Bundesrat hat 16. AMG-Novelle beschlossen

(09.07.2013) Nach langen Verhandlungen hat der Bundesrat am 5. Juli 2013 mit dem „16. Gesetz zur Änderung des Arzneimittelgesetzes“ (AMG)“ den Weg für eine systematische Erfassung des Antibiotikaverbrauchs in der Nutztierhaltung frei gemacht.

Der Arzneimittelausschuss der Bundestierärztekammer begrüßte in seiner heutigen Sitzung diesen Durchbruch, der trotz Vermittlungsverfahren noch in dieser Legislaturperiode gelungen ist.

Bereits im November 2011 hat die Bundestierärztekammer ein Konzept vorgelegt, das mittels einer Datenbank eine vollständige Transparenz des Arzneimitteleinsatzes bei landwirtschaftlichen Nutztieren herstellen sollte. Erklärtes Ziel ist es, den Einsatz insbesondere von Antibiotika zu verringern.

„Mit der Datenerfassung sollen Betriebe ermittelt werden, die besonders häufig Antibiotika einsetzen. In diesen Betrieben müssen gezielt die Haltungsbedingungen geprüft und durch tierärztliche Beratung eine dauerhafte Verbesserung der Tiergesundheit erreicht werden. Eine ähnliche Vorgehensweise ist nun nach zähem Ringen um die Details mit der 16. AMG-Novelle beschlossen worden“, sagt Prof. Dr. Theo Mantel, Präsident der Bundestierärztekammer.

Die Tierärzteschaft bemüht sich seit vielen Jahren um einen Beitrag zur Erhaltung der Wirksamkeit von Antibiotika, einen sorgsamen Umgang und eine Verminderung von Resistenzen. Prof. Dr. Mantel: „Aber es bleibt noch viel zu tun. Der Antibiotikaeinsatz in der Humanmedizin spielt eine erhebliche Rolle und darf nicht vernachlässigt werden. Außerdem sind weitere Forschungen zu Resistenzmechanismen und zu Maßnahmen nötig, die der Vorbeugung von Krankheiten dienen.“

In Bezug auf die Einrichtung einer staatlichen Datenbank fordert die Bundestierärztekammer, unnötige Bürokratie – also zum Beispiel Doppeleingaben – zu vermeiden, die den Tierärzten die Zeit raubt. Sinnvoll wäre hier eine automatisierte Lösung, möglicherweise unter Nutzung bereits vorhandener Erfassungssysteme.




Artikel kommentieren

Weitere Meldungen

v.l.: Heiko Färber (bpt-Geschäftsführer), Johannes Röring (Vorsitzender des DBV-Schweinefleischausschusses), Dr. Rainer Schneichel (bpt-Vizepräsident), Dr. Hans-Joachim Götz (bpt-Präsident), Joachim Rukwied (DBV-Prä; Bildquelle: bpt

DBV und bpt fordern eine praxisnahe Umsetzung des Arzneimittelgesetzes

Der Deutsche Bauernverband (DBV) und der Bundesverband Praktizierender Tierärzte (bpt) sind sich einig, dass die Tierärzteschaft und die Landwirtschaft auch in Zukunft konstruktiv zusammenarbeiten müssen
Weiterlesen

Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV)

Bundesrat verabschiedet 16. Novelle des Arzneimittelgesetzes

Der Bundesrat hat am 5.7.2013 dem Entwurf für das 16. Gesetz zur Änderung des Arzneimittelgesetzes (AMG) zugestimmt. Damit ist der Weg frei für mehr Transparenz beim Antibiotikaeinsatz in der Tierhaltung und Reduzierung der Mengen
Weiterlesen

Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Umfangreiche Änderung des Arzneimittelgesetzes

Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung soll in Deutschland deutlich reduziert werden
Weiterlesen

Bundeslandwirtschaftsministerium

Bundeskabinett beschließt umfassende Änderungen des Arzneimittelgesetzes

Schärfere Kontrollen, strengere Auflagen, mehr Transparenz: Antibiotika-Einsatz in der Tierhaltung soll deutlich reduziert werden
Weiterlesen

Bundestierärztekammer

Bundestierärztekammer zum Beschluss des Bundeskabinetts zur Änderung des Arzneimittelgesetzes

Das Bundeskabinett hat am 19.9.2012 einen Gesetzentwurf beschlossen, der Daten darüber liefern soll, in welchen tierhaltenden Betrieben zu große Mengen an Antibiotika eingesetzt werden
Weiterlesen

Magazin

Firmennews

Neuerscheinungen

24.05.