Gentests zum Nachweis der Haarlänge und –struktur beim Hund

(14.08.2012) Das Hundefell hat bei verschiedenen Rassen eine unterschiedliche Beschaffenheit. Es kommen diverse Strukturen, wie rauh, glatt, lang oder kurz in unterschiedlichsten Farben vor. Für viele Hundeliebhaber ist das Aussehen des Fells ein wichtiges äußeres Merkmal für die Entscheidung zum Kauf eines Hundes.

Vielen Hunderassen verleiht gerade die Haarlänge ihr charakteristisches Aussehen. Für die meisten der registrierten Hunderassen erlaubt der Zuchtstandard nur eine Haarlänge, d.h. die Haarlänge gilt als zuchtausschlie- ßendes Merkmal.


Haarlänge (Kurzhaar/Langhaar)

Bei manchen Hunderassen (z.B. Welsh Corgi, Deutscher Schäferhund, Collie, Border Collie und Dackel) wurde nachgewiesen, dass nur ein Gen (FGF5) die Ausprägung der Haarlänge steuert.

Die Anlage für Kurzhaar (L) wird dominant über das Langhaar (l) vererbt. Ein Hund mit je einer Kopie des Kurzhaar- und Langhaar-Gens hat ein kurzes Fell.

Erst wenn ein Hund beide Anlagen für langhaarig (ll) trägt, kommt Langhaarigkeit zum Vorschein. Es ist demnach möglich, dass ein Hund das Gen für Langhaarigkeit in sich trägt, ohne dass man es äußerlich erkennen kann.

Der Hund selbst ist kurzhaarig, kann aber das Langhaar-Gen zu 50 % an seine Nachkommen weitervererben. Verpaart man zwei Langhaar-Anlageträger miteinander, so können 25 % der Nachkommen langhaarig werden.

Mittels DNA-Test kann man Anlageträger (Ll) sicher von reinerbig kurzhaarigen (LL) Tieren unterscheiden.

ACHTUNG: Laboklin hat die Nomenklatur des Gens für die Haarlänge auf den internationalen Standard umgestellt!

Furnishing (Rauhhaar) - Improper Coat

Bei einigen Hunderassen ist - unabhängig von der Länge des Deckhaars - das Gen RSPO2 maßgebend für die Variante „Rauhhaar“. Bei diesen Hunden mit der Genvariante Furnishing sind die Haare an Bart und Augenbrauen deutlich länger als das übrige Deckhaar.

Das Furnishing-Allel wird dominant über das „unfurnished“ (=“satin“)-Allel vererbt, d.h. ein rauhhariger Hund kann Träger von satin sein.

Bei der Verpaarung zweier solcher Trägertiere können dann  Welpen ohne furnishing fallen. Diese Fellvariante wird beim Portugiesischen Wasserhund auch „Improper Coat“ genannt.

Curly

Ein drittes Gen für die Ausprägung der Fellstruktur ist das Gen KRT71, welches für die Phänotypen „curly“ bzw. „non-curly“ verantwortlich ist.

Es wird unabhängig von den anderen beiden Genen für die Haarlänge vererbt, kommt aber nur bei langem Deckhaar zur Ausprägung.

Wenn das Curly-Gen homo- oder heterozygot vorliegt, ist das Deckhaar gewellt bis gelockt (dominanter Erbgang), die rezessive Variante „non-curly“ verursacht einen glatthaarigen Phänotyp.
Material

Für den DNA-Test wird 1 ml EDTA-Blut benötigt. Alternativ ist auch die Einsendung eines Backenabstriches möglich. Die dafür benötigten Abstrichtupfer stellen wir Ihnen gerne kostenlos zur Verfügung.

Bestellung

In seltenen Fällen kann das genetische Material am Abstrichtupfer zur Durchführung des Gentests nicht ausreichen. In diesem Falle wäre die Neueinsendung von EDTA-Blut ratsam.

Durchführung

Bitte senden Sie uns die Probe zusammen mit dem entsprechenden Untersuchungsantrag. Die Befundübermittlung erfolgt wahlweise per Post, Fax oder Email. Nach Abschluss der Untersuchung erhalten Sie eine Rechnung.

Zuchtverbandsrabatte können nur gegen Vorlage einer Kopie der Mitgliedsbescheinigung bei jeder Einsendung gewährt werden. Eine nachträgliche Rabattierung ist aus verwaltungstechnischen Gründen nicht möglich.

Testdauer: 1-2 Wochen nach Erhalt der Probe

Fragen?

Für weitere Auskünfte steht Ihnen das Molekularbiologie-Team gerne zur Verfügung: LABOKLIN GmbH und Co.KG, Steubenstraße 4, D-97688 Bad Kissingen, Tel. (+49)971 /72020 oder Fax: (+49)971 / 7202995 oder Email labogen@laboklin.de

www.laboklin.de



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