Vorsicht in der Zeckenzeit: Anaplasmose bei Hund und Pferd

(07.03.2019) Anaplasmose ist eine durch Zecken der Gattung Ixodes auf Tiere und Menschen übertragbare Erkrankung, die durch das zu den Rickettsien gehörende Bakterium Anaplasma phagocytophilum verursacht wird.

Die in Deutschland und Europa am häufigsten vorkommende Zeckenart ist der Gemeine Holzbock. Prävalenzstudien haben gezeigt, dass in Deutschland 1,5 – 5 % dieser Zecken Träger von A. phagocytophilum sind. Europaweit unterliegt die Prävalenz großen regionalen Schwankungen und kann sogar über 20 % betragen.

A. phagocytophilum ist ein gramnegatives, obligat interzelluläres Bakterium, das in erster Linie die neutrophilen Granulocyten, in seltenen Fällen aber auch eosinophile Granuolcyten befällt.

Einige Tiere können den Erreger von selbst eliminieren, andere durchlaufen die Infektion subklinisch oder chronisch.

Beim Pferd äußert sich die Anaplasmose – auch bekannt als „Equine granulozytäre Ehrlichiose“ – u.a. durch Fieber, Apathie, Gliedmaßenödeme und Fressunlust. Zudem können das zentrale Nervensystem sowie der Bewegungsapparat durch die Erkrankung beeinträchtigt werden. Weil sich die Anaplasma-Bakterien in den weißen Blutkörperchen vermehren, wird auch die Immunabwehr des Tieres geschwächt.

Die Anaplasmose des Hundes äußert sich, wie die des Pferdes, in der Regel durch ein schlechtes Allgemeinbefinden des Tieres, das durch Fieber, Lethargie und Gewichtsverlust gekennzeichnet sein kann. Zudem wurden Muskelschmerzen sowie Schädigungen des zentralen Nervensystems beschrieben.

Auf Grund der meist unspezifischen Symptome ist eine genaue Differentialdiagnose von großer Bedeutung, um beispielsweise eine Borreliose auszuschließen. Mögliche Koinfektionen mit Borrelien können die Diagnose zusätzlich erschweren.


Bei Verdacht auf eine Anaplasmen-Infektion kann die Diagnose über den serologischen Nachweis von Antikörpern gegen Anaplasmen erfolgen, die etwa zwei Wochen nach der Infektion gebildet werden.

EUROIMMUN bietet unter seinen Veterinärdiagnostika Anti-Anaplasma-ELISA für die Diagnostik bei Hunden und Pferden an, die auf einem spezifischen rekombinanten Oberflächenprotein der Bakterien basieren und sich aufgrund der einfachen und kostengünstigen Abarbeitung auch für große Probensätze eignen.

Durch die Verwendung des rekombinant hergestellten Antigens sind die ELISA sehr spezifisch bei gleichzeitig sehr hoher Sensitivität (96 % bzw. 90 % Spezifität bei Hund bzw. Pferd bei mind. 97 % Sensitivität; siehe Tabelle).

Die serologische Untersuchung sollte im Abstand von etwa zwei Wochen wiederholt werden. Ein ansteigender Antikörpertiter spricht für eine akute Infektion. Diese sollte bestenfalls auch über einen direkten Nachweis des Erregers, z.B. über dessen DNA mithilfe einer PCR, bestätigt werden.


Für weitere Informationen:
EUROIMMUN Medizinische Labordiagnostika AG
Seekamp 31
23560 Lübeck
Tel.: 0451/5855-0
Fax: 0451/5855-591
vet-info@euroimmun.de
www.vet.euroimmun.de



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