Das richtige Licht im Kuhstall

(06.10.2017) Zwei Forschungsprojekte der FH Bielefeld wollen durch innovative und intelligente LED-Leuchten die Umwelt schonen, das Tierwohl steigern und die Wirtschaftlichkeit der Landwirtschaft verbessern.

Über drei Winter testete Daniel Werner von der Fachhochschule (FH) Bielefeld in einem Kuhstall bei Soest unterschiedliches Lichtspektrum, also ob gelbes oder weißes Licht, unterschiedliche Lichtmengen und unterschiedliche Lichtdauer und protokollierte die Auswirkung auf die Kühe.


Daniel Werner (v.l.), Christian Eßelmann, Prof. Dr. Hildegard Manz-Schumacher und Prof. Dr. Eva Schwenzfeier-Hellkamp der FH Bielefeld arbeiten an der Marktreife einer innovativen Kuhstallbeleuchtung.

Das Ergebnis ist eine Demoversion für eine LED-Leuchte, die auf die Bedürfnisse der Tiere und der Landwirte abgestimmt ist.

„Wir wollten LED-Leuchten entwickeln, die Ressourcen schonen, die Wirtschaftlichkeit verbessern und gleichzeitig das Tierwohl steigern“, so die projektverantwortliche Professorin Dr. Eva Schwenzfeier-Hellkamp vom Forschungsschwerpunkt ITES der FH Bielefeld.

Herausgekommen ist ein Prototyp, der nun in einem Anschlussprojekt zur Marktreife gebracht werden soll. „Ich werde analysieren, was die Kunden genau erwarten.

Denn es ist ein innovatives Produkt für einen recht konservativen Markt“, erklärt BWL-Professorin Dr. Hildegard Manz-Schumacher, die für die Marktreife zum Projektteam hinzugestoßen ist. Gefördert wird das nun gestartete Projekt I_LED_Milchvieh_II durch die Deutsche Innovationspartnerschaft Agrar mit rund 320.000 Euro.


Durch das richtige Licht ruhen die Kühe länger und suchen häufiger den Melkroboter auf. Das fördert die Tiergesundheit.

Im ersten Projekt zeigte sich, dass die Kühe durch das für sie angenehmere Licht länger ruhten und häufiger den Melkroboter aufsuchten.

„Beides sind Zeichen eines höheren Wohlbefindens der Tiere und beeinflussen ihre Gesundheit positiv“, erklärt Werner. Denn durch das häufigere Melken würden sich die Euter weniger entzünden.

„Zudem wiesen die im Projekt einbezogenen Landwirte auf die verbesserten Arbeitsbedingungen mit den neuen LED-Leuchten hin“, sagt Werner.

Neben der Vereinfachung der täglichen Stallarbeit, beispielsweise durch Unterstützung einer optimalen Tierkontrolle, sei eine bestmögliche Beleuchtung gewährleistet und Arbeitsunfälle könnten vermieden werden, so Werner.

Zudem würde durch die LED-Technologie in der Nutztierhaltung Energie eingespart und auf umweltschädliche Stoffe, wie beispielsweise Quecksilber, verzichtet.

„Die Entsorgung der Leuchten ist damit am Ende unkomplizierter als bei den aktuell eingesetzten Leuchtstofflampen. Darüber hinaus soll durch eine intelligente Beleuchtungsregelung die benötigte Energie weiter verringert werden“, erklärt Schwenzfeier-Hellkamp.

In einem weiteren Projekt wollen die Wissenschaftler der FH Bielefeld ihr bisheriges Wissen in den kommenden drei Jahren auch bei der Entwicklung einer LED-Leuchte für Schweineställe und Melkstände nutzen.

„Durch die niedrigere Deckenhöhe werden die Lampen durch Schadgase – Ammoniak im Schweinestall, Reinigungsmittel im Melkstand – stärker angegriffen und fallen häufiger aus“, so Daniel Werner.

Gemeinsam mit der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft, dem deutschen Industrieunternehmen Schuch, dem Landwirtschaftszentrum Haus Düsse sowie der Universität Erlangen-Nürnberg, wurde hierfür eine Förderung in Höhe von 490.000 Euro durch die Landwirtschaftliche Rentenbank eingeworben.




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