Boehringer Ingelheim: Hohe Investitionen in Forschung und Entwicklung und solides organisches Wachstum im ersten Halbjahr 2019

(01.08.2019) Im ersten Halbjahr 2019 hat das forschende Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim im Bereich Forschung und Entwicklung weitere Fortschritte erzielt.

Dabei konzentriert sich das Unternehmen bei der Entwicklung von Arzneimitteln, neuen Ansätzen und Therapien vor allem auf Krankheiten, für die es bislang keine zufriedenstellende Behandlungsmöglichkeit gibt.

Boehringer Ingelheim arbeitet im Bereich der Humanpharmazeutika aktuell an rund 90 Entwicklungsprojekten, von denen 71 Prozent das Potenzial für einen therapeutischen Durchbruch und 63 Prozent als erste Substanz einer neuen Wirkstoffklasse haben.

Boehringer Ingelheim

Die Investitionen in Forschung und Entwicklung sind unverändert hoch und bewegen sich auf dem Niveau des Geschäftsjahres 2018.

„Für uns alle bei Boehringer Ingelheim ist es entscheidend, dass wir mit dem, was wir täglich tun, einen signifikanten Beitrag dazu leisten, die Gesundheit von Menschen und Tieren zu verbessern. Auch 2019 haben wir über alle Bereiche hinweg umfangreich in Forschung und Entwicklung investiert und werden damit auch fortfahren“, erklärte Hubertus von Baumbach, Vorsitzender der Unternehmensleitung.

Die Forschung an bekannten Wirkstoffen bleibt ein Schwerpunkt bei Boehringer Ingelheim. So setzt das Unternehmen unter anderem auf den Wirkstoff des Typ-2-Diabetes-Medikaments JARDIANCE® Empagliflozin. Boehringer Ingelheim untersucht die Wirkung der Substanz auf Herzinsuffizienz-Symptome bei Menschen mit chronischer Herzinsuffizienz mit und ohne Typ-2-Diabetes.

In dieser Indikation zieht die US-amerikanische Zulassungsbehörde FDA ein beschleunigtes Zulassungsverfahren in Erwägung. Außerdem wird der Einfluss von Empagliflozin auf Herz- und Nierenerkrankungen bei Patienten mit chronischer Nierenerkrankung mit und ohne Typ-2-Diabetes untersucht.

Für das Medikament OFEV® (Wirkstoff Nintedanib), das zur Behandlung der idiopathischen Lungenfibrose zugelassen ist, hat Boehringer Ingelheim einen Zulassungsantrag bei der FDA und der europäischen EMA gestellt.

Das Medikament soll zukünftig zur Behandlung von interstitiellen Lungenerkrankungen bei Patienten mit systemischer Sklerose eingesetzt werden. Hierbei handelt es sich um eine seltene Krankheit, für die es bisher keine zugelassene Behandlungsmöglichkeit gibt.

Für das vierte Quartal erwartet Boehringer Ingelheim Studiendaten für weitere progredient fibrosierende interstitielle Lungenerkrankungen.

Auch in eine Weiterentwicklung des RESPIMAT®-Inhalators hat Boehringer Ingelheim investiert. Seit April ist der neue wiederverwendbare RESPIMAT® in Deutschland auf dem Markt, weitere europäische Länder folgen im Laufe dieses Jahres.

Mit ARTI-CELL® Forte brachte Boehringer Ingelheim in Europa das erste stammzellenbasierte Produkt in der Tiergesundheit auf den Markt. ARTI-CELL® Forte wird zur Behandlung von Lahmheit bei Pferden eingesetzt.

Externe Partnerschaften stärken Innovationskraft

Ein zentrales Element der Unternehmensstrategie bleiben auch Partnerschaften und Allianzen zur weiteren Stärkung der Forschungspipeline: So vereinbarte Boehringer Ingelheim im ersten Halbjahr 2019 eine Kooperation mit dem südkoreanischen Pharmaunternehmen Yuhan Corporation für die Behandlung der nichtalkoholischen Steatohepatitis (NASH). Die Zusammenarbeit und Lizenzvereinbarung konzentriert sich auf die Therapie der drei Hauptursachen für diese Erkrankung, Fettleber, Entzündung und Vernarbungen.

Mitte Juli hat Boehringer Ingelheim die Übernahme sämtlicher Anteile am Schweizer Biotech-Unternehmen AMAL Therapeutics bekanntgegeben. AMAL fokussiert sich auf Krebsimmuntherapien und entwickelt neuartige therapeutische Krebsimpfstoffe. Der führende Impfstoff von AMAL,

ATP128, wird derzeit zur Behandlung von kolorektalen Karzinomen (Dickdarmkrebs) im Stadium IV entwickelt. Die Übernahme ist ein wichtiger Schritt, um die führende Position von Boehringer Ingelheim in der Erforschung neuartiger immunonkologischer Krebstherapien zu stärken.

Zahlreiche Projekte in Digital Health

Auch in die Digitalisierung des Gesundheitsbereichs investiert Boehringer Ingelheim weiter. Digitale Technologien eröffnen neue Chancen und verbessern die Behandlung, Prävention und Früherkennung von Krankheiten. Aktuell arbeitet ein internationales Team aus Neurowissenschaftlern und IT-Experten von Boehringer Ingelheim daran, über eine App mithilfe von Spracherkennung das individuelle Risiko für Schizophrenie oder Alzheimer zu berechnen.

Ein weiteres Digital-Health-Projekt von Boehringer Ingelheim ist SoundTalks, ein Audiomonitoring-System zur Früherkennung von Atemwegserkrankungen bei Schweinen. Dieses wird derzeit in der Nutztierhaltung erprobt.

Positive Geschäftsentwicklung

Die allgemein gute Entwicklung spiegelt sich auch in den Geschäftszahlen wider: Boehringer Ingelheim hat im ersten Halbjahr 2019 den positiven Trend aus dem Jahr 2018 fortgesetzt. Von Jänner bis Juni erzielte das Unternehmen insgesamt einen Umsatz von rund 9,3 Mrd. Euro. Bereinigt um Währungseffekte ergibt sich ein Wachstum von 4,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (2018: 8,6 Mrd. Euro).

Vor allem der größte Geschäftsbereich, die Humanpharmazeutika, trug zu dem soliden organischen Wachstum bei. Der Umsatz im Geschäftsbereich Tiergesundheit war aufgrund des Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest in Asien leicht rückläufig. Die Ergebnisse in der biopharmazeutischen Auftragsfertigung wurden durch ungünstige Phaseneffekte negativ beeinflusst.

„Mit unserem Halbjahresergebnis sind wir zufrieden. Boehringer Ingelheim wächst organisch auf einem nachhaltigen und stabilen Weg“, sagte von Baumbach.

Mit Humanpharmazeutika, dem größten Geschäftsfeld von Boehringer Ingelheim, erzielte das Unternehmen im ersten Halbjahr einen Umsatz von 6,8 Mrd. Euro (2018: 6,1 Mrd. Euro). Haupttreiber des Wachstums ist das Diabetes-Portfolio mit der Typ-2-Diabetes Medikamentenfamilie.

So erhöhte sich der Umsatz mit JARDIANCE® währungsbereinigt um 44,8 Prozent auf rund 1 Mrd. Euro. Boehringer Ingelheim vermarktet die Diabetesmedikamente gemeinsam mit Eli Lilly and Company. Im Portfolio der Atemwegsmedikamente legte OFEV® zur Behandlung der idiopathischen Lungenfibrose beim Umsatz währungsbereinigt um 21,6 Prozent auf 677 Mio. Euro zu.

Im ersten Halbjahr 2019 erwirtschaftete Boehringer Ingelheim im Geschäftsbereich Tiergesundheit einen Umsatz von rund 2,1 Mrd. Euro (2018: 2,1 Mrd. Euro). Bereinigt um Währungseffekte ergibt sich ein Rückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 1,7 Prozent. Umsatzstärkstes Produkt ist das Antiparasitikum NEXGARD®, das währungsbereinigt um 13,8 Prozent auf 395 Mio. Euro zulegte.

Bei Impfstoffen für Nutztiere sind starke Effekte der Afrikanischen Schweinepest in China und Südost-Asien zu verzeichnen, wo Millionen von Schweinen gekeult werden, um die Krankheit zu stoppen.

So nahm bei dem Schweineimpfstoff INGELVAC CIRCOFLEX® der Umsatz währungsbereinigt um 23,3 Prozent auf 117 Mio. Euro ab. Trotz der aktuellen Herausforderungen bleibt die Region auch in der Tiergesundheit ein wichtiger Wachstumsmarkt für Boehringer Ingelheim.

Der Umsatz der biopharmazeutischen Auftragsherstellung lag unter dem Vorjahresniveau, was zu einem Umsatz von 273 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2019 führte (2018: 298 Mio. Euro).

Der Rückgang ist im Wesentlichen auf ungünstige Phaseneffekte zurückzuführen. Im Fokus steht der Ausbau von Produktionskapazitäten in Europa, USA und Asien, da die Bedeutung biopharmazeutisch hergestellter Medikamente weltweit zunimmt.

Im ersten Halbjahr 2019 herrschten in allen Regionen weiterhin gute Geschäftsbedingungen. Dies gilt auch für den japanischen Markt, wo Boehringer Ingelheim nach Umsatzrückgängen in den vergangenen Jahren wieder wächst.

Insgesamt geht Boehringer Ingelheim für das laufende Geschäftsjahr auf vergleichbarer Basis unverändert von einem leichten Wachstum der Umsatzerlöse aus.




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