Schlittenhunde: Hochleistungssportler mit besonderen Fähigkeiten

(18.05.2018) Extreme Ausdauer, anhaltende Leistungsbereitschaft, hohe Kälteresistenz sowie ein ausgeprägtes Sozialverhalten sind nur einige der Eigenschaften, die ein Schlittenhund mitbringen sollte.

Welche anatomischen und physiologischen Voraussetzungen sind nötig, um diese Leistungen erbringen zu können? Worauf ist bei der Hundeausbildung und beim Training zu achten? Welche Herausforderungen sind für Tierarzt und Tierhalter zu bewältigen, wenn Erkrankungen am Bewegungsapparat auftreten? Was können biologische Arzneimittel hier leisten?

Diese und weitere Fragen beantworteten Experten auf der Veranstaltung „Nature at its best – Der Schlittenhund im Fokus“, zu der Heel Veterinär Mitte April 2018 ins norwegische Senja geladen hatte.


Veranstaltung "Nature at its best – Der Schlittenhund im Fokus"

Der Schlittenhundesport blickt auf eine lange Tradition zurück. Bereits vor über 4000 Jahren wurden in vielen arktischen Gebieten Schlittenhunde zur Fortbewegung auf ausgedehnten Jagdreisen genutzt.

Die Hunde lebten frei, ihre Erziehung war jedoch streng. Arbeitsunwillige oder angriffslustige Tiere wurden getötet und dienten dann als Nahrungsquelle für den Menschen. So entstanden Schlittenhunde, die sich durch Genügsamkeit, Zähheit und Arbeitswilligkeit auszeichneten.

Die heute typischen Rassen erschienen in den nördlichen Regionen bereits vor mehr als 2000 Jahren und wurden nach den verschiedenen Volksstämmen benannt. Von dem größten Fachverband der Kynologie FCI (Fédération Cynologique Internationale) sind bis heute vier Schlittenhunderassen offiziell anerkannt: Der Siberian Husky, der Alaskan Malamute, der Grönlandhund sowie der Samojede (vgl. Tabelle).

Tabelle: Steckbrief wichtiger Eigenschaften der offiziell anerkannten Schlittenhunderassen

Siberian Husky
relativ klein (Schulterhöhe ca. 60 cm, Gewicht maximal 30 kg); verschiedenste Fellfarben von weiß bis schwarz mit weißen Abzeichen und allen dazwischenliegenden Schattierungen; oftmals blaue Augen; sehr leistungsfähig; großer Laufwille; leichtfüßig; sehr sanftmütig und dem Menschen gegenüber aufgeschlossen
Alaskan Malamute
groß, kräftig und schwer (Schulterhöhe 65 cm und mehr, bis 50 kg Körpergewicht); Fellfarbe meist wolfsgrau; gesellig und zutraulich, oft jedoch eigensinnig; relativ schwer zu erziehen; Rangordnung im Rudel wird unbedingt verteidigt
Grönlandhund
kräftig und robust (Schulterhöhe des Rüden rund 60 cm); außer Albinos sind alle Fellfarben zugelassen; sehr eigenwillig und selbständig, Erziehung benötigt viel Sachverstand; ausgeprägter Jagdinstinkt
Samojede
weniger kräftig, ähnelt einem zu großen Spitz (Schulterhöhe 50-55 cm); Fell weiß oder bisquit; geringere Zugkraft, aber hohe Ausdauer; sehr anpassungsfähig und überaus anhänglich (häufiger Haus- und Familienhund)
Rassennomenklatur der FCI, Federation Cynologique Internationale for Dogs Worldwide, http://www.fci.be/de/Nomenclature/

Seit Mitte des 20. Jahrhunderts stehen verschiedene Ziele im Zentrum der Zucht: leistungsorientierte Arbeits-Zuchtlinien, die entweder für Kurz- oder für Langstreckenrennen besonders geeignet sind, wie auch sog. „Show-dogs“, welche die Rassestandards optimal repräsentieren sollen. Je nach Zuchtorientierung ist daher die Leistungsfähigkeit auch bei ähnlich aussehenden Tieren heute sehr unterschiedlich.

Der Körper des Hundes besteht zur Hälfte aus Muskelmasse

Während des Rennens beträgt die Herzfrequenz bis zu 300 Schlägen/Minute, der Blutfluss durch die abdominale Aorta ist um das 12-fache und durch die Koronargefäße um das 6-fache gesteigert. Der Energieverbrauch eines arbeitenden Schlittenhundes ist mit mehr als 10.000 kcal/Tier/Tag der höchste Dauerenergieverbrauch eines Säugetiers.

„Um dabei im aeroben Stoffumsatz zu bleiben und nicht anaerob zu werden, sind funktionale Anpassungen auf allen Ebenen notwendig“, betonte Prof. Martin S. Fischer von der Friedrich-Schiller-Universität in Jena.


Prof. Martin S. Fischer von der Friedrich-Schiller-Universität in Jena

Ausdauertraining führt bei den Tieren zu einer Vermehrung der Mitochondrien, zu einer gesteigerten Mikrovaskularisierung des Muskels, zu Zunahmen im Durchmesser der einzelnen Muskelfasern wie auch zur Verstärkung der Dicke von Herzscheidewand und linker Ventrikelwand. Eine große Besonderheit des Hundes und der Schlüssel für seine Ausdauerfähigkeit ist weiterhin, dass der rein glykolytische Fasertyp IIB fehlt.

