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Roberto Mossi wird neuer Präsident der GST
Roberto Mossi
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Die GST sagt Ja zur Feuerwerksinitiative
Hauserphoton CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons
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Bild 1: Podofurunkulose-Behandlung mit dem PetCellpen®
Deutschland

Kaltplasmatherapie – ein zukunftsweisendes Thema auf der DGVD Jahrestagung 2024

Die 24. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Veterinärdermatologie vom 6. bis 9. Juni 2024 in Stuttgart ist vorbei, aber was wir daraus mitnehmen, ist dauerhaft.

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Ein wichtiges und zukunftsweisendes Thema der diesjährigen Austragung war die Kaltplasmatherapie. In fast jedem Referat an diesem Wochenende wurde Kaltplasma mit seinen positiven Effekten auf die Wundheilung erwähnt.

Bereits am Vorkongress war die «Kaltplasmatherapie in der Veterinärmedizin» Titel eines Seminars mit Dr. Dipl. ACVD, Dipl. ECVD & Specialist EBVS Christoph Klinger, der auch in seinem Seminar «Wundheilungsstörungen, woran liegt’s und was tun, damit’s doch klappt?» darauf zu sprechen kam. 

Dabei erklärte er die antiseptische Wirkung und die wundheilungsfördernden Effekte der Behandlung mit Kaltplasma.

Aber auch im Rahmen der Referate am Hauptkongress kamen die Referenten wiederholt auf die Alternativen aus den physikalischen Therapien allen voran das Kaltplasma, zu sprechen. 

Zum Beispiel hat Dr. Dipl. ACVD, Dipl. ECVD & Specialist EBVS Claudia Nett in ihren Vorträgen zur Podofurunkulose, perianalen Fisteln und der Alopezie X auf die möglichen Verbesserungen des Outcomes des Behandlungsprotokolls unter Einbezug der Kaltplasmatherapie hingewiesen.

Auch wurde im Referat «Antibiosen vermeiden – warum?» von Dr. Dipl. ACVD, Dipl. ECVD, Specialist EBVS & Bachelor of Science Kerstin Wildermuth auf die Möglichkeit hingewiesen, vermehrt die physikalischen Therapiemethoden einzubeziehen, um hier nur einige zu nennen.

Die Präsenz der Kaltplasmatherapie an diesem bedeutenden Dermatologie-Kongress zeigt deutlich, wie wichtig physikalische Therapiemethoden heute geworden sind. Vor allem auch in Hinblick auf die Zunahme der Antibiotikaresistenzen, müssen dringend Alternativen zu den klassischen Behandlungsprotokollen mit antimikrobiellen Pharmazeutika, insbesondere bei dermalen Problemen, geprüft werden.

Mit der Kaltplasmatherapie haben wir eine vielversprechende physikalische Therapiemethode, die auch bei multiresistenten Bakterien1 und Biofilmen2,3 eingesetzt werden kann und aufgrund des unspezifischen oxidativen Wirkmechanismus keine Resistenzen4,5 kennt.

Die breite Wirksamkeit der Kaltplasmatherapie erklärt sich daraus, dass Kaltplasma sich aus verschiedenen Komponenten zusammensetzt.

Es werden unter anderem UV- und thermische Strahlung, elektromagnetische Felder und Radikale wie reaktive Sauerstoff- und Stickstoff-Spezies (ROS) gebildet. 

Alle diese Komponenten können unterschiedliche physikalische Phänomene und chemische Reaktionen induzieren6 und wirken synergistisch als Cocktail auf die Haut und die angrenzenden Gewebe ein.

Für die Redox-Biologie der Zellen sind die ROS wichtig. Sie sind wichtige Signalmoleküle in allen Stadien der Wundheilung7,8,9 und integrale Bestandteile der antimikrobiellen Abwehr durch Phagozyten7,10 . Therapeutisch von extern zugeführt, unterstützen sie die Wundheilung, indem die Signalübertragung und die anti-infektiöse Wirkung gefördert werden7

Die umgebenden tierischen Zellen werden nicht geschädigt, da in der natürlichen Wundheilung auch ROS gebildet werden und die Zellen somit über schützende Mechanismen verfügen, um den auftretenden oxidativen Stress zu kompensieren11,12,13,14 .

Bild 2: Hotspot-Behandlung mit dem PetCellpen®
Bild 2: Hotspot-Behandlung mit dem PetCellpen®

Eine für die Veterinärmedizin entwickelte mobile Kaltplasmaquelle ist der PetCellpen® . Er funktioniert mit auswechselbaren Akkus und ist dadurch jederzeit einsatzbereit. Er ist DIN SPEC-geprüft und zeichnet sich durch verschiedene, anwendungsspezifische Elektroden aus, die passend für die Kleintiere auch minimale Ansatzflächen bieten.

