Preis der Tiergesundheit 2020/21 verliehen

(04.06.2021) In den Kategorien Eutergesundheit, Rindermast und Saugferkelmanagement wurden Preisgelder von insgesamt 90.000 Euro vergeben. Die Siegerbetriebe kommen aus Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Bayern und Nordrhein-Westfalen

Bereits zum zweiten Mal wurde am heutigen Samstag der „Preis der Tiergesundheit“ verliehen. In insgesamt drei Kategorien können sich neun Gewinnerbetriebe über zweckgebundene Preisgelder in Höhe von insgesamt 90.000 Euro freuen.

Die Preisverleihung fand dieses Jahr pandemiebedingt virtuell statt. Unter den Gewinnern finden sich Betriebe aus Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Bayern und Nordrhein-Westfalen.

Der „Preis der Tiergesundheit“ zeichnet seit 2019 Landwirte aus, die sich mit innovativen Haltungs- und Gesundheitskonzepten nachhaltig für die Tiergesundheit engagieren.

Marlene Mortler als Schirmherrin des „Preis der Tiergesundheit“

In diesem Jahr hat die Abgeordnete im Europäischen Parlament Marlene Mortler die Schirmherrschaft des Preises übernommen. Sie hat die Gewinner auf der virtuellen Veranstaltung verkündet.

„Auch auf unserem Hof war ich damals für das Gesundheitsmanagement verantwortlich. Bei uns galt immer die Devise: Erst die Tiere, dann die Familie. Ich weiß also was es heißt, Tiere gesund zu halten. Somit ist es kein Zufall, dass ich in Brüssel dort gelandet bin, wo ich heute bin. Wenn ich sehe, was sich in den letzten Jahrzehnten in den Ställen entwickelt hat, merke ich, dass die Tierhaltung auf einer permanenten Reise ist und sich stets verbessert. Dabei gilt: Ein Tierwohlstall ist nur so gut, wie der Landwirt, der seine Tiere beobachtet und im Blick hat. Von der Nutztierhaltung kann man viel lernen in Sachen Prävention. Die Entscheidung, die Schirmherrschaft für den Preis der Tiergesundheit zu übernehmen, ist für mich demnach sehr schnell gefallen. Ich gratuliere allen Gewinnern!“

Die Gewinner der Kategorien 2021

Im Bereich der Rinderhaltung gab es dieses Jahr zwei Kategorien, in denen sich Landwirte mit ihren Konzepten bewerben konnten.

In der Kategorie „Eutergesundheit“ setzte sich der Betrieb von Malte Borchers aus Friedeburg in Niedersachsen durch. Vor knapp fünf Jahren hatte Malte Borchers den elterlichen Betrieb mit rund 90 Milchkühen übernommen.


Malte Borchers aus Friedeburg in Niedersachsen

Durch zahlreiche Maßnahmen, wie etwa den Einbau einer Kuhdusche zur Klimaoptimierung sowie Wasserbetten in den Hochboxen sorgte er für eine Verbesserung des Liegeverhaltens und der Liegequalität mit positiver Auswirkung auf die Eutergesundheit seiner Milchkühe. Dr. Carl Christian Gelfert, Juror des Siegerbetriebes: „Der Milchviehbetrieb von Herrn Bochers zeigt eindrucksvoll, dass Tiergesundheit, Leistung und Langlebigkeit in einen wirtschaftlich erfolgreichen Dreiklang gebracht werden können“.




Borchers freut sich sehr über die Auszeichnung: „Es ist eine tolle Sache, wenn man ganz oben steht, auch wenn ich glaube, dass alle Platzierten irgendwie gewonnen haben. Besonders bedanken möchte ich mich bei meinen Mitarbeitern. Sie setzen meine Ideen um, das ist mehr als die halbe Miete – ein großes Dankeschön“. Das Preisgeld soll in den Kauf eines Spaltenroboters fließen, um die Hygiene im Tierbereich noch weiter optimieren zu können.

In der Kategorie „Rindermast“ ging der Sieg an Felix Pahlsmeier und seinen Betrieb in Delbrück, Nordrhein-Westfalen. Der Bullenmastbetrieb mit 550 Tieren der Rasse Fleckvieh wird bereits in der neunten Generation betrieben. Sein sehr durchdachtes Einstallmanagement inklusive routinemäßiger Quarantänemaßnahmen zur Vorbeugung von Krankheiten und sein Fokus auf Antibiotika-Reduktion durch Impfungen und Optimierung vieler anderer Managementpunkte wie Stallbelüftung, konnte die Jury überzeugen.


Felix Pahlsmeier

Für Felix Pahlsmeier ist der Gewinn eine Bestätigung seiner täglichen Arbeit: „Das war ganz schön spannend heute. Als ich die anderen teilnehmenden Betriebe gesehen habe, war mir klar, dass das eine enge Nummer um Platz eins wird. Ich habe nicht mit dem Sieg gerechnet, aber jetzt sind wir überwältigt und sehr glücklich. Ein großer Dank an die Jury, unsere Mitarbeiter und meine Familie“. Für das zweckgebundene Preisgeld hat Pahlsmeier bereits eine Verwendung, es soll in eine weitere Optimierung der Klimagestaltung investiert werden.




Auch Ferkelerzeuger wurden 2021 erstmals prämiert. In der Kategorie „Saugferkelmanagement“ konnte sich Geestferkel (Standort Passow) durchsetzen. Mit starkem Fokus auf ein hochqualifiziertes Betreuerteam durch Mitarbeiterschulungen und überbetrieblichen Austausch, wurde für die kontinuierliche Verbesserung der Ferkelgesundheit gesorgt. Durch viele smarte bauliche Do-It-Yourself Ideen wie einer Ferkelrutsche oder Brutkästen für schwache Ferkel, wurde das Tierwohl maßgeblich verbessert.


Betriebsleiterin Kathrin Warschies

Geschäftsführer Jörn Ahlers freut sich über die Auszeichnung: „Unglaublich! Wir sind total glücklich. Das ist ein Erfolg für das gesamte Team. Für uns geht es immer um das Tier, unabhängig von der Größe des Betriebs. Wenn das Team und die Produkte stimmen, können wir das Vertrauen der Verbraucher gewinnen und positiv in die Zukunft schauen. Für die Qualität sorgen wir mit einem Betriebshandbuch und virtuellen Schulungen, sowie wöchentliche Betriebsleiterbesprechungen. So schaffen wir einen gemeinsamen Standard für all unsere Betriebe. Vielen Dank an MSD Tiergesundheit!“. Das zweckgebundene Preisgeld wird für Beschäftigungsmaterial für die Sauen sowie einen weiteren Ausbau der Mitarbeiterfortbildungsplattform verwendet.




Unter allen Gewinnern herrschte große Freude, wenngleich auf eine feierliche vor-Ort-Verleihung pandemiebedingt dieses Jahr verzichtet werden musste. Neben der Auszeichnung und Honorierung ihrer jahrelangen Arbeit, freuen sich die Landwirte vor allem über den Austausch mit Kollegen und dass ihr Engagement für Tiergesundheit und Tierwohl gewürdigt wurde.

Der „Preis der Tiergesundheit“ wurde von MSD Tiergesundheit ins Leben gerufen, um Tiergesundheit in der Landwirtschaft zu honorieren, den Erfahrungsaustausch unter Landwirten in Deutschland und Österreich zu fördern und gleichzeitig die Nutztierhaltung einer breiten Öffentlichkeit näherzubringen. Für Jan Nemec, Geschäftsführer von MSD Tiergesundheit, sind diese Ziele ganz klar erfüllt: „Bereits als ich die Bewerberzahlen von 88 Einreichungen gehört habe, war ich sehr beeindruckt von der Vielfalt an Ideen und Konzepten in den unterschiedlichen Kategorien. Die Jury hat eine tolle Arbeit geleistet, die besten Betriebe zu ermitteln und heute zu prämieren. Ich danke allen Teilnehmern.“, so Nemec nach der Veranstaltung.

Mehr Informationen zum „Preis der Tiergesundheit“ erhalten Sie unter www.preisdertiergesundheit.com


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