Neuer Interessenverband für Klauengesundheit

(12.12.2017) Qualifizierte Arbeit am Bewegungsapparat der Rinder ist aktiver Tierschutz. Dennoch erfordert der Erhalt der Klauengesundheit eine komplexe Herangehensweise. Umso wichtiger ist die Kommunikation und Zusammenarbeit von Tierhalter, Klauenpfleger und Tierarzt.

Zum 2. Leipziger Symposium zur Klauengesundheit im Rahmen des 9. Leipziger Tierärztekongresses wird der neu gegründete Interessenverband Klauengesundheit darüber sprechen, wie dies in der Praxis funktionieren kann.

Die Tiergesundheit von Rindern verbessern, deren Leistungsfähigkeit fördern und den Tierschutz aktiv gestalten – das sind die Ziele des neu gegründeten Interessenverbands Klauengesundheit Deutschland (IKD).

Berufsklauenpfleger, Landwirte und praktizierende Tierärzte sowie Professoren aus Landwirtschaft und Veterinärmedizin aus ganz Deutschland sind in dem Verein vertreten.

Hohe Anforderungen an Qualität und Organisation der Klauenpflege

Alle Mitglieder sind sich darin einig, dass eine korrekte, fachkundige Klauenpflege dazu beiträgt, die Klauengesundheit  zu erhalten, zu verbessern oder wiederherzustellen. Sie muss regelmäßig und bestandsspezifisch adaptiert, von gut ausgebildeten Fachleuten durchgeführt werden.

Außerdem werden in Milchviehbetrieben unter den Bedingungen moderner Laufstallhaltung hohe Anforderungen an Qualität und Organisation der Klauenpflege gestellt. Zum Teil ist eine tier-individuelle Pflege notwendig, die aber den Produktionsprozess nicht beeinträchtigen oder zu Leistungseinbußen bei den Tieren führen darf.

Nicht zuletzt sind Klauenpfleger dazu verpflichtet, ihre Arbeit im Betrieb zu dokumentieren, was unter anderem Kenntnisse über Klauenerkrankungen erfordert.

Ausbildung weiterentwickeln

Es ist zwingend notwendig, den aktuellen Wissensstand in die Praxis zu übertragen und diesen auszubauen. Dafür ist laut dem Verein ein System zur Aus- und Weiterbildung aller aktiv tätigen Klauenpfleger, aber auch weiteren Betreuern der Nutztierbestände, notwendig.

Dies kann über Hospitationen, Seminare und Workshops realisiert werden. Tierärzte und Landwirte sind gefordert, sich aktiv einzubringen.

2. Leipziger Symposium zur Klauengesundheit

Mit dem 2. Leipziger Symposium zur Klauengesundheit zum Leipziger Tierärztekongress wird diese Zusammenarbeit zur gelebten Realität. Dieses findet am 20. Januar 2018 ab 08.30 Uhr auf der Leipziger Messe statt.

Gründungsmitglieder

  • Prof. Alexander Starke, Vorstandsvorsitzender (Direktor der Klinik für Klauentiere Leipzig)
  • Bodo Hirsemann, stellvertretender Vorstandsvorsitzender
  • Dr. Hans-Peter Klindtworth, Bildungsverantwortlicher
  • Lars Bittermann (Geschäftsführer Agrargenossenschaft eg Reichenbach)
  • Detlef Findeisen (Geschäftsführer Klauenpflege Findeisen GmbH und Co. KG)
  • Gerd-Udo Heikens (Landwirt)
  • Wolfgang Wendland (selbständiger Klauenpfleger)
  • Heino Westermann (Geschäftsführer Klauenpfleger Schule GmbH)
  • Dr. Uwe Wünsch (wiss. Mitarbeiter an der Klinik für Klauentiere Leipzig)




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