VET-MAGAZIN logo
Schleppnetzfischerei reduziert Kohlenstoffspeicherung
Hereon/iStock
Goldschakalprojekt: Goldschakal Maj liefert der Forschung einzigartige Daten über seine weite Reise
Jennifer Hatlauf (BOKU Wien)
Nachhaltige Austernernte in der Steinzeit: Lehren für modernes, nachhaltiges Fischen
Unsplah / Ben Stern
Warum Languren Salzwasser trinken
Nguyen Van Truong
Warum Languren Salzwasser trinken
Auch unbeteiligte Raubfische profitieren von der Gruppenjagd mit hoher Geschwindigkeit
Matthew Hansen
Schwere Geburt: Auch Schimpansen müssen pressen
Patrick Rolands / Adobe Stock
Wildbienen und Bio-Landbau: Unterschiede in der Flächenbewirtschaftung wirken sich auf Populationen aus
Vincent Doublet/Uni Ulm
Bundesverband Praktizierender Tierärzte (bpt)
Deutschland

Tierärzteverband fordert faktenbasierte Entscheidungen zu Antibiotikaresistenzen

Der Bundesverband Praktizierender Tierärzte (bpt) begrüßt, dass bei der Amtschef- und Agrarministerkonferenz vom 13. bis 15. April 2016 in Göhren-Lebbin erneut über Wege und Strategien zur Lösung des wichtigen Themas der Antibiotikaresistenzen beraten wird.

. . .

Das hat bpt-Präsident, Dr. Siegfried Moder, vergangene Woche in einem Schreiben an die Landwirtschaftsminister von Bund und Ländern hervorgehoben.

Unverständlich sei jedoch laut Moder, dass seitens einiger Bundesländer Maßnahmen zur Minimierung des Antibiotikaeinsatzes, wie die Abschaffung von Mengenrabatten und Einführung von Festpreisen, gefordert würden, die am eigentlichen Kern des Problems vorbeigingen. Wider besseres Wissen werde sogar erneut die Abschaffung von Rabatten mit dem tierärztlichen Dispensierrecht verknüpft.

„Nicht nur die durch das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation nachgewiesene, deutliche Reduzierung der Antibiotikamengen, auch die jüngsten Veröffentlichungen des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit zum Rückgang der Zahlen zum betrieblichen Therapiehäufigkeitsindex belegen deutlich, dass wir mit der 16. AMG-Novelle auf dem richtigen Weg sind,“ erläutert der bpt-Präsident.

Eine noch weitere Reduzierung des Antibiotikaeinsatzes in der Landwirtschaft werde nach Auffassung des Verbandes nur möglich sein, wenn das Antibiotikum im Verhältnis zu möglichen Alternativen, wie Investitionen in Haltung, Hygiene, Fütterung oder Tiergesundheitsberatung durch den Tierarzt, wesentlich verteuert würde.

„Die Abschaffung von Mengenrabatten wird im Verhältnis dazu keinen nennenswerten Beitrag leisten“, betont Moder. „Ganz im Gegenteil: In Frankreich hat sich gezeigt, dass das Rabattverbot sogar zu einer Verbilligung der Antibiotika geführt hat.“

Auch der Vorschlag zur Einführung von Festpreisen sei schwer umsetzbar, glaubt der Verbandspräsident. Es sei zwar richtig, dass es im Bereich der verschreibungspflichtigen Humanarzneimittel Festpreise gebe, diese würden jedoch zwischen den pharmazeutischen Unternehmen und den Krankenkassen ausgehandelt.

Ein solches System fehle in der Tiermedizin. Der Aufbau einer entsprechenden Verwaltung, vor allem einer effektiven Kontrolle, würde zu einer nicht unerheblichen finanziellen Belastung der staatlichen Haushalte führen.

Als völlig inakzeptabel bezeichnet Moder die wiederholte Verquickung der Abschaffung von Rabatten mit dem tierärztlichen Dispensierrecht.

„Erst in 2014 hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft ein unabhängiges Gutachten vorgelegt, das sehr klar zeigt, dass die Vorteile des Dispensierrechts die Nachteile bei weitem überwiegen“, erklärt er.

In dem sich anschließenden Fachdiskurs, in den alle gesellschaftlich relevanten Gruppen einschließlich Länder und NGOs mit einbezogen waren, wurde deutlich, dass es nur wenige Argumente gegen das Dispensierrecht gibt.

