Neue Spinnengattung: vier neue Riesenkrabbenspinnen-Arten

(15.09.2015) Spinnenforscher Dr. Peter Jäger vom Senckenberg Forschungsinstitut in Frankfurt hat eine neue Gattung aus der Familie der Riesenkrabbenspinnen entdeckt. Insgesamt konnte er innerhalb der Gattung vier neue Arten dieser in Südafrika und Namibia lebenden Spinnen beschreiben.

Neben speziellen Borsten an den Fußspitzen, die vermutlich gegen das Einsinken im Sand helfen, fallen die Achtbeiner durch ein interessantes Paarungsverhalten auf. Die Studie ist kürzlich im Fachjournal „African Invertebrates“ erschienen.


Die Spinne bleibt wohl dank spezieller Borstenbüschel an der Sandoberfläche
Eine lebende Riesenkrabbenspinne in der südafrikanischen Wüste zu entdecken ist schwierig, die Spinne detailliert zu untersuchen beinah unmöglich: Die Achtbeiner sind schnell, nachtaktiv und leben in unauffälligen Röhren im Sand.

„Zum Glück gibt es unsere Sammlungen, auf die wir zurückgreifen können“, meint Dr. Peter Jäger, Arachnologe am Senckenberg Forschungsinstitut in Frankfurt. Dort hat Jäger nun eine neue Gattung sowie vier zugehörige Arten der Riesenkrabbenspinnen (Sparassidae) ausfindig gemacht: „Die Tiere wurden im Jahr 2004 von meinem damaligen Doktoranden Dirk Kunz gesammelt und nun von mir neu als May bruno wissenschaftlich beschrieben.“

Der Name der Art wurde im Biopatenschaften-Programm (www.biopat.de) vergeben, eine Tochter ehrte damit ihren Vater. Molekulargenetische Untersuchungen bestätigten die Zugehörigkeit zu einer neuen Gattung.

Auffällig an den neu entdeckten Wüstentieren mit Beinspannweiten von 8 bis 10 Zentimetern sind die Fußspitzen. An diesen finden sich einzigartige Borstenbüschel, die an ihren Enden gefiedert sind.

„Diese verhindern wohl ein Einsinken und helfen den Tieren an der Sandoberfläche zu bleiben“, vermutet der Frankfurter Spinnenforscher. Dass die Riesenkrabbenspinnen erfinderisch bei ihrer Fortbewegung auf dem heißen Wüstensand sind, weiß Jäger spätestens seit der Entdeckung einer Flik-Flak-schlagenden Spinne dieser Familie.

Und eine weitere Besonderheit entdeckte Jäger an den Spinnen: Alle vier untersuchten weiblichen Tiere hatten paarweise Bissspuren an ihren Vorderkörpern. „Gut möglich, dass die Verletzungen bei der Paarung entstanden“, erklärt Jäger und ergänzt: „An den männlichen Tieren haben wir keine dieser Spuren entdecken können.“

Über den Sinn eines solchen Verhaltens will Jäger nicht spekulieren und hofft auf Kollegen, die die Paarung vor Ort beobachten.



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