Weidetiere im Weinbau

(25.07.2019) Winzerinnen und Winzer am Kaiserstuhl erhalten tierische Unterstützung: 35 Schafe werden künftig als Teil eines Forschungsprojekts auf Rebflächen nahe Freiburg weiden.

Das Projekt „Win-Win-im-Weinberg (W³) – Innovatives, ökologisches und ökonomisches Weinbergmanagement mit extensiver Schafbeweidung“ erforscht, inwieweit sich Weidetiere als weinbauliche und naturschutzfachliche Hilfe eignen.

In dem Projekt kooperieren die Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg, die Fakultät für Umwelt und Natürliche Ressourcen und die Abteilung Geobotanik der Universität Freiburg sowie das Staatliche Weinbauinstitut Freiburg.


Schafe im Weingarten

Auf Grundlage der Forschungsergebnisse werden die Projektpartner künftig anwendungsbezogenes Wissen an Winzer vermitteln.

Am Donnerstag, 25. Juli 2019, haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der beteiligten Forschungseinrichtungen Dr. Andre Baumann, Staatssekretär des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, erste Versuchsparzellen unter anderem mit Ouessant-Schafen auf Flächen der Resistenz- und Klonenzüchtung des Staatlichen Weinbauinstituts in Freiburg vorgestellt.

Für den Weinbau stellt unter anderem die Begleitvegetation eine ständige Herausforderung dar – sie konkurriert mit den Reben um Wasser und Nährstoffe. Die Winzer müssen die Pflanzen daher mehrmals im Jahr maschinell oder chemisch zurückdrängen.

Für die meisten Insekten ist eine solche Umgebung kein geeigneter Lebensraum. Für die Winzer ist außerdem das Entfernen unerwünschter Triebe in Bodennähe und die händische oder maschinelle Entblätterung der Reben eine aufwändige Arbeit, die durch den üblichen Anbau in Hanglagen zusätzlich erschwert wird.

Die Beweidung mit Schafen könnte hier Abhilfe schaffen: Sie führen unter anderem zu einer Aufwertung des Lebensraums, fördern ein gutes Bodenleben und helfen, den Wuchs anderer Pflanzen zu kontrollieren. Bisher gibt es jedoch keine angewandte Forschung zum Einsatz der Tiere, und den Winzern fehlen deshalb konkrete Handlungsempfehlungen.

Die Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg fördert das Forschungsvorhaben aus Erträgen der Glücksspirale über vier Jahre mit rund 380.000 Euro. Weitere Fördermittel in Höhe von 21.000 Euro kommen von der „Musella-Stiftung“ in Freiburg und der „Heidehof Stiftung GmbH“ in Stuttgart zum Bau der Weideinfrastruktur.



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