Tierärzte bündeln Kräfte, um Tierschutzprojekte voranzubringen

(04.06.2018) Auftaktveranstaltung der „Tierärztlichen Plattform Tierschutz“ in Oesede am 29. und 30. Juni 2018

Derzeit wird über die Alternativen der betäubungslosen Ferkelkastration eine groß angelegte politische Diskussion geführt. Zu Wort kommen Schweinehalter, der Einzelhandel, Politiker und verschiedene Tierschutzorganisationen.

Die Berufsgruppe, die sich allerdings mit den Konsequenzen der Alternativen auf das Wohlbefinden der Tiere am meisten beschäftigt und am besten auskennt, also die Tierärzteschaft, wird in der Diskussion nur am Rande beteiligt.

Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz

Hintergrund dafür ist auch, dass der Tierarztberuf viele unterschiedliche Tätigkeiten umfasst, vom Praktiker für Haustiere und in der Landwirtschaft, in der amtlichen Überwachung, in der Wissenschaft, in Zoos etc., was naturgemäß zu einer fachlichen Spezialisierung führt.

Die Tierärzte haben sich mit der Einführung ihres Ethik-Kodexes bereits 2015 verpflichtet „mit ihren fachlichen Kenntnissen und Fähigkeiten in besonderer Weise zum Schutz und zur Sicherung der Gesundheit und des Wohlbefindens der Tiere beizutragen“.

Dies war die Initiative, um sich im Sinne dieser Selbstverpflichtung in einer gemeinsamen „Tierärztlichen Plattform Tierschutz“ mit allen großen Tierärztlichen Organisationen zusammenzuschließen.

Ziel soll es sein, gemeinsame Positionen zu finden und über einen gezielten Dialog mit den verschiedensten Stakeholdern und Meinungsbildnern in der Gesellschaft noch aktiver als bisher in die Gestaltungsprozesse zur Verbesserung der Lebensqualität aller in menschlicher Obhut befindlichen Tiere einzubringen.

Die Bundestierärztekammer als Vertretung aller Tierärzte in Deutschland, die TVT (Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V), der Bpt (Bundesverband beamteter Tierärzte e.V.), der bpt (Bundesverband praktizierender Tierärzte e.V) und die DVG (Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft e.V) haben dazu einen Kooperationsvertrag unterzeichnet.

Einmal jährlich werden zukünftig Veranstaltungen von den Organisationen durchgeführt, die einen Dialog zwischen der Tierärzteschaft und anderen einschlägigen natur- und geisteswissenschaftlichen Disziplinen einerseits und am Wohlergehen der Tiere interessierten gesellschaftlichen Gruppen andererseits anstoßen sollen.

Prof. Thomas Blaha, Koordinator der Tierärztlichen Plattform Tierschutz und Vorsitzender der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz erklärt dazu: „Ganz aktuell wird beispielsweise bei den Alternativen zur Ferkelkastration in der Öffentlichkeit der sogenannte Vierte Weg, nämlich der Einsatz von Lokalanästhetika durch den Tierhalter, propagiert.

Diese Alternative wird aber von der Bundestierärztekammer und der TVT, wie übrigens von anderen Tierschutzverbänden auch, abgelehnt. Hier müssen wir Tierärzte ansetzen, um mehr Gehör zu finden."

Die Auftaktveranstaltung der Tierärztlichen Plattform für Tierschutz findet vom 29.-30. Juni 2018 in der Katholische LandvolkHochschule Oesede, Gartbrink 5, 49124 Geogsmarienhütte, statt, und ist nicht nur für Tierärzte, sondern auch für jeden am Tierschutz Interessierten offen.

Auf dem Programm steht die Vorstellung der Tierschutz-Aktivitäten der Tierärztlichen Vereinigungen sowie die Sicht verschiedener anderer Gesellschaftsgruppen (Medien, NGO, Politiker, Einzelhandel, Kirchen) auf die Tierärzteschaft.

Die Tagungsgebühr beträgt 50 Euro, Kosten für Verpflegung zusätzlich 65 Euro. Anmeldung per Mail, Fax oder Telefon unter: Tel.: 05401 / 8668-0 | Fax: 05401 / 8668-60, eMail: info@klvhs.de.



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