Boehringer Ingelheim übernimmt Merial

(27.06.2016) Sanofi und Boehringer Ingelheim vereinbaren vertraglich den Tausch der Sanofi-Tiergesundheitssparte mit dem Bereich Selbstmedikation (CHC) von Boehringer Ingelheim

Sanofi und Boehringer Ingelheim haben am 27. Juni 2016 die Unterzeichnung von Verträgen zum Tausch von Sanofis Tiergesundheitsgeschäft („Merial“) und Boehringer Ingelheims Selbstmedikationsgeschäft (CHC) bekannt gegeben.

Damit wurde ein wichtiger Meilenstein im Rahmen der im Dezember 2015 begonnenen strategischen Transaktion erreicht. Der Abschluß („Closing“) wird für das Jahresende 2016 erwartet. Bis zum Closing steht die Transaktion weiterhin unter dem Vorbehalt der wettbewerbsrechtlichen Genehmigung in unterschiedlichen Ländern.


Prof.Dr.Andreas Barner (li.) und Hubertus von Baumbach
Die Integration von Boehringer Ingelheims Selbstmedikationsgeschäft (CHC) und Sanofi sowie von Merial und Boehringer Ingelheim würde nach dem Closing beginnen.

Mit ihrem Abschluss wird diese Transaktion ein wichtiges Tauschgeschäft im Pharmamarkt und für beide Unternehmen von großer Bedeutung.

Prof. Dr. Andreas Barner, Vorsitzender der Unternehmensleitung, Boehringer Ingelheim, erklärte: „Die geplante Transaktion ist sowohl für Boehringer Ingelheim als auch für Sanofi ein Gewinn. Sie ist darüber hinaus auch eines der bedeutsamsten Ereignisse in unserer Unternehmensgeschichte und belegt, dass wir unser Geschäft konsequent auf innovationsorientierte Bereiche ausrichten.

Als forschendes Pharmaunternehmen verbessern wir unsere Position im künftigen Markt für den Bereich Tiergesundheit deutlich und werden uns in diesem Segment als einer der größten globalen Akteure etablieren. Boehringer Ingelheim und Sanofi ähneln sich hinsichtlich ihrer Unternehmenskultur und ihrer grundsätzlichen Herangehensweise. Das wird dazu beitragen, dass sich die jeweils erworbenen Geschäfte in der Zukunft gut entwickeln.“

Olivier Brandicourt, M.D., Vorstandsvorsitzender, Sanofi, sagte: „Mit der Unterzeichnung dieser Verträge erreichen wir eines der strategischen Ziele unserer Roadmap 2020 nämlich, eine Spitzenposition im Bereich Selbstmedikation einzunehmen und ein führendes diversifiziertes und globales Gesundheitsunternehmen zu werden.

Mit dem Tauschgeschäft würden wir ein komplementäres Portfolio aus renommierten Marken für unser Selbstmedikationsgeschäft gewinnen, mit dem wir mittel- und langfristig Werte schaffen und den Markt in einigen für uns wichtigen Ländern noch stärker durchdringen können.“

Der strategische Tausch schafft in beiden Unternehmen die Grundvoraussetzungen in zwei äußerst attraktiven Pharmamärkten signifikant zu wachsen und Größenvorteile zu nutzen. Nach dem erfolgreichen Abschluss würde das CHC Geschäft von Boehringer Ingelheim – mit einem Unternehmensvolumen von 6,7 Mrd. EUR – an Sanofi übergehen, während Boehringer Ingelheim im Gegenzug die Sanofi-Sparte Merial – mit einem Unternehmensvolumen von 11,4 Mrd. EUR – erhalten würde.

Die Transaktion schließt zusätzlich eine Zahlung an Sanofi in Höhe von 4,7 Mrd. EUR ein, die den Wertunterschied der beiden Geschäftsbereiche ausgleicht. Sanofi erwartet, dass sich die gesamte Transaktion hinsichtlich des Basis-Ertrags pro Aktie im Jahr 2017 neutral und danach steigernd auswirken wird.

Mit der Bündelung von Merials und Boehringer Ingelheims ergänzenden Produktportfolios sowie den bestehenden Technologieplattformen für Impfstoffe und anti-parasitische sowie pharmazeutische Spezialprodukte würde sich das gemeinsame Unternehmen in den wichtigen Wachstumssegmenten der Branche schlagkräftiger platzieren und seinen weltweiten Kunden zusätzliche Mehrwerte und Innovationen bieten.

Boehringer Ingelheims Tiergesundheitsgeschäft würde seine Umsätze mehr als verdoppeln – auf rund 3,8 Mrd. EUR ausgehend von den weltweiten Umsätzen des Jahres 2015.

Mit dieser Transaktion würde Sanofi alle CHC Produkte von Boehringer Ingelheim in sämtlichen Ländern mit Ausnahme von China übernehmen.

Der gemeinsame CHC Umsatz läge dann bei etwa 4,9 Mrd2. EUR ausgehend von den weltweiten Umsätzen des Jahres 2015. Dank des neu hinzugewonnenen Produkt- und Markenportfolios, würde Sanofi seine Position in verschiedenen strategischen Bereichen – Schmerzmittel, Analgetika, Husten- und Erkältungsmedikamente, Damenhygieneprodukte, der Behandlung gastrointestinaler Beschwerden sowie Vitamine, Mineralien und Zusatzstoffen – verbessern.

Hubertus von Baumbach, designierter Vorsitzender der Unternehmensleitung, Boehringer Ingelheim, erläuterte: „Wir wissen ebenso wie Sanofi, dass dieser Tausch nur dank unserer Mitarbeiter, ihres Engagements und ihrer exzellenten Leistungen für beide Seiten so attraktiv ist. Boehringer Ingelheim und Sanofi werden diese Geschäfte daher auch in Zukunft erfolgreich und nachhaltig vorantreiben.“

Der Vertragsunterzeichnung gingen sechs Monate konstruktiver und erfolgreicher Verhandlungen voraus, die nach Plan verlaufen sind. Beide Unternehmen haben die Details der Transaktion geprüft und erörtert.

Wesentliche Aspekte waren unter anderem der Umfang des Unternehmenstauschs sowie die ordnungsgemäße Einhaltung aller regulatorischen Vorschriften. In den vergangenen Monaten haben Boehringer Ingelheim und Sanofi zudem eng mit den Sozialpartnern in Frankreich und Deutschland sowie den zuständigen Behörden zusammengearbeitet, um die Voraussetzungen für den Unternehmenstausch zu schaffen.

Wie bereits zum Auftakt der Verhandlungen vereinbart, haben sich die Unternehmen darauf verständigt, dass Lyon (Frankreich) und Toulouse (Frankreich) wichtige Dreh- und Angelpunkte für den Boehringer Ingelheim-Bereich Tiergesundheit sein würden – operativ, in der Forschung und Entwicklung sowie in der Produktion in Lyon sowie der Produktionsstätte in Toulouse.

Da der US-Markt für Merial eine wichtige Rolle spielt, würde Boehringer Ingelheim besonders darauf achten, die Dynamik der US-Standorte zu erhalten. Deutschland würde ein Kernzentrum von Sanofis CHC Geschäft werden, insbesondere in den Bereichen Gastrointestinal sowie Husten- & Erkältungsmedikamente, die von den außerordentlichen Fähigkeiten der Boehringer Ingelheim-Teams profitieren.


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