ausbreitung der Erreger zu begünstigen. Um einer Verbreitung vorzubeugen, empfehlen die Wissenschaftler allen Schweinehaltern, auf eine optimale Stallhygiene zu achten und beim Zukauf von Tieren regelmäßig den MRSA-Status per Nasenabstrich prüfen zu lassen.

Jürgen Beckhoff, aid.de



Artikel kommentieren

Weitere Meldungen

Bericht zum Zoonosen-Monitoring 2015

Schweinefleisch ist nach wie vor eine bedeutende Infektionsquelle des Menschen mit Salmonellen

Die Ergebnisse des repräsentativen Zoonosen-Monitorings 2015 zeigen, dass Schweine zum Teil Träger von Salmonellen sind
Weiterlesen

Dr. Ricarda Schmithausen überprüft durch die Entnahme mikrobieller Proben, ob die Desinfektions-Maßnahmen Erfolg hatten; Bildquelle: Ricarda Schmithausen/Uni Bonn

Erfolg beim Kampf gegen multiresistente Keime im Stall

Multiresistente Bakterien sind nicht nur im Krankenhaus ein großes Problem, sondern auch in der Tierhaltung. Eine Studie der Universität Bonn beschreibt, wie es einem Landwirt gelungen ist, seinen Schweinebetrieb komplett von diesen Erregern zu befreien
Weiterlesen

Thünen-Institut

Je größer der Stall, desto kränker die Tiere?

Einfluss der Größe eines Tierbestands auf die Tiergesundheit untersucht – Uneinheitliche Ergebnisse betonen Problematik pauschaler Aussagen
Weiterlesen

Milchvieh

Studie zu MRSA in Milchviehbeständen

Schweine, Geflügel, aber auch Mastkälber sind natürliche Träger von Staphylococcus aureus. Diese Bakterien kommen auf der Haut und Schleimhaut von Tier und Mensch vor, führen aber in der Regel nicht zu Erkrankungen
Weiterlesen

Privatdozent Dr. Markus Bischoff (rechts) zusammen mit seinem Mitarbeiter, dem Diplombiologen Philipp Jung, am Rasterkraft-Mikroskop; Bildquelle: Universitätsklinikum des Saarlandes

Kampf gegen Keime aus dem Schweinestall

Das Bakterium Staphylococcus aureus ist einer der wichtigsten Erreger von Infektionen, der beim Menschen eine Vielzahl von Erkrankungen mit zum Teil lebensbedrohlichen Komplikationen auslösen kann
Weiterlesen

EFSA

Übertragung von MRSA durch Schweinefleisch unwahrscheinlich

BfR und EFSA bewerten Risiken durch Methicillin-resistente Staphylococcus aureus bei Nutztieren
Weiterlesen