Erstmals Kennzahlen aus staatlichem Antibiotika-Monitoring veröffentlicht

(31.03.2015) Mit den heute veröffentlichen Daten aus dem staatlichen Antibiotika-Monitoring wird erstmals die Therapiehäufigkeit in Betrieben, die Rinder, Schweine, Hühner und Puten zur Mast halten, gleichzeitig für die Landwirte und für die Überwachung offenkundig.

Die Tierhalter können anhand der bundesweit ermittelten Kennzahlen vergleichen, wie ihre individuelle Situation zu beurteilen ist.

Die Behörden erhalten Kenntnis über die landwirtschaftlichen Betriebe, bei denen im Berichtszeitraum überdurchschnittlich häufig Antibiotika eingesetzt wurden. Auf diese Betriebe zielen  die Maßnahmen ab, die mit der 16. AMG-Novelle gesetzlich festgelegt wurden.

„Zusammen mit den seit 2012 vierteljährlich erhobenen Daten aus dem privatwirtschaftlichen Antibiotika-Monitoring der QS Qualität und Sicherheit GmbH ist nun die systematische Erfassung der Anwendung von Antibiotika in der Nutztierhaltung in Deutschland auf hohem Niveau etabliert und sorgt für maximale Transparenz“, betont Dr. Hans-Joachim Götz, Präsident des Bundesverbandes Praktizierender Tierärzte.

Auf Grundlage der aus dem staatlichen System neu gewonnenen Daten muss jetzt in Betrieben, die die vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz (BVL) bekanntgegebenen Vergleichswerte überschreiten, eine Antibiotikareduktion erfolgen. Für die Reduktionsmaßnahmen gilt der Grundsatz, dass sie verantwortlich sein müssen und die Gesundheit des Tieres nicht gefährden dürfen.

Betriebe, die die Kennzahl 1 (= mittlerer Wert aus allen einzelbetrieblichen Therapiehäufigkeiten) überschreiten, sind verpflichtet, einen Tierarzt hinzuzuziehen, um die Ursachen für die überdurchschnittliche Antibiotikaanwendung zu analysieren und Maßnahmen für eine Reduzierung einzuleiten.

Überschreitet ein Betrieb die Kennzahl 2 (= Wert, unter dem 75 Prozent aller Therapiehäufigkeiten liegen) muss ein schriftliches Konzept zur Antibiotikaminimierung erstellt und der zuständigen Behörde unaufgefordert übermittelt werden.

Das Konzept muss konkret die Gründe benennen, die zur Überschreitung der Kennzahl geführt haben, und auch das Ergebnis der tierärztlichen Beratungen enthalten sowie Einzelheiten zu den Maßnahmen, die zur Verringerung des Antibiotikaeinsatzes ergriffen werden sollen.

„Das ist der richtige Ansatz, um den Antibiotikaeinsatz in der Tierhaltung nachhaltig zu reduzieren und damit das Risiko der Entstehung und Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen zu minimieren“, so Götz.

„Allerdings müssen die von tierärztlicher Seite angeratenen Maßnahmen auch umgesetzt werden“. Hierfür ist sicherzustellen, dass die Minimierungskonzepte von den Überwachungsbehörden fachlich geprüft und flächendeckende Kontrollen in den landwirtschaftlichen Betrieben durchgeführt werden.

Ebenso müssen weitere Verbesserungen des Arzneimittelgesetzes aus der Praxis heraus im laufenden Prozess vorgenommen werden, sobald Defizite erkennbar sind. Ansonsten läuft der erhebliche Aufwand, den Landwirte, Tierärzte und Behörden nun betreiben, ins Leere.



Artikel kommentieren

Weitere Meldungen

Bildquelle: Screenshot

Neue Notfall-Datenbank für Hunde und Katzen

Die Kölner Tierärztin Dr. Dominique Tordy löst mit dog-royalz und cat-royalz ein Problem aus der Notdienst-Praxis: fehlende Informationen zum Tier
Weiterlesen

Live-Webinar Kastration

Die Kastration von Hündin und Rüde aus klinischer und rechtlicher Sich

Am 18. Dezember 2019 findet von 19:00 bis 20:30 Uhr ein Live-Webinar mit dem Reproduktionsexperten Professor Dr. Axel Wehrend zum Thema „Die Kastration von Hündin und Rüde aus klinischer und rechtlicher Sicht“ statt
Weiterlesen

TAO-Equilibre

Neue Telefonnummer der TAO-Equilibre

Die Tierärztliche Akademie für Osteopathie - Equilibre ist ab sofort nur noch unter 0171-127 8676 erreichbar - die Festnetznummer 06190-8879619 ist nicht mehr gültig
Weiterlesen

Carstens-Stiftung

57. KVC-Forum Homöopathie in der Veterinärmedizin

Vom 20. bis 22. März 2020 lädt die Carstens-Stiftung Studierende nach Duisburg - Reise, Kost und Logis übernimmt die Carstens-Stiftung 
Weiterlesen

Myvetlearn

5. Modul der OP-Kurs-Reihe Kleintiere gestartet: Operationen von Milz / Abdominaltumoren

Seit dem 16. November 2019 steht Tierärztinnen und Tierärzten bei Myvetlearn.de das 5. Modul der OP-Kurs-Reihe Kleintiere mit Prof. Dr. Stephan Neumann
Weiterlesen

Verband medizinischer Fachberufe e.V.

Vor den Tarifverhandlungen für Tiermedizinische Fachangestellte

Am 9. Dezember starten in Frankfurt am Main die Tarifverhandlungen für Tiermedizinische Fachangestellte (TFA)
Weiterlesen

Friedel Cramer; Bildquelle: privat

Friedel Cramer als neuer BVL-Präsident ins Amt eingeführt

Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, hat am 3. Dezember 2019 dem neuen Präsidenten des BVL, Friedel Cramer, seine Ernennungsurkunde überreicht
Weiterlesen

Magazin

Firmennews

Neuerscheinungen