Deutsche Zoofachleute auf Sri Lanka

(15.10.2010) Auf Einladung der sri-lankischen Regierung reisten Ende September 2010 14 deutsche Fachleute der Zoofachbranche nach Sri Lanka. Ziel der Delegationsreise war insbesondere, herauszufinden, wie der Import von Fischen nach Deutschland gesteigert werden kann.

Die deutschen Fachleute untersuchten unter der Leitung von Klaus Oechsner, Präsident des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF), die Bedingungen vor Ort, berieten Exporteure und Regierung und hielten im Rahmen eines Kongresses Vorträge zur Situation des Zoofachhandels in Deutschland sowie den Chancen für Sri Lankas Exportfirmen auf dem deutschen Markt.

Wie kann die Qualität der Lebendgebärenden, wie beispielsweise der Guppies, aus Sri Lanka optimiert werden? Wie kann der Tiertransport optimiert werden? Und wie kann der sri-lankische Export nach Deutschland gesteigert werden? Das waren die zentralen Fragen, auf die es vor Ort Antworten zu finden galt.


Die deutsche Delegation mit Srilal Samarasekara, Firma Ornafisch (vorne 3.v.l.), Abdul Raheem, Wirtschaftsattachee des Generalkonsuls (vorne 2. v.l.), Mitarbeiter vom Sri Lanka Export Development Board (vorne ganz rechts)


Sri Lanka will sich im Wettbewerb um einen Export-Spitzenplatz neben etablierten asiatischen Ländern wie Singapur oder Indonesien positionieren und ein gewichtiger Partner für deutsche Unternehmen werden.

Einige Kontakte – unter anderem zur deutschen Firma EFS um Inhaber Bernd Schmölzing, einem der größten deutschen Importeure für Fische aus Sri Lanka – bestanden bereits, als eine sri-lankische Delegation auf der diesjährigen Messe Interzoo den Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF) kontaktierte.

ZZF-Präsident Klaus Oechsner initiierte darauf hin eine deutsche Delegiertenreise, bei deren Organisation er durch den in Forschungsreisen erfahrenen Heiko Blessin von der Firma JBL tatkräftig unterstützt wurde.

Auf Einladung besuchte die deutsche Delegation einige sri-lankische Fischfarmen, auf denen Lebendgebärende und einheimische Fische nachgezogen werden. In offenen Gesprächen erörterten die Fachleute die Zucht-, Fang-, und Transportbedingungen von Zierfischen.

Mit Hilfe der Messergebnisse des Aquaristik-Fachhändlers Bernd Silbermann, der Fachtierärztin Dr. Sandra Lechleiter und der Zierfischimporteure Bernd und Michael Schmölzing gelang es den deutschen Experten, vor Ort Verbesserungsvorschläge und neue Ideen einzubringen.

Ein weiterer Programmpunkt der Delegiertenreise war ein Kongress in der Hauptstadt Colombo, an dem rund 200 Teilnehmer, darunter Züchter, Exporteure und Vertreter der Ministerien und der Handelskammer teilnahmen. Die deutschen Gäste waren gefragte Vortragsredner.
 
In seiner Begrüßung dankte ZZF-Präsident Klaus Oechsner für die Einladung und erklärte: „Wir hoffen, mit Ihnen gemeinsam den Handel mit Zierfischen zu verbessern und bei Exportfragen Hilfe zu leisten.“ So stellte anschließend Michael Wolfinger von Aqua-Tropica in Nürnberg Wirbellose als mögliche künftige Exportschlager für Sri Lanka vor. Das Thema Wirbellose stieß bei den Exporteuren schnell auf Interesse.

Ralf Grützner, Geschäftsleiter der Zooma für Aquaristik, Terraristik und Gartenteiche sowie exzellenter Sri Lanka-Kenner, berichtete ebenfalls über den europäischen Nano-Trend und die Chancen, die sich daraus für sri-lankische Züchter ergeben.

Er forderte die Exporteure auf, gemeinsam mit dem deutschen Fachhandel neue Trends auszumachen beziehungsweise zu setzen.
Werner Menzel vom Meerwassercenter Menzel zeigte Probleme bei Meerwassertieren auf und wies vor allem darauf hin, dass eine geeignete Zwischenhälterung nach dem Fang und vor dem Transport unverzichtbar ist.

Weiterhin plädierte er für eine Aufhebung des Handelsverbotes für Wirbellose. Ein Projekt zur Zucht von Wirbellosen, wie beispielsweise Salzwassergarnelen, sei für die gesamte Aquaristikbranche von Vorteil.

Dr. Sandra Lechleiter, Fachtierärztin für Zierfische, beschäftigte sich in ihrem Vortrag mit der optimalen Behandlung von Süßwasserfischen in der Zwischenhälterung und auf dem Transport.

Bernd Schmölzing, Inhaber der Firma EFS, beschrieb in seinem Vortrag die aktuelle Zusammenarbeit mit sri-lankischen Exporteuren und nannte Tipps für die sachgemäße Verpackung und den Transport von Zierfischen.  Bernd Silbermann zeigte auf, wie wichtig eine genügend hohe Karbonathärte im Transportwasser ist.

Anschließend demonstrierte Heiko Blessin, dass Wassertests für die Optimierung der Hälterungsbedingungen einfach, schnell, preiswert und dennoch extrem genau sein können.

Klaus Oechsner sprach auf dem Kongress über die aktuelle Situation des deutschen Zoofachhandels und thematisierte die Vorteile von Reptilienfarmen. Auch Jürgen Weisbrod vom Aqua-Zoo in Wiesloch und Jürgen Ullmann referierten über die Möglichkeiten auf dem deutschen Terraristik-Markt.

Derzeit ist der Export von Terrarientieren aus Sri Lanka verboten. Jedoch erhielten fünf deutsche Fachleute am letzten Tag der Reise eine Einladung ins sri-lankische Außenministerium. Das Gespräch endete mit der Zusage des Außenministers, das Exportverbot zu überdenken.

Am Ende der Delegationsreise zogen beide Seiten ein zufriedenes Fazit: Die sri-lankischen Züchter und Exporteure haben erfahren, dass sie durch eine optimierte Hälterung sehr gute Chance hätten, in die Spitzengruppe der Lieferantenländer vorzustoßen. Durch den aktuellen Nano-Trend seien auch einheimische Fisch- und Wirbellosenarten in Europa gefragt.

Die deutschen Fachleute konnten sich ein Bild von den Verhältnissen und Problemen vor Ort machen und Ansätze zur Lösung finden. Die Teilnehmer der Delegation freuen sich darauf zu erleben, wie die Ideen und Vorschläge umgesetzt werden.

www.zzf.de Deutsche Zoofachleute auf Sri Lanka

(15.10.2010) Auf Einladung der sri-lankischen Regierung reisten Ende September 2010 14 deutsche Fachleute der Zoofachbranche nach Sri Lanka. Ziel der Delegationsreise war insbesondere, herauszufinden, wie der Import von Fischen nach Deutschland gesteigert werden kann.

Die deutschen Fachleute untersuchten unter der Leitung von Klaus Oechsner, Präsident des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF), die Bedingungen vor Ort, berieten Exporteure und Regierung und hielten im Rahmen eines Kongresses Vorträge zur Situation des Zoofachhandels in Deutschland sowie den Chancen für Sri Lankas Exportfirmen auf dem deutschen Markt.

Wie kann die Qualität der Lebendgebärenden, wie beispielsweise der Guppies, aus Sri Lanka optimiert werden? Wie kann der Tiertransport optimiert werden? Und wie kann der sri-lankische Export nach Deutschland gesteigert werden? Das waren die zentralen Fragen, auf die es vor Ort Antworten zu finden galt.


Die deutsche Delegation mit Srilal Samarasekara, Firma Ornafisch (vorne 3.v.l.), Abdul Raheem, Wirtschaftsattachee des Generalkonsuls (vorne 2. v.l.), Mitarbeiter vom Sri Lanka Export Development Board (vorne ganz rechts)


Sri Lanka will sich im Wettbewerb um einen Export-Spitzenplatz neben etablierten asiatischen Ländern wie Singapur oder Indonesien positionieren und ein gewichtiger Partner für deutsche Unternehmen werden.

Einige Kontakte – unter anderem zur deutschen Firma EFS um Inhaber Bernd Schmölzing, einem der größten deutschen Importeure für Fische aus Sri Lanka – bestanden bereits, als eine sri-lankische Delegation auf der diesjährigen Messe Interzoo den Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF) kontaktierte.

ZZF-Präsident Klaus Oechsner initiierte darauf hin eine deutsche Delegiertenreise, bei deren Organisation er durch den in Forschungsreisen erfahrenen Heiko Blessin von der Firma JBL tatkräftig unterstützt wurde.

Auf Einladung besuchte die deutsche Delegation einige sri-lankische Fischfarmen, auf denen Lebendgebärende und einheimische Fische nachgezogen werden. In offenen Gesprächen erörterten die Fachleute die Zucht-, Fang-, und Transportbedingungen von Zierfischen.

Mit Hilfe der Messergebnisse des Aquaristik-Fachhändlers Bernd Silbermann, der Fachtierärztin Dr. Sandra Lechleiter und der Zierfischimporteure Bernd und Michael Schmölzing gelang es den deutschen Experten, vor Ort Verbesserungsvorschläge und neue Ideen einzubringen.

Ein weiterer Programmpunkt der Delegiertenreise war ein Kongress in der Hauptstadt Colombo, an dem rund 200 Teilnehmer, darunter Züchter, Exporteure und Vertreter der Ministerien und der Handelskammer teilnahmen. Die deutschen Gäste waren gefragte Vortragsredner.
 
In seiner Begrüßung dankte ZZF-Präsident Klaus Oechsner für die Einladung und erklärte: „Wir hoffen, mit Ihnen gemeinsam den Handel mit Zierfischen zu verbessern und bei Exportfragen Hilfe zu leisten.“ So stellte anschließend Michael Wolfinger von Aqua-Tropica in Nürnberg Wirbellose als mögliche künftige Exportschlager für Sri Lanka vor. Das Thema Wirbellose stieß bei den Exporteuren schnell auf Interesse.

Ralf Grützner, Geschäftsleiter der Zooma für Aquaristik, Terraristik und Gartenteiche sowie exzellenter Sri Lanka-Kenner, berichtete ebenfalls über den europäischen Nano-Trend und die Chancen, die sich daraus für sri-lankische Züchter ergeben.

Er forderte die Exporteure auf, gemeinsam mit dem deutschen Fachhandel neue Trends auszumachen beziehungsweise zu setzen.
Werner Menzel vom Meerwassercenter Menzel zeigte Probleme bei Meerwassertieren auf und wies vor allem darauf hin, dass eine geeignete Zwischenhälterung nach dem Fang und vor dem Transport unverzichtbar ist.

Weiterhin plädierte er für eine Aufhebung des Handelsverbotes für Wirbellose. Ein Projekt zur Zucht von Wirbellosen, wie beispielsweise Salzwassergarnelen, sei für die gesamte Aquaristikbranche von Vorteil.

Dr. Sandra Lechleiter, Fachtierärztin für Zierfische, beschäftigte sich in ihrem Vortrag mit der optimalen Behandlung von Süßwasserfischen in der Zwischenhälterung und auf dem Transport.

Bernd Schmölzing, Inhaber der Firma EFS, beschrieb in seinem Vortrag die aktuelle Zusammenarbeit mit sri-lankischen Exporteuren und nannte Tipps für die sachgemäße Verpackung und den Transport von Zierfischen.  Bernd Silbermann zeigte auf, wie wichtig eine genügend hohe Karbonathärte im Transportwasser ist.

Anschließend demonstrierte Heiko Blessin, dass Wassertests für die Optimierung der Hälterungsbedingungen einfach, schnell, preiswert und dennoch extrem genau sein können.

Klaus Oechsner sprach auf dem Kongress über die aktuelle Situation des deutschen Zoofachhandels und thematisierte die Vorteile von Reptilienfarmen. Auch Jürgen Weisbrod vom Aqua-Zoo in Wiesloch und Jürgen Ullmann referierten über die Möglichkeiten auf dem deutschen Terraristik-Markt.

Derzeit ist der Export von Terrarientieren aus Sri Lanka verboten. Jedoch erhielten fünf deutsche Fachleute am letzten Tag der Reise eine Einladung ins sri-lankische Außenministerium. Das Gespräch endete mit der Zusage des Außenministers, das Exportverbot zu überdenken.

Am Ende der Delegationsreise zogen beide Seiten ein zufriedenes Fazit: Die sri-lankischen Züchter und Exporteure haben erfahren, dass sie durch eine optimierte Hälterung sehr gute Chance hätten, in die Spitzengruppe der Lieferantenländer vorzustoßen. Durch den aktuellen Nano-Trend seien auch einheimische Fisch- und Wirbellosenarten in Europa gefragt.

Die deutschen Fachleute konnten sich ein Bild von den Verhältnissen und Problemen vor Ort machen und Ansätze zur Lösung finden. Die Teilnehmer der Delegation freuen sich darauf zu erleben, wie die Ideen und Vorschläge umgesetzt werden.

www.zzf.de
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