Tierarzt in der Praxis: Digitalisierung der Kommunikation ist noch nicht wirklich angekommen

(19.11.2018) Eine repräsentative Untersuchung der Unternehmensberatung BJO Dialogue zeigt, dass Tierarztpraxen in Deutschland in punkto Kommunikationsdigitalisierung Aufholbedarf haben.

Untersucht wurden Internetauftritte von Tierarztpraxen in Deutschland unter den Gesichtspunkten Servicedenken und Innovationsgeist.

Unternehmensberatung BJO Dialogue Die Erhebung fand im September/Oktober 2018 statt, eineinhalb Jahrzehnte nach Aufhebung des Werbeverbots für Veterinäre in Deutschland.

Die immer stärker werdenden Tierarztklinikketten AniCura und Evidensia profitieren von dieser Fahrlässigkeit in einem auch umsatzbezogen rasant wachsenden Markt.

Sie punkten mit einer professionellen Außendarstellung und einem umfassenden Informationsangebot für Tierhalter, Job suchende Ärzte, Praxispersonal und Studierende.

Ein Drittel der Tierarztpraxen hat laut Erhebung keine Web-Präsenz. Zwei Drittel erfüllen mit ihrer Internetseite die wesentlichen Pflichten, nutzen aber nicht die erweiterten Möglichkeiten im Zeitalter der digitalen Kommunikation.

Ausführungen zu besonderen Praxisleistungen, Aufzeigen von fachlichen Kompetenzen sowie die Vermittlung von Hintergrundinformationen zur Tiergesundheit und Arztpraxis sind von untergeordneter Bedeutung – im Gegensatz zum Auftreten der bedeutender werdenden Klinikketten und auch Praxisnetzwerke.

Dass sich Informationsverhalten, Generationen und Nationalitäten nicht nur in der Tierärzteschaft sondern auch bei den Besitzern der in Deutschland lebenden Haustiere ändern, spiegelt sich laut Studie nicht in einer fortschrittlichen Kommunikation der Praxisinhaber wider.

Transparenz bezüglich der Behandlungskosten, die Ansprache in einer multikulturellen Gesellschaft sowie neue Kommunikationswege werden seitens der Tierarztpraxen beim Online-Auftritt untergeordnet behandelt.

"Ebenso wie in der Humanmedizin werden auch bei den Veterinären fortschrittliche Kommunikations- und Informationswege sehr bald eine Selbstverständlichkeit im Praxisalltag sein, ganz zu schweigen von einem nächsten Schritt in der Digitalisierung verschiedener Dienstleistungen. Tierbesitzer werden nicht nur älter, sie werden auch geboren und wachsen in einer digitalen Welt auf.

Das gilt auch für Tierärzte. Dieser Tatsache muss Rechnung getragen werden“, kommentiert Birgit Josten-Opladen, Geschäftsführerin der Unternehmensberatung BJO Dialogue.

Die aktuelle Studie „Tierarztpraxen und digitale Kommunikation“ ist der Auftakt einer Reihe von Untersuchungen im VET-Bereich, die BJO Dialogue als neutrale Instanz in D/A/CH und Skandinavien durchführt. Themenschwerpunkte werden der Generationenwandel, die Veränderung des Berufsbildes und die Digitalisierung von Dienstleistungen sein.

Ausführliche Informationen zu den Studienergebnissen unter: www.bjodialogue.com/de/denkanstoss

BJO Dialogue wurde im Jahr 2009 als Unternehmensberatung für Anliegen in der internen und externen Kommunikation gegründet. Kommunikationsexpertise, Strategieentwicklung, Projektbetreuung und Kreativleistung zählen ebenso wie Coachings, Trainings, Moderationen und Mediation zum Leistungsspektrum der Beratungsgesellschaft.

Auch werden Interim-Mandate übernommen. Als langjährige international tätige Führungskraft und heutige Managementberaterin (er-) lebt die Gründerin, Birgit Josten-Opladen, regelmäßig, dass Kommunikation keine Einbahnstraße ist. Ganz im Gegenteil: Dialog verbindet. Dialog weckt Potentiale. Dialog zeigt Perspektiven auf.

Mehr Informationen unter: www.bjodialogue.com




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