Umfassend validierter Toxoplasma Fluoreszenz-Antikörpertest für Hunde

(02.10.2018) Toxoplasmose ist eine weltweit vorkommende Zoonose die durch das Sporozoon Toxoplasma gondii verursacht wird. Alle Warmblüter können mit Toxoplasma (T.) gondii infiziert werden.

Die asexuelle Vermehrung von T. gondii kann in verschiedensten Geweben der warmblütigen Zwischenwirte stattfinden. Die einzigen Endwirte sind Katzen oder andere Feliden, in deren Darm die sexuelle Vermehrung abläuft und zur Bildung von Oozysten führt, die mit dem Katzenkot in die Umwelt abgeben werden.

Hunde infizieren sich meist durch den Verzehr von rohem Fleisch, welches Gewebezysten enthält, oder durch das Fressen von Oozysten-haltigem Katzenkot.

Des Weiteren wurde bei Hunden gezeigt, dass Toxoplasmen auch über den Samen bzw. transplazentar übertragen werden können. In den meisten Fällen verläuft bei Hunden eine Infektion mit T. gondii asymptomatisch.


Toxoplasma Fluoreszenz-Antikörpertest für Hunde

Es kann allerdings auch, besonders bei jungen Hunden, zu einer schweren, klinischen Toxoplasmose kommen, die bis zum Tod führen kann. Je nach befallenem Gewebe kommt es zu verschiedenen klinischen Symptomen, wie Fieber, Hepatitis oder Pneumonie.

Häufig befallen die T.-gondii-Parasiten das Gehirn und führen zu einer ZNS-Symptomatik, die von einer leichten Parese bis hin zu Krampfanfällen reichen kann.

Neben der klinischen Bedeutung spielt die Toxoplasmose des Hundes auch eine Rolle als Zoonose. Der Mensch wird in der Regel peroral infiziert durch Aufnahme von mit Oozysten verunreinigtem Wasser oder Nahrungsmitteln oder von Fleischprodukten (rohes Fleisch infizierter Tiere enthält Zysten mit lebensfähigen Trophozoiten).

Als Endwirte scheiden Katzen Oozysten mit den Faeces aus und verbreiten diese in der Umwelt. Aber auch Hunde können als mechanische Vektoren fungieren, da sie dazu neigen Ausscheidungen von Katzen zu fressen.

Auf diesem Wege aufgenommene Oozysten können den Hundedarm zum Teil unverändert passieren und wieder in die Umwelt abgegeben werden.

Auch durch das Wälzen in Katzenkot kann das Fell des Hundes mit Oozysten kontaminiert und diese so weitergegeben werden. Nach 2 - 4 Tagen in der Umwelt werden die Oozysten infektiös und können auf peroralem Wege zur Infektion von Menschen oder anderen Warmblütern führen.

Diagnostik einer Toxoplasmose beim Hund

Aufgrund der vielgestaltig ausgeprägten Symptomatik ist das klinische Bild wenig charakteristisch. Bei bestehendem Verdacht

einer Toxoplasmose ist der Nachweis von spezifischen Antikörpern in Serum oder Plasma per IIFT, ELISA oder Agglutinationstest das Mittel der Wahl um eine Infektion zu bestätigen. Ein positiver Nachweis von IgG-Antikörpern gilt als Hinweis auf

eine Infektion. Da die Zysten und damit die IgG-Antikörper lebenslang persistieren, kann ein akutes Krankheitsgeschehen nur durch den Nachweis von IgM-Antikörpern oder einem vierfachen IgG-Titeranstieg zwischen zwei im Abstand von 2 - 4 Wochen genommenen Proben belegt werden.

IgM-Antikörper sind in der Regel nur im Zeitraum von 2 - 16 Wochen nach Infektion nachweisbar. Spezifisches IgG erscheint hingegen 3 - 4 Wochen nach Infektion und persistiert wahrscheinlich lebenslang.

Ein Direktnachweis der Erreger kann im akuten Krankheitsfall mittels Nukleinsäurenachweis (PCR) erfolgen, wobei darauf zu achten ist, dass je nach Symptomatik entsprechendes Probenmaterial, beispielsweise Liquor, Abortmaterial oder Gewebe, verwendet wird.

Der indirekte Immunfluoreszenztest (IIFT) Anti-Toxoplasma-gondii-IIFT Hund (IgG) von EUROIMMUN ist speziell für Hunde zum Nachweis einer Toxoplasmose entwickelt worden.

Der Test ist mit Hundeproben umfassend validiert und ab sofort verfügbar. Die verwendeten Objektträger basieren auf mit Toxoplasma gondii Trophozoiten beschichteten BIOCHIPs. Je nach Probenaufkommen kann zwischen Objektträgern mit 5 oder 10 Feldern gewählt werden.

Mit Hilfe der innovativen TITERPLANE®-Technik ist die Abarbeitung kinderleicht. Diese komfortable Inkubationstechnik ermöglicht die parallele Untersuchung mehrerer Proben unter identischen Bedingungen, ohne feuchte Kammer und ohne Verlaufen der Tropfen oder Verrutschen der Deckgläser.

Für eine noch effizientere Analytik bietet EUROIMMUN verschiedene Automatisierungslösungen an, die eine vollautomatische Durchführung der Inkubation ermöglichen.

Eine Zulassung durch das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) nach TierGesG ist für diesen Test nicht erforderlich.

Ein indirekter ELISA für den Nachweis von Antikörpern gegen Toxoplasma gondii bei Hunden wird ebenfalls in Kürze zur Verfügung stehen.


Für weitere Informationen:
EUROIMMUN Medizinische Labordiagnostika AG
Seekamp 31
23560 Lübeck
Tel.: 0451/5855-0
Fax.: 0451/5855-591
vet-info@euroimmun.de
www.vet.euroimmun.de



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