9. Leipziger Tierärztekongress: Zuchtziele bei Wiederkäuern – Gesundheit hat hohe Priorität

(15.11.2017) Die Gesundheit der Tiere hat hohe Priorität für eine moderne Tierzucht.

„Es besteht eine ethische Verpflichtung, Nutztiere als Mitgeschöpfe zu betrachten und im Rahmen unserer Tierschutzstandards verantwortungsvoll zu handeln“, so Prof. Dr. Jörg Aschenbach vom Institut für Veterinär-Physiologie an der Freien Universität Berlin.

9. Leipziger Tierärztekongress: Zuchtziele bei Wiederkäuern – Gesundheit hat hohe Priorität; Bildquelle: Leipziger Tierärztekongress Zudem bestehe der ökonomische Zwang, Lebensmittel kostengünstig zu produzieren – kranke Tiere würden die Gewinnmargen minimieren. Auch der Verbraucher erhebe zunehmend den Anspruch, gesunde Lebensmittel von gesunden Tieren zu bekommen.

Diese drei Gründe seien eng und wechselseitig miteinander verflochten, da die Vermarktungsketten den Anspruch der Verbraucher in Hinblick auf Tierwohl und gesundheitlichen Verbraucherschutz zunehmend als ökonomischen Zwang an die Erzeuger zurückgeben.

Laut Prof. Dr. Aschenbach muss sich die moderne Tierzucht dieser Aufgabe stellen, auch wenn Gesundheitsmerkmale züchterisch nur schwer zu bearbeiten sind, weil die genetische Veranlagung für eine Erkrankung immer nur unter bestimmten Bedingungen zum Auftreten der Erkrankung führt.

Herausforderungen für die Zukunft

Für die Zukunft sieht Prof. Dr. Aschenbach – neben vielen kleineren – zwei große Aufgaben: „Die wichtigste Herausforderung, die es zu meistern gilt, ist die Verbesserung und Vereinheitlichung der Gesundheitsdatenerfassung in den Betrieben.

Je akkurater die Gesundheitsdaten aller Kühe verfügbar sind, umso genauer kann man auch den Einfluss bestimmter Genotypen auf diesen Gesundheitsphänotyp messen und züchterisch bearbeiten.“ 

Die zweite große Herausforderung besteht Aschenbach zufolge darin, spezifischer auf bestimmte Erkrankungsveranlagungen in der Zucht zu reagieren. Vor allem Mastitis, Klauenerkrankungen sowie Stoffwechsel- und Fortpflanzungsstörungen treten häufig in der Milchviehhaltung auf.

Die Zuchtwerte müssen eine bessere Unterscheidung der Anfälligkeiten für diese Erkrankungen ermöglichen, um zielgerichteter auf die Probleme eines bestimmten Betriebes beziehungsweise der einzelnen Kuh eingehen zu können.

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