Einzig Fragen der Preisgestaltung für Tierarzneimittel wurden kritisch beleuchtet und verschiedene Möglichkeiten zu deren Modifikation, wie die Rabattierung, angesprochen.

Als Alternativen wurden die Einführung einer Steuer oder von Mindestpreisen vorgeschlagen. Beide Varianten wären aus Sicht des Verbandes deutlich besser geeignet, um Antibiotika teurer zu machen und damit den Anreiz zu deren Anwendung zu reduzieren.

Auch rechtlich dürfte es einfacher sein, das Höchstpreissystem der Arzneimittelpreisverordnung auf ein Mindestpreissystem umzustellen.

Überdies verweist Moder auf die vom Bundesministerium beauftragte Studie, die untersuchen soll, ob und gegebenenfalls welchen Einfluss die Rabatte auf die Entstehung von Antibiotikaresistenzen und welche Auswirkungen deren Abschaffung damit für Tierärzte, Landwirtschaft und die pharmazeutische Industrie haben.

Um in dieser Sache zu einer faktenbasierten Entscheidung zu kommen, fordert Moder von den Landwirtschaftsministern, die Ergebnisse dieser Studie abzuwarten wie auch die aufgezeigten Argumente bei den anstehenden Beratungen zu berücksichtigen.

. . .

Weitere Meldungen

die neuesten Meldungen

. . .

Firmennews

Teile diesen Bericht auf:

Werbung via Google
Werbung via Google

Buchtipps Buchtipps Buchtipps

Grundlagen moderner Antibiotikatherapie in der Kleintierpraxis
Grundlagen moderner Antibiotikatherapie in der Klein...
(30. Okt 2024) Das gut strukturierte Nachschlagewerk Grundlagen moderner Antibiotikathe...
Essential Facts of Equine Physical Therapy,...
(24. Okt 2024) The new book ‘Essential Facts of Equine Physical...
Veterinary Psychiatry of the Dog: Diagnosis...
(18. Okt 2024) This richly illustrated textbook delivers a functional vision...
Praxisbuch Physiogriffe für Pferde
(09. Okt 2024) Selbst Verspannungen lösen und Wohlbefinden steigern - von...
Case Studies in Small Animal Point...
(04. Okt 2024) A Color Handbook - herausgegeben von Erin Binagia,...
Move! Trainings- und Bewegungsaufbau für den...
(27. Sep 2024) Bewegung ist Leben - das gilt auch und...

Internationale Veranstaltungen Int. Veranstaltungen Internationale Veranstaltungen

Hill's Global Symposium 2024
Hill's Global Symposium 2024
(20. Okt 2024) Hosted by Hill's Pet Nutrition on Oct. 24-25,...
7. Kroatischer Veterinärkongress 2024
(22. Jul 2024) Der diesjährige Kroatische Veterinärkongress wird vom 24. bis...
EERVC 2024 in Belgrad
(21. Jul 2024) Die Eastern European Regional Veterinary Conference (EERVC) findet...
29. FECAVA EuroCongress in Athen
(11. Jul 2024) Die FECAVA lädt vom 12. bis 14. September...
2.700 Veterinärmediziner auf dem Weltkongress rund...
(11. Jun 2024) Veterinärmediziner aus 65 Ländern versammelten sich vom 4....
Registration opens for Companion Animal Nutrition...
(29. Mär 2024) The annual Purina Institute Companion Animal Nutrition (CAN)...

Preise und Stipendien Preise und Stipendien Preise und Stipendien

MSD & FVE Stipendienprogramm 2024
FVE
MSD & FVE Stipendienprogramm 2024
(17. Okt 2024) MSD Tiergesundheit und FVE stellen 34 Stipendien in...
David Ebmer mit dem Rudolf Ippen...
(10. Okt 2024) Auszeichnung der European Association of Zoo and Wildlife...
WSAVA ehrt Dr. Bao Lei mit...
(05. Aug 2024) Die World Small Animal Veterinary Association (WSAVA) ist...
Gemma Campling wird mit dem WSAVA...
(24. Jul 2024) Die World Small Animal Veterinary Association (WSAVA) ist...
Verleihung des Förderpreises 2022/2023 der H....
(17. Jul 2024) Den mit 10.000 Euro dotierten Förderpreis der H....
FECAVA und LABOKLIN schreiben das Reisestipendium...
(06. Jul 2024) Veterinärmedizin findet nicht nur in Ihrem eigenen Land...