Tropical Animal Diseases and Veterinary Public Health: Joining Forces to Meet Future Global Challenges

(28.08.2016) Tiermedizin in Zeiten weltweiter Krisen: Bisher größte internationale Tagung der Tropenveterinärmedizin in Berlin

Vom 4. bis 8. September kommen Wissenschaftler aus mehr als 55 Ländern zu einer von der Freien Universität Berlin organisierten Fachtagung zusammen

Ob Schweinepest oder Blauzungenkrankheit: Weder Tierseuchen noch die Überträger von Erregern - wie Insekten oder Zecken - machen halt vor Ländergrenzen.


Die tropische Buntzecke Ambylomma variegatum
In Anbetracht grenzüberschreitender Probleme kommen Anfang September mehr als 250 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Tropenveterinärmedizin und der Internationalen Tiergesundheit in Berlin zusammen, um gemeinsam neue Konzepte für Lehre und Forschung zu entwickeln.

Die Tagung beschäftigt sich unter anderem mit folgenden Fragen: Was kann die Veterinärmedizin gegen die zunehmend beobachteten Antibiotika-Resistenzen von Tier und Mensch tun? Wie lässt sich die Ausbreitung von Infektionen durch Insekten und Zecken eindämmen? Welche Rolle spielt der Klimawandel bei der Ausbreitung von Tierseuchen? Wie lassen sich Erkrankungen durch infizierte tierische Lebensmittel verhindern?

Die Konferenz Tropical Animal Diseases and Veterinary Public Health: Joining Forces to Meet Future Global Challenges (Tropische Tierkrankheiten und öffentliches Veterinärwesen: Mit vereinten Kräften globalen Herausforderungen begegnen) wird organisiert vom Institut für Parasitologie und Tropenveterinärmedizin der Freien Universität Berlin sowie dem Centre for Veterinary Public Health am Fachbereich Veterinärmedizin der Freien Universität Berlin, das durch die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen als FAO-Referenzzentrum anerkannt ist.

Mitveranstalter sind das Friedrich-Loeffler-Institut / Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, das Bundesinstitut für Risikobewertung, die Lebenswissenschaftliche Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin, Tierärzte ohne Grenzen e.V. und die Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft. Veranstaltungsort ist die Humboldt-Universität zu Berlin. Die Konferenzsprache ist Englisch.

Die Konferenz steht erstmals unter der gemeinsamen Schirmherrschaft der Association of Institutions for Tropical Veterinary Medicine (AITVM) und der Society for Tropical Veterinary Medicine (STVM). Sie ist die bisher größte ihrer Art.

In Podiumsdiskussionen, wissenschaftlichen Vorträgen, Poster-Präsentationen und Exkursionen zu wissenschaftlichen Einrichtungen in der Region, wie dem Potsdam Institute for Climate Impact Research (PIK) und dem Leibniz Centre for Agricultural Landscape Research (ZALF) in Müncheberg, suchen die Wissenschaftler nach gemeinsamen Lösungsansätzen für drängende Probleme der internationalen Tiermedizin.

Die Teilnehmer und Referenten der Tagung kommen unter anderem aus Ägypten, dem Sudan oder Thailand.

Ausbreitung von Tierseuchen

Das Risiko der weltweiten Ausbreitung von Tierseuchen ist unter anderem durch den internationalen Handel mit Tieren und tierischen Produkten gestiegen. Der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche 2001 in England, Ausbrüche der klassischen Schweinepest in Mitteleuropa oder der Vogelgrippe haben gezeigt, dass Seuchen nicht vor Ländergrenzen haltmachen.

Die zunehmende Verbreitung von Insekten sowie der von ihnen übertragenen Krankheitserreger werten Wissenschaftler auch als Folge der Globalisierung und Zeichen einer fortschreitenden Klimaerwärmung.

So kam es erstmals vor 10 Jahren in Mitteleuropa zum Ausbruch der Blauzungenkrankheit und 2011 zur Infektion mit dem Schmallenberg-Virus bei Rindern und kleinen Wiederkäuern, die durch hier heimische Gnitzen (kleine Stechmücken) übertragen werden.