Zur Anwendung müssen die Tiere nicht sediert oder geschoren werden und es sind keine Hilfsmaterialien wie Kontaktgels nötig. Die kurzen Therapiezeiten von wenigen Minuten erleichtern den Einsatz. Bei korrekter Verwendung sind keine Nebenwirkungen zu befürchten.

Der PetCellpen® erweitert das Behandlungsspektrum jeder Kleintierpraxis und erlaubt eine unkomplizierte Anwendung von Plasmamedizin im Praxisalltag.

Bild 3: Pyodermie-Behandlung mit dem PetCellpen®
Bild 3: Pyodermie-Behandlung mit dem PetCellpen®
ActivCell
ActivCell
Informationen des Herstellers: Vertrieb in Deutschland
ActivCell Group AG

Luzernerstrasse 20

6295 Mosen



Tel +41 41 924 11 88

[email protected]

www.activcellgroup.com
MD INNOVATION TECH GmbH

Klingelbrunnenstrasse 39

D-95659 Arzberg



Tel + 49 9233 7157745

[email protected]

www.md-innovationtech.com

Literaturnachweis

1 Maisch T, Shimizu T, Li Y-F, Heinlin J, Karrer S, Morfill G, Zimmermann J. Decolonisation of MRSA, S. aureus and E. coli by cold-atmospheric plasma using a porcine skin model in vitro. PloS One. 2012;7(4):e34610. PMID: 22558091. doi: 10.1371/journal.pone.0034610

2 Cornell KA, Benfield K, Berntsen T, Clingerman J, Croteau A, Goering S, Moyer D, Provost M, White A, Plumlee D, Oxford JT, Browning J. A Cold Atmospheric Pressure Plasma Discharge Device Exerts Antimicrobial Effects. Int J Latest Trends Eng Technol. 2020 Jan;15(3):036-41. PMID: 32219149

3 Fricke K, Koban I, Tresp H, Jablonowski L, Schröder K, Kramer A, Weltmann K-D, von Woedtke T, Kocher T. Atmospheric pressure plasma: a high-performance tool for the efficient removal of biofilms. PLoS One. 2012;7(8)e42539. PMID: 22880025. doi: 10.1371/journal.pone.0042539

4 Mai-Prochnow A, Bradbury M, Ostrikov K, Murphy AB. Pseudomonas aeruginosa Biofilm Response and Resistance to Cold Atmospheric Pressure Plasma Is Linked to the Redox-Active Molecule Phenazine. PLoS One. 2015 Jun 26;10(6):e0130373. PMID: 26114428. doi: 10.1371/journal.pone.0130373

5 Matthes R, Assadian O, Kramer A. Repeated applications of cold atmospheric pressure plasma does not induce resistance in Staphylococcus aureus embedded in biofilms. GMS Hyg Infect Control. 2014 Sep 30;9(3):Doc17. PMID: 25285261. doi: 10.3205/dgkh000237

6 Gay-Mimbrera J, Garcia MC, Isla-Tejera B, Rodero-Serrano A, Garcia-Nieto AV, Ruano J. Clinical and Biological Principles of Cold Atmospheric Plasma Application in Skin Cancer. Adv Ther. 2016 Jun;33(6):894-909. PMID: 27142848. doi: 10.1007/s12325-016-0338-1

7 Bekeschus S, Kramer A, Schmidt A. Gas Plasma-Augmented Wound Healing in Animal Models and Veterinary Medicine, Molecules. 2021 Sep 19;26(18):5682. PMID: 34577153, doi: 10.3390/molecules26185682

8 Sen, C.K. The general case for redox control of wound repair. Wound Repair Regen. 2003, 11, 431–438           

9 Wende, K.; von Woedtke, T.; Weltmann, K.D.; Bekeschus, S. Chemistry and biochemistry of cold physical plasma derived reactive speciesin liquids. Biol. Chem. 2018, 400, 19–38

10 Winterbourn, C.C.; Kettle, A.J. Reactions of superoxide with myeloperoxidase and its products. Jpn. J. Infect. Dis. 2004, 57, S31–S33

11 Weltmann KD, Metelmann HR and von Woedtke T. Low temperature plasma applications in medicine. Europhysics News (EPN) 47(5-6): 39-42, 2016. DOI: 10.1051/epn/2016507

12 von Woedtke T, Schmidt A, Bekeschus S, Wende K, Weltmann K-D. Plasma medicine: a field of applied redox biology. In Vivo. Jul-Aug 2019;33(4):1011-1026. PMID: 31280189. doi: 10.21873/invivo.11570

13 Thannickal VJ, Fanburg BL. Reactive oxygen species in cell signaling. Am J Physiol Lung Cell Mol Physiol. 2000 Dec;279(6):L1005-28. PMID: 11076791. doi: 10.1152/ajplung.2000.279.6.L1005

14 Fridman G, Friedman G, Gutsol A, Shekhter AB, Vasilets VN, Fridman A. Applied Plasma Medicine. Plasma Process. Polym. 2008, 5, 503-533. doi: 10.1002/ppap.200700154    

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