Island verbessert Maßnahmen zur Lebensmittelsicherheit

(28.06.2014) Wer am globalen Handel mit Lebensmitteln teilnimmt, muss dafür sorgen, dass diese sicher sind und dass seine Behörden für Lebensmittelsicherheit nach internationalem Standard arbeiten können.

Einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Lebensmittelsicherheit in Island hat in den zurückliegenden Jahren eine deutsch-isländische Behördenpartnerschaft geleistet. Beteiligt waren auf deutscher Seite das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und das niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES).


Deutsche und isländische Teilnehmer der "Conference on Nordic Bioeconomy and Arctic Bioeconomy"
Zuletzt wurde seit Januar 2014 intensiv mit dem isländischen Amt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärmedizin  (MAST) sowie dem isländischen Institut für Lebensmittel- und Biotechnologie (Matis) zusammengearbeitet. Finanziell gefördert wurde das Projekt vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL).

Koordiniert wurden die Arbeiten durch einen Langzeitexperten vor Ort. Die isländische Regierung stellte die Mittel bereit, um Matis mit den entsprechenden Laborkapazitäten auszurüsten.

„Unser Ziel war es, sowohl institutionell als auch auf Seiten der Laborkapazitäten dafür zu sorgen, dass Island den Anforderungen an die Lebensmittelsicherheit in einem zunehmend globalisierten Lebensmittelmarkt gewachsen ist“, sagten die Präsidenten von BfR , Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, und LAVES, Professor Dr. Eberhard Haunhorst, auf der abschließenden Projektveranstaltung am 26. Juni 2014.

„Das Kooperationsprojekt hat wesentlich zur Erweiterung der Laborkapazitäten in Island beigetragen, wir sind in der Lage, die europäischen Standards einzuhalten, der weltweite Handel mit isländischen Lebensmitteln wird erleichtert,“ betonte Dr. Sveinn Margeirsson, Chief Executive Officer des isländischen Matis.

„Durch die enge Zusammenarbeit der isländischen Institutionen mit den deutschen Partnern , haben wir im technischen, gesetzlichen und institutionellen Bereich der Lebensmittelüberwachung unsere Kenntnisse erweitert, um den Verbraucherschutz sicherzustellen,“ ergänzte der Direktor des Amtes für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz von MAST, Sigurdur Örn Hannsson.

Schwerpunkte des gemeinsamen Projektes waren die Analytik von Pestizidrückständen, von Lebensmittelkontaminanten wie polychlorierte Biphenyle (PCB) sowie der Nachweis von gentechnisch veränderten Organismen in Lebensmitteln und Futtermitteln. Ein weiterer wichtiger Aspekt war die Etablierung moderner Untersuchungsverfahren zum Nachweis mariner Biotoxine in Muscheln und Krustentieren.

Vor diesem Hintergrund wurden bei Matis neue Hochleistungsgeräte für die chemische Analytik installiert und qualitätsgesicherte Analyseverfahren etabliert, die dem EU-Standard entsprechen. Zugleich wurden die Mitarbeiter der Laboratorien im Umgang mit der neuen Technik und in den Methoden geschult; Experten aus den deutschen Partnerinstitutionen unterstützten dieses umfassende Training.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Weiterentwicklung von Verfahren der Lebensmittelüberwachung in Zusammenarbeit mit dem isländischen Amt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärmedizin (MAST). Dabei standen unter anderem die Etablierung von geeigneten Dokumentationsverfahren und von Methoden der Bewertung gesundheitlicher Risiken sowohl für die zentralen Überwachungsbehörden des MAST als auch für die zehn unabhängigen lokalen Behörden im Fokus.

Letztere sind für die Lebensmittelkontrollen auf der Ebene des Handels zuständig. Zum Austauschprogramm gehörten auch Hospitationen und Schulungen isländischer Fachleute aus der Überwachung in Deutschland. Diesen Teil übernahm das niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.

Verfolgt wurde dabei ein praktischer Ansatz, in dem die Isländischen Gastwissenschaftler im Feld zusammen mit den deutschen Fachleuten vor Ort tätig wurden.



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