Corona-Pandemie: Verkraften die Tierarztpraxen die Krise?

(31.03.2020) Corona ist gefährlich – nicht nur für Menschen und Tiere, sondern auch für die Wirtschaft.

Das spüren jetzt vor allem auch Menschen, die selbstständig sind. Zum Beispiel Tierärzte. „Tierarztpraxen werden zweifelsfrei erst einmal die Auswirkungen der Krise bemerken“, sagt Raphael M. Witte, einer der wenigen spezialisierten Berater für den Veterinärmarkt mit 20 Jahren Branchenerfahrung in Deutschland.


Raphael M. Witte
„Die Menschen werden in nächster Zeit alles einsparen, was nicht unbedingt nötig ist: ob der Jahrescheck mit Impfung, die Dentalprophylaxe, die Parasitenprophylaxe oder die geriatrische Vorsorge dazu gehören werden – dies hängt vor allem von den Tierärzten selbst ab.“

Die Krise mit professionellem Praxismanagement überstehen

Wer in diesen Zeiten als niedergelassener Tierarzt am Markt zu den Gewinnern gehören möchte, muss gut aufgestellt sein.

Witte, der sich seit vielen Jahren mit dem Marketing der Veterinärbranche beschäftigt, weiß, was das konkret bedeutet: „Positionierung, individuelle Markenbildung, Wertvermittlung und Kundenpflege entscheiden in den nächsten Monaten darüber, wer die Durststrecke gut übersteht – und wer nicht.

Praxen mit klarem Profil, überzeugenden Angeboten und einem professionellen Praxismanagement brauchen sich nicht zu sorgen“, weiß der Fachmann. „Die Umsätze werden vermutlich zunächst zurückgehen, existenzgefährdend werden die Einbrüche aber vermutlich nicht sein.“

Kunden überzeugen und langfristig binden

Alle anderen müssen jetzt dazu lernen, die Botschaft lautet: Der Wert einer immateriellen Leistung – nämlich der hervorragenden Versorgung geliebter Haustiere – muss den Kunden bewusster werden. Kommunizieren können dies nur der Tierarzt und sein Team, z.B. durch Gespräche mit den Tierhaltern, ergänzt durch schriftliche Informationen und andere Hinweise, die den Kommunikationsaufwand deutlich reduzieren.

„Eine pro-aktive Kommunikation und ein Bewusstsein für den Wert der eigenen Leistungen waren schon immer wichtig für Praxis- und Klinikinhaber“, erläutert Raphael Witte. „Der einzige, aber entscheidende Unterschied heute: In der durch Corona verursachten Krise wird in den nächsten Monaten der gewinnen, der fachlich gut ist und das auch überzeugend kommuniziert.“

Denn für Leistungen, die wichtig sind und professionell vermittelt werden, wird auch in Krisenzeiten Geld ausgegeben. Das war bereits im Krisenjahr 2009 so, weiß der erfahrene Consultant, aus seiner langjährigen Erfahrung.

Erste Veränderungen bereits spürbar

Witte ist auch in der Krise nah am Puls der Tierärzte: „Ich habe aktuell eine Umfrage initiiert, um die Lage der Tierarztpraxen noch besser einschätzen zu können und zu wissen, welche Hilfe konkret benötigt wird.“

Das Ergebnis: Bereits bei 43,2 Prozent der Praxen macht sich ein Rückgang der Nachfrage und damit ein spürbarer Umsatzrückgang bemerkbar. 85,8 Prozent der Befragten gaben sogar an, die Situation mit großer Sorge zu betrachten.

Besonders erschreckend ist aber folgende Aussage der Umfrage: 89,7 Prozent der Befragten gaben an, gar nicht oder kaum einschätzen zu können, welche konkreten Maßnahmen zur Kompensation eingeleitet werden müssen.



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