Geckos haften besser an feuchten Oberflächen

(14.11.2005) Die Haftkraft der Nanohärchen eines Gecko-Fußes wird durch Feuchtigkeit verstärkt: dies haben jetzt Forscherinnen und Forscher der Universität des Saarlandes, des Max-Planck-Instituts für Metallforschung in Stuttgart, der Universität Erlangen-Nürnberg und der ETH Zürich in einer interdisziplinären Studie gezeigt.

Der Gecko ist das schwerste Lebewesen, das an der Decke laufen kann. Ermöglicht wird diese enorme Kletterfähigkeit durch die auf nahezu alle Arten von Oberflächen perfekt abgestimmten Eigenschaften der Gecko-Fußsohle. Sie besteht aus rund einer Milliarde von Nanohärchen pro Fuß.


Nanostrukturen auf der Fußsohle eines Geckos: Dank ungefähr einer Milliarde hierarchisch organisierter Nanohärchen an seiner Fuߟsohle kann der Gecko - im Unterschied zum Menschen - auch an Wänden und Decken spazieren gehen

Eine faszinierende Kombination von Materialeigenschaften und hierarchischer Anordnung der Nanohärchen sorgt dafür, dass sich der Gecko sowohl auf glatten wie auf rauen Oberflächen sicher bewegen kann.

Die Forscherinnen und Forscher konnten jetzt zeigen, dass die Haftkraft von einem filigranen Zusammenspiel unterschiedlicher Kräfte bestimmt wird und dass schließlich molekulare Wasserschichten, die durch die Luftfeuchte der Umgebung überall vorhanden sind, die "Klebefähigkeit" des Geckos entscheidend beeinflussen. Diese Erkenntnis wird zum Beispiel für die erfolgreiche Entwicklung neuartiger Klebebänder von großer Bedeutung sein.

Physiker, Biologen und Materialwissenschaftler von der Universität des Saarlandes, dem Max-Planck-Institut für Metallforschung in Stuttgart, der Universität Erlangen-Nürnberg und der ETH Zürich haben ihr Fachwissen eingebracht, um der Ursache der enormen Haftkraft auf die Spur zu kommen. Auf welchen Oberflächen der Gecko am stärksten haften kann, war bis dato Gegenstand lebhafter Diskussionen.

Die Studie, die in der jüngsten Ausgabe der Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS, November 8, 2005, vol. 102, no. 45, 16293-16296) erschienen ist, kann eine lange klaffende Wissenslücke schließen.

Artikel kommentieren

weitere Meldungen

Jacobs University

Warum Geckos an Wänden haften können

Sie ermöglichst es Geckos, an Wänden und Decken zu haften, beim Aufbau von Membranen in Zellen ist sie genauso beteiligt wie beim Andocken von Arzneistoffen an Enzyme im menschlichen Körper. Die Dispersion
Weiterlesen

Der Tokeh kann seine Rufe an sich ändernde Umweltbedingungen anpassen kann, wie man es von den komplexen Kommunikationssystemen von Vögeln und Säugetieren kennt; Bildquelle: Henrik Brumm/Max-Planck-Institut für Ornithologie

Geckos kommunizieren überraschend flexibel

Zum ersten Mal wurde bei einem Reptil gezeigt, dass es seine Rufe an sich ändernde Umweltbedingungen anpassen kann, wie man es von den komplexen Kommunikationssystemen von Vögeln und Säugetieren kennt
Weiterlesen

Der neue Fischschuppengecko (Geckolepis megalepis) hat die größten Körperschuppen von allen Gecko-Arten. Das nachtaktive Reptil wurde in einer Kalksteinformation im Norden Madagaskars entdeckt; Bildquelle: F. Glaw - SNSB-ZSM

Bizarre Feindabwehr: Fischschuppengeckos  schlüpfen aus dem Schuppenkleid

Viele Echsen können bei Gefahr ihren Schwanz abwerfen, doch die madagassischen Fischschuppengeckos haben noch eine zusätzliche Überlebensstrategie entwickelt
Weiterlesen

Eine der neuen Arten: Hemidactylus kyaboboensis – aus dem Kyabobo National Park in Ghana; Bildquelle: Adam Leaché

Vier neue Geckoarten – ein Wissenschaftsstreit entlarvt vier neue Arten

Dr. Philipp Wagner, ehrenamtlicher Mitarbeiter der herpetologischen Sektion an der Stiftung Zoologisches Forschungsmuseum Alexander Koenig – Leibniz-Institut für Biodiversität der Tiere (Museum Koenig) in Bonn, stellte mit Fachkollegen aus Amerika fest, dass in der bisher nur als einzige bekannte Geckoart Hemidactylus fasciatus mindestens fünf Spezies verborgen waren
Weiterlesen

Weibchen (links) und Männchen des nur acht Zentimeter kleinen Türkiszwerggeckos (Lygodactylus williamsi); Bildquelle: H. Schneider, Bonn

Türkiszwerggeckos durch den Tierhandel stark bedroht

Die kräftige Färbung der Türkiszwerggeckos könnte ihr Verhängnis werden. Aufgrund ihrer faszinierenden Schönheit besteht ein reger Handel für die Heimtierhaltung
Weiterlesen

Nanostrukturen auf der Fußsohle eines Geckos; Bildquelle: Max-Planck-Instituts für Metallforschung

Vom Geckofuß zum Superkleber

Beim Gecko sind es mikroskopisch feine Härchen, die die Tiere dazu befähigen, solche Haltekräfte zu entwickeln. Die nachgebaute Variante weist sogar eine zehnfach größere Haltekraft auf
Weiterlesen