Wirkstoffresistenzen, Medikamenten- Antibiotikaresistenz

Forscher stellen weltweit fest, dass bei mehr und mehr Tieren Mittel wie Antibiotika, Insektizide oder Medikamente gegen Wurmbefall wirkungslos bleiben. Erhöhte Wirkstoffresistenzen erfordern auch bei der Bekämpfung von Zecken und Insekten alternative Lösungsansätze.

Viele Vorträge der Tagung beschäftigen sich mit der Entwicklung von Impfstoffen gegen Zecken, aber auch mit der Entwicklung von Impfstoffen, die eine simultane Wirkung gegenüber Zecken und den von ihnen übertragenen Erregern entfalten.

Erkrankungen durch infizierte Lebensmittel

Der weltweit zunehmende Handel mit tierischen Produkten erhöht die Gefahr der Verbreitung von Erkrankungen durch infizierte Lebensmittel und Lebensmittelvergiftungen über Grenzen hinweg.



Weitere Meldungen

ESCCAP

ESCCAP-Expertenrat von Frau Professor Dr. Joachim: Toxoplasmose: Gesundheitsrisiko für Tier und Mensch

Als Toxoplasmose bezeichnet man zusammenfassend verschiedene Erkrankungen, die durch den einzelligen Parasiten Toxoplasma gondii hervorgerufen werden können
Weiterlesen

ESCCAP

ESCCAP-Servicematerial: Neue deutsche Empfehlung zu Parasiten und Pilzinfektionen bei kleinen Heimtieren

Welche Parasiten und Pilzinfektionen kommen bei Goldhamstern, Kaninchen, Ratten, Meerschweinchen und Co. am häufigsten vor? Und wie lassen sie sich diagnostizieren und am effektivsten behandeln?
Weiterlesen

Kostenloser Diagnostik-Workshop zur Bestimmung von Katzenparasiten

Kostenloser Diagnostik-Workshop zur Bestimmung von Katzenparasiten

Seltene Parasiten wie Tritrichomonas foetus bis hin zu Klassikern wie Toxocara cati diagnostisch bestimmen - Online-Workshop am Samstag, 26. Juni 2021
Weiterlesen

Braune Hundezecken bevorzugen gut durchblutete Körperbereiche des Hundes mit dünner Haut, wie beispielsweise Ohren, Leisten, Achselhöhlen, den Rücken oder die Zehenzwischenräume; Bildquelle: Katrin Fachet/Universität Hohenheim

Braune Hundezecke gesucht: Uni Hohenheim bittet Hundehalter erneut um Mithilfe

Die eigentlich in Nordafrika heimische Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) scheint sich auch in Deutschland wohl zu fühlen – vor allem in Wohnungen mit Hunden, wo sie schnell zur Plage werden kann
Weiterlesen

ESCCAP

ESCCAP informiert: Pelzmilben beim Kaninchen – auch Menschen können sich anstecken

Kaninchen in Innen- und Außenhaltung kommen häufig mit Parasiten in Berührung. So auch mit der Pelzmilbe (Cheyletiella parasitivorax). Einmal infiziert, läuft die Infektion zunächst oft symptomlos ab
Weiterlesen

Diagnostik-Workshop zur Bestimmung von Katzenparasiten

Webinar: The One Health approach for cats and humans

Wissenswertes und Relevantes über zoonotische Risiken - Mittwoch, 2. Juni 2021, 20.00 – 22.00 Uhr
Weiterlesen

Humboldt-Universität zu Berlin

Parasitische Würmer: Ihr Leben ist weniger riskant als bisher vermutet

Forscher der Humboldt-Universität zu Berlin fanden heraus, dass sich die Infektionswahrscheinlichkeit eines Wurmes im Laufe seines Lebens verbessert
Weiterlesen


Wissenschaft


Universitäten


Neuerscheinungen

02.07.