Ermittlung der Hautverträglichkeit verschiedener Perubalsame (Myroxylon balsamum Harms) und ihrer Hauptkomponenten Nerolidol und Benzylbenzoat bei Hunden mit Hilfe des Patch Tests

(15.03.2012) K. ZITTERL-EGLSEER, C. MASCHERBAUER, E. ZIMMERMANN, B. LITSCHAUER, W. ZITTERL and J.G. THALHAMMER; Wien Tierärztl Monat – Vet Med Austria 99 (2012)

Perubalsam (PB) ist Bestandteil einiger Arzneimittel sowohl in der Human- als auch in der Veterinärmedizin, sowie von Kosmetika und Tierpflegeprodukten. Bei empfindlichen Personen kann PB jedoch allergische Reaktionen auslösen.

In der Literatur wurde ein Fall einer allergischen Reaktion auf 25 % Perubalsam (Trägersubstanz Vaseline) bei einem Hund beschrieben, nachdem an Hunden eine standardisierte Testserie zur Allergietestung für den Menschen appliziert worden war.

Chemisch definierte, unverdünnte Perubalsame wurden aber bislang noch nicht auf ihre Reizwirkung untersucht. Ziel dieser Studie war die erstmalige Untersuchung der Verträglichkeit von unverdünnten, chemisch definierten Perubalsamen unterschiedlicher Qualität auf der Haut von Hunden.

Material und Methode

Sechs verschiedene Perubalsame unterschiedlicher Herkunft wurden chemisch analysiert und diese sowie ihre Hauptkomponenten Nerolidol und Benzylbenzoat an zehn Hunden (Beagles) mittels eines geschlossenen Patchtests im Vergleich zu einer Positivkontrolle (Natriumlaurylsulfat) und einer Negativkontrolle (Wasser) auf ihre Hautverträglichkeit getestet.

Ein Areal lateral am Rumpf der Hunde wurde vorsichtig rasiert, auf dem anschließend zehn verschiedene Substanzen für vier Stunden im geschlossenen Patchtest appliziert wurden. Das Ablesen erfolgte 1, 24, 48 und 72 Stunden nach der Abnahme der Patches. Rötung und Ödem wurden mittels zweier unterschiedlicher Evaluierungsmethoden beurteilt.

Ergebnisse

Alle getesteten Perubalsame und Nerolidol wurden mit einem Primären Dermalen Irritationsindex (PDII) von 0,025 bis 0,350 klassifiziert und als vernachlässigbar reizend eingestuft, während sich die Positivkontrolle als geringgradig reizend mit einem PDII von 1,075 erwies.

Die gute Abgrenzbarkeit der Hautreaktion an der Teststelle und ihr „Decrescendo- Verlauf“, die bei jenen Tieren mit Hautreaktionen zu beobachten waren, sprechen für geringgradige irritative Effekte und nicht für allergische Reaktionen.

Schlussfolgerung

Die Ergebnisse der Studie weisen darauf hin, dass die Wahrscheinlichkeit, Hautirritationen bei Hunden durch topische Arzneimittel und Pflegeprodukte mit dem Bestandteil Perubalsam auszulösen, sehr gering ist.

www.wtm.at

Wien Tierärztl Monat – Vet Med Austria


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