Marktforschung: Hundehaltung 4.0

(23.01.2016) Die aktuellen gesellschaftlichen Trends spiegeln sich auch im Umgang mit Vierbeinern wider, wie eine Marktforschungsstudie für die Mars-Initiative ‚Zukunft Heimtier’ analysiert hat.

Individualisierung, Konnektivität, Gesundheit – diese drei Mega-Trends in den westlichen Industrienationen definieren auch die wichtigsten Entwicklungen im Zusammenleben mit Heimtieren.

Zukunft Heimtier Das ist das Ergebnis einer Untersuchung, die das Frankfurter ‚Zukunftsinstitut‘ im Auftrag des Unternehmens Mars Petcare Deutschland, eine Tochter von Mars Inc., durchgeführt hat.

„Kulturelle Entwicklungen, die sich in der Gesellschaft beobachten lassen, haben einen maßgeblichen Einfluss auf den Umgang mit Hunden und anderen Heimtieren“, fasst Robert Haller, Trendforscher bei Mars Petcare, zusammen.

 „So übernehmen Konsumenten für die Pflege, Ernährung und Therapie ihrer Hunde eine immer aktivere Rolle – und setzen dabei auf digitale Unterstützung. Diese Vernetzung bietet einen attraktiven Mehrwert, wenn sie Mensch und Tier voneinander lernen lässt und näher zusammenbringt.“

Hundehaltung wird individueller

Der Studie zufolge gehört der Megatrend Individualisierung zu den größten treibenden Kräften, die Gesellschaft und Wirtschaft massiv verändern. „Auch das Leben von Hundehaltern wird immer mobiler und flexibler“, sagt Haller.

„Produkte, Dienstleistungen und Ladenkonzepte, die auf hochgradig individuelle Bedürfnisse eingehen und Convenience versprechen, bieten einen attraktiven Mehrwert für Hundebesitzer – beispielsweise flexible Betreuungsdienste oder neue Konzepte für Tierernährung.“

So zeigt sich auch in Deutschland der Trend zu Hunde- und Katzenfutter, das individuell auf bestimmte Lebensphasen und Bedürfnisse zugeschnitten ist. In den USA setzen Branchenriesen auf dem Tierfuttermarkt bereits auf kleine Boutiquen mit Gourmet- und Naturprodukten, die mit intensiver Beratung an lokale Stammkunden verkauft werden.

Drahtlosverbindung zum Tier

Der Mega-Trend Konnektivität bezeichnet die neue Organisation der Menschen in Netzwerken. „Digitale Medien eröffnen auch für die Kommunikation mit dem Haustier neue Chancen“, sagt Haller. Der Studie zufolge werden zunehmend für Menschen gemachte Produkte und Services auf ihre Anwendbarkeit für Tiere abgeklopft.

Langfristig durchsetzen werden sich demnach nur solche Dienste, die den Alltag von Hund und Halter tatsächlich erleichtern.

Von sozialen Netzwerken für Hunde über Hundehandys bis hin zu Geofencing-Applikationen hält der Markt ein beeindruckendes Angebot bereit. So trägt der ein oder andere Hund bereits ein Halsband mit GPS-Funktion, das vom Hundehalter angerufen werden kann, um Anweisungen zu übermitteln. Ähnliche Möglichkeiten bieten Systeme, mit denen Hunde und Katzen zuhause über Kameras beobachtet und sogar zum Spielen aufgefordert werden können.

Gesund bleiben und lange leben

Je wichtiger das Tier dem Menschen als Sozialpartner wird, desto größer der Wunsch, dass es lange lebt und gesund bleibt. Das neue Gesundheitsverständnis im Sinne von Selbstbestimmung und Optimierung öffnet die Türen für eine große Palette an Dienstleistungen, die nicht unmittelbar mit der Therapie von Krankheiten zu tun haben: Es geht vielmehr um die Herstellung einer Balance zwischen den natürlichen Bedürfnissen des Hundes und den alltäglichen Anforderungen, die das urbane Leben an Hunde und ihre Besitzer stellt.
 
„Hundebesitzer möchten, dass ihre Lieblinge körperlich und emotional ebenso ausgeglichen sind wie sie selbst und steigern gezielt das Wohlbefinden – durch Angebote und Services, die sich oft kaum von denen für Menschen unterscheiden“, sagt Haller.

„Was sich bereits im Trend zum Dog-Tracking zeigt, wird noch gesteigert durch Phänomene wie Hunde-Spa, Rohkosternährung oder Extremsport für Hunde. Der neue Hundebesitzer nimmt für seinen Liebling auch immer mehr die ärztliche Versorgung in eigene Hände und holt sich dafür gern professionelle (digitale) Unterstützung.“

www.zukunft-heimtier.de


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