Antimikrobielle Wirkung von Kupfer auf multiresistente Bakterien

(15.11.2012) G. STEINDL, S. HEUBERGER and B. SPRINGER; Wien Tierärztl Monat – Vet Med Austria 99 (2012) 

Kupfer fand über Jahrhunderte hinweg medizinische Anwendung, doch mit Einführung der Antibiotikatherapie trat die Erforschung seiner antimikrobiellen Eigenschaften in den Hintergrund.

Die in den letzten Jahren zunehmende Resistenzproblematik ließ alternative Methoden zur Infektionskontrolle wieder in das Augenmerk rücken. Dazu zählt auch der Einsatz von Kupferoberflächen in sensiblen Bereichen des Gesundheitssystems.

Laborstudien sowie anwendungsorientierte klinische Arbeiten konnten eindrucksvoll die antimikrobielle Aktivität von Kupfer und Kupferlegierungen unter Beweis stellen.

Material und Methoden

Wir untersuchten die antimikrobielle Wirkung von Kupfer auf drei multiresistente Bakterienstämme: Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus Sequenztyp 398, CTX-M-15 prduzierende Escherichia coli und NDM-1 produzierende Klebsiella pneumoniae.

Kupferplättchen wurden mit den entsprechenden Zellsuspensionen inokuliert und bei Raumtemperatur inkubiert. Nach definierten Zeitpunkten erfolgten eine Resuspendierung der Keime und die Bestimmung der Keimzahl mittels Plattengussmethode.

Ergebnisse

Die Ergebnisse zeigen eine mehr als fünffache log-Reduktion für CTX-M-15 produzierende E. coli und NDM-1 produzierende K. pneumoniae nach 60 min Inkubation. Eine äquivalente Reduktion an lebensfähigen Keimen wurde für S. aureus Sequenztyp 398 nach 120 min beobachtet.

Schlussfolgerung

Unsere Daten ergänzen die bisherige Literatur in Bezug auf antimikrobielle Eigenschaften von Kupfer hinsichtlich multiresistenter Erreger, und lassen den Einsatz von Kupferoberflächen in ausgewählten Bereichen als sinnvoll erscheinen.

Wien Tierärztl Monat

www.wtm.at



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