Anstelle des Typ IIB findet sich ein weiterer gemischter Fasertyp mit der Bezeichnung IIA/X oder kurz IIX. Diese Fasern kontrahieren schnell und kraftvoll, sind oxidativ und arbeiten glykolytisch (je nach Bedarf laktazid oder aerob).


Sie ermüden langsamer als Typ IIb. Ein wichtiger, weiterer Aspekt ist, dass sich bei der Fortbewegung von Hunden die Gelenke nur sehr wenig bewegen müssen, so Prof. Fischer.

Vorne schwingt nicht das Schultergelenk, sondern das Schulterblatt. Der Drehpunkt der Vorder- und Hinterextremität liegt auf gleicher Höhe und vorne nicht im Schultergelenk. „Deshalb nennen wir die Fortbewegung ‚inverses Pendel‘, sie kostet nur die minimalste Energie.“

Auf die Körpersprache von Hunden achten

„Viele Probleme im Umgang mit und in der Erziehung von Hunden treten auf, weil bei der Interpretation der hündischen Körpersprache falsche Schlüsse gezogen werden oder es grundsätzlich in diesem Bereich an Wissen fehlt“, berichtete Turid Rugaas, eine norwegische, international tätige Hundetrainerin und Autorin mehrerer Sachbücher (z.B. Calming signals – Beschwichtigungssignale der Hunde).


Viele der sog. Beschwichtigungssignale sind vom Hund nicht willentlich beeinflussbare autonome Reaktionen des Nervensystems, die immer dann auftreten, wenn sich das Tier im Konflikt mit seiner Umwelt befindet – unabhängig von wem dieser Konflikt hervorgerufen wird.

Um zu einem besseren Verständnis der eigenen (wie auch fremder) Hunde zu kommen, ist es essentiell zu wissen, in welchen Situationen diese Signale vom Tier ausgesendet werden, und auch in der Lage zu sein, sie zu erkennen und richtig zu deuten, so Frau Rugaas.

Betreuung der Schlittenhunde ist multimodales Management


Dr. Alexandra Keller, Fachtierärztin für Chiropraktik aus Frankfurt/Main
„Schlittenhundesport ist mehr als nur Sport, es ist eine Leidenschaft. Deswegen stellt die Betreuung der Tiere sowohl für den Tierarzt als auch für den Musher eine besondere Herausforderung dar“, berichtete Dr. Alexandra Keller, Fachtierärztin für Chiropraktik aus Frankfurt/Main.

Die Aufgabenstellungen sind vielfältig: Sie beginnen bei der Verletzungs- und Krankheitsprävention sowie Ernährungsberatung, umfassen die Diagnose und Therapie von akuten und chronischen Erkrankungen und schließen auch die Betreuung älterer Tiere im „Ruhestand“ mit ein.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie muskuläre Probleme und Verletzungen der Pfoten stehen dabei oft im Vordergrund. Neben der klassischen Schulmedizin und manuellen Therapieverfahren kommen auch biologische Arzneimittel zum Einsatz, welche vor allem in den Wettkampfphasen eine wichtige Rolle spielen.

„In Mono- Therapie oder in Kombination mit anderen Behandlungsmethoden sind biologische Arzneimittel häufig Mittel der Wahl, um eine optimale Versorgung des ‚Leistungssportlers Schlittenhund‘ zu ermöglichen“, so Keller.

Traumatherapie mit biologischen Arzneimitteln

Traumeel® ad us. vet. wirkt antiphlogistisch, analgetisch und abschwellend undgreift in den physiologischen Entzündungsprozess ein, ohne diesen komplett zu unterdrücken. Die verschiedenen Inhaltsstoffe sind aufeinander abgestimmt und setzen aufgrund ihrer synergistisch potenzierenden Effekte an mehreren Stellen der Entzündungskaskade gleichzeitig an (Multitarget-Multicomponent-Ansatz).

Dadurch wird der Heilungsprozess gefördert, und die Regenerationszeit verkürzt. 

Zeel® ad us. vet. ist ebenfalls ein Kombinationspräparat, dessen Wirkmechanismen einerseits auf den Wirkspektren seiner Einzelbestandteile und andererseits auf synergistischen Wirkungen durch das Zusammenspiel der Einzelkomponenten beruhen.


Im Vordergrund der Therapie mit Zeel stehen die Schmerzstillung und die Entzündungshemmung, daneben die Förderung der Regeneration des geschädigten Gewebes sowie chondroprotektive Effekte.

Traumeel® und Zeel® sind seit Jahrzehnten bewährter Bestandteil der Behandlung akuter und chronischer Erkrankungen des Bewegungsapparates bei Klein- und Großtieren. Aufgrund der ausgezeichneten Verträglichkeit ist sowohl die Langzeitanwendung als auch eine kombinierte Behandlung – auch mit schulmedizinischen Arzneimitteln – möglich.

Unterschiedliche Darreichungsformen sorgen für eine einfache Anwendung und hohe Compliance.

Weitere Informationen finden Sie auf www.vetepedia.de/fachbereich.





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