8. Boehringer Ingelheim Expert Forum on Farm Animal Well-being

(08.08.2015) Kälbergesundheit aus der Sicht des Kalbs, Wohlbefinden eine Grundkomponente der Gesundheit

Boehringer Ingelheim bietet Forschern eine Plattform, um über Gesundheit und Wohlbefinden von Mast- und Milchkälbern zu diskutieren

„Alles beginnt mit dem Kalb. Egal, ob Sie ein Milcherzeuger oder ein Rinderzüchter sind, die Forschung zeigt, dass das Wohlbefinden in diesen prägenden ersten Monaten des Kälberlebens Auswirkungen auf die langfristige Produktivität des Kalbs hat“, sagte Tierarzt Dr. Robert Tremblay, Boehringer Ingelheim Kanada. Landwirte und Tierärzte sollten das Wohlbefinden der Kälber als eine Grundkomponente ihrer Gesundheit mehr berücksichtigen.


Die Teilnehmer des Expertenforums

So stand dieses Thema denn auch im Fokus des 8. Boehringer Ingelheim Expert Forum on Farm Animal Well-being in Ontario, Kanada.

Das Forum bot 80 internationalen Forschern und Praktikern aus ganz Kanada sowie Australien, China, Frankreich, Deutschland, Türkei, Spanien, Großbritannien, Irland und den Vereinigten Staaten eine Plattform, um neue Informationen darüber zu präsentieren, wie die frühen Lebensstadien eines Kalbs besser zu managen sind, und dies vor allem aus der Perspektive des Kalbs.

Die Referenten deckten ein breites Spektrum von Themen ab, wie z.B. die Bedeutung der Mutter-Kalb-Bindung und wie die soziale Entwicklung ab der Geburt durch den Entwöhnungsprozess beeinflusst wird. Rinder sind soziale Tiere und die Praktik, Kälber zu trennen, scheint einen Einfluss auf die Schmerzwahrnehmung und auf die Lebensqualität eines Kalbs zu haben.


Die Referenten von links nach rechts: Dr. Cassandra Tucker, University of California, Davis, USA; Dr. Joe Stookey, University of Saskatchewan, Canada; Dr. John Campbell, University of Saskatchewan, Canada; Dr. Ed Pajor, University of Calgary, Canada; Ms. Melissa Downing, Spring Creek Ranch, Canada; Dr. Derek Haley, University of Guelph, Canada; Dr. Claire Windeyer, University of Calgary, Canada; Dr. Dan Weary, University of British Colombia, Canada

Ebenso diskutierten die Experten neue Methoden zur Messung und Linderung von Schmerzen, die von üblichen Managementpraktiken herrühren. Dazu zählen Absetzen, Enthornen und Tiere mit einem Brandzeichen versehen sowie die gemeinsame Wirkung dieser stressreichen Ereignisse.

Die Referenten erörterten Lösungen, z.B. wie es sich auswirkt, die Praktiken zeitlich zu trennen sowie die Tiere mit nichtsteroidalen, entzündungshemmenden Medikamenten (NSAIDs) zu behandeln, so dass Landwirte und Tierärzte das Wohlbefinden des Kalbs in dieser Phase verbessern und dessen Schmerzen reduzieren können.

Dr. Dan Weary, Mitbegründer des Animal Welfare-Programms an der Universität von British Columbia, betonte, dass isolierte Kälber langsamer lernen und sich auf Veränderungen schlechter einstellen können. „Landwirte und Tierärzte beginnen, neue Ansätze wie Zweier- oder Gruppensysteme zu berücksichtigen, um Wachstum zu erhöhen, Stress zu verringern und das Lernen zu verbessern.“

Dr. Cassandra Tucker, UC Davis, Kalifornien, stellte als Alternative zum Brandzeichen mit einem heißen Eisen das Brandzeichen mittels Kälte vor. „Das bewahrt die sozialen und gesellschaftlichen Elemente dieser Praxis, reduziert aber den Schmerz, den die Kälber bei dieser Prozedur empfinden.“

Weitere Informationen zu diesem Forum und vergangenen Ereignissen unter: www.farmanimalwellbeing.eu




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