Fruchtbarkeitsprobleme zählen zum wichtigsten BVD-Symptom

(11.02.2014) BVD führt häufig zu Fruchtbarkeitsproblemen unterschiedlicher Art. Schlechte Fruchtbarkeit zeigt sich schnell als finanzieller Verlust, weil die Herdenperformance leidet.

Eine von der GfK Animal & Crop Health im Jahr 2013 bei 684 Tierärzten und 495 Rinderhaltern (Mäster und Aufzüchter) aus ganz Europa durchgeführte Umfrage – bisher die größte dieser Art – ergab, dass die Befragten fünf Auswirkungen der BVD auf die Fruchtbarkeit sehen.

Sie nannten in absteigender Wichtigkeit klinische Anzeichen wie Abort, Unfruchtbarkeit oder Missbildungen.


Den BVD-Status der eigenen Herde zu kennen ist der Anfang zur BVD-Bekämpfung

Obwohl es regionale Unterschiede gab, zeigte sich ein einheitliches Gesamtbild. BVD kann oft unbemerkt in einer Herde ihr Unwesen treiben. Die Tiere sind scheinbar gesund, die Krankheitssymptome jedoch nur schwer zu erkennen.

Zusätzlich zu Fruchtbarkeitsproblemen kann die durch das Virus verursachte Immunsuppression ein Türöffner sein für Atemwegserkrankungen und eine schlechte Allgemeingesundheit. 

Nur wenige BVD-Impfungen

Die gleiche Umfrage ergab, dass die meisten Tierärzte (90 %) für eine BVD-Impfung der Rinder plädieren, allerdings wird dies in der Praxis der Betriebe nur spärlich umgesetzt, wie die Zahlen zur Impfabdeckung aus der Umfrage belegen:

  • Deutschland und Niederlande: 16 %
  • Frankreich: 29 %
  • Italien: 51 %
  • Spanien: 70 %
  • Irland: 73 %
  • UK: 81 %

Die teils niedrigen Impfraten und die dennoch große Sorge um BVD lassen sich laut Umfrageergebnis damit erklären, dass die Rinderhalter bisher kein BVD in ihrer Herde oder näheren Umgebung erlebt haben.

BVD-Herdenstatus ermitteln, Verluste reduzieren

Wenn Rinderhalter, die zuvor nicht impften, plötzlich doch damit begannen, dann war es abgesehen vom Start eines Eradikationsprogrammes meistens deshalb, weil der BVD-Test positiv verlief und sie bemerkten, dass sie BVD in der Herde hatten.

Dieses Verhalten belegt, dass der Start in ein Impfprogramm häufig nicht einfach so passiert, sondern bedingt ist durch äußere Umstände. Will man also mehr BVD-Impfungen erreichen wie z.B. Deutschland im Rahmen der BVD-Bekämpfungsstrategie, sollte zu allererst der BVD-Status der Herden ermittelt werden – die Impfbereitschaft steigt dann laut Studienergebnis von alleine.

Viele Länder motivieren ihre Rinderhalter deshalb, den BVD-Status ihrer Herde über Tankmilchproben, Blut oder Ohrstanzproben zu ermitteln. Die Tierhalter bevorzugen hierbei laut Studie die Ohrstanz- oder Blutprobenmethode, um den BVD-Status zu ermitteln. 

Eins ist auf jeden Fall klar, egal welche Methode zum Tragen kommt: Wer weiß, wie es um seine Herde bestellt ist, hat den ersten Schritt getan, um BVD-Verluste in der Zukunft zu vermeiden.

Dr. Heike Engels




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