"Tierversuche verstehen" erhält Science Hero-Preis für vorbildliche Wissenschaftskommunikation

(28.05.2024) Seit 2016 informiert "Tierversuche verstehen" für die deutsche Wissenschaft mit belastbaren Fakten zu der Forschung mit Tieren.


Preisträger (v.l.): Prof. Stefan Treue (Sprecher der Initiative Tierversuche verstehen), Martin Schleinhege (Projektkoordinator bei Cyrano) und Roman Stilling (wissenschaftlicher Referent von Tierversuche verstehen) freuen sich über die Auszeichung

Für ihre Kommunikation zu diesem öffentlich kontrovers diskutierten Thema hat die Informationsinitiative von der Konferenz Biologischer Fachbereiche (KBF) den „Science Hero-Preis“ erhalten.

Die Preisverleihung zum Auftakt des Mathematisch Naturwissenschaftlichen Fakultätentages (MNFT) in Nürnberg statt.

Die Initiative Tierversuche verstehen leiste einen besonderen Beitrag zur Wissenschaftskommunikation, indem sie tendenziösen Fehlinformationen durch einschlägige Gruppen entgegenwirke, begründet die Konferenz Biologischer Fachbereiche ihre Wahl.

Die Initiative Tierversuche verstehen wurde am 24. Juni in Nürnberg für ihre Kommunikationsarbeit zum Thema Tierversuche von der Konferenz Biologischer Fachbereiche (KBF) den „Science Hero-Preis“ausgezeichnet. Als Beispiel für ihre Entscheidung führt die KBF die Berichterstattung und gründlich recherchierten Hintergrundinformationen zur Bürgerinitiative „Save Cruelty Free Cosmetics“ an. 

Die Bürgerinitiative hatte im vergangenen Jahr in einer Petition von der Europäischen Union unter anderem einen fest terminierten Ausstieg aus dem Tierversuch gefordert. Die EU-Kommission lehnte das ab.

Fakten halten die Debatte sachlich

„Tierversuche verstehen klärt seit vielen Jahren fair und ohne Effekthascherei zu einem Thema auf, das in der öffentlichen Diskussion sicherlich nicht immer einfach zu moderieren ist. Dabei geht es nicht darum, Dinge zur eigenen Wahrheit zurechtzubiegen, sondern mit Hilfe von Fakten die Debatte stets sachlich zu halten“, sagt Dr. Alois Palmetshofer, Sprecher der Konferenz Biologischer Fachbereiche.

Die Vergabe des Science Hero-Preises erfolgt seit 2015 alle zwei Jahre an Personen oder Organisationen in der biowissenschaftlichen Forschung und Lehre, die laut KBF „bürokratische Ausuferungen oder politische Absurditäten mit Humor bekämpfen, standhaft ertragen oder effizient vermieden haben“. Bei dem Preis handelt es sich um ein Bronzeskulptur. Sie zeigt eine Eule, die auf einer Ansammlung von Paragraphen-Zeichen sitzt. Als Symbol der Weisheit verkörpert die Eule die Grundlagenforschung in Deutschland, die an die Bürokratie gebunden ist.

Kommunikation zum Thema Tierversuche seit 2016

Tierversuche verstehen begleitet die Forschung an Tieren als Informationsinitiative der deutschen Wissenschaft seit September 2016 sowohl über die Plattform www.tierversuche-verstehen.de als auch durch zahlreiche begleitende Maßnahmen auf kommunikativer Ebene. Dazu zählt der Kompass Tierversuche, der seit 2021 die Daten der jährlichen Versuchstierstatistik durch Beispiele und Infografiken greifbarer macht. 

Weitere Aktivitäten sind etwa der alle zwei Wochen erscheinende Podcast „Fabeln, Fell und Fakten“, der Schüler*innen-Wettbewerb „Triff den Nobelpreisträger/Triff die Nobelpreisträgerin“ oder die Video-Reihe „Mein wunder Punkt“, in der Patient*innen ihre Geschichten erzählen.

Bei der Entwicklung solcher inhaltlichen Ideen, als wichtiger Impulsgeber sowie bei der redaktionellen Arbeit steht die Agentur Cyrano Kommunikation aus Münster der Initiative von Beginn an zur Seite. Seit 2021 unterstützt die Agentur BIOCOM AG aus Berlin die Initiative bei der filmischen Umsetzung der Themen.

Prof. Stefan Treue, Sprecher der Initiative, Dr. Roman Stilling, wissenschaftlicher Referent, sowie Martin Schleinhege, Projektkoordinator bei Cyrano Kommunikation, nahmen die Auszeichnung für die Initiative beim Auftakt der Jahrestagung des Mathematisch Naturwissenschaftlichen Fakultätentages (MNFT) in Nürnberg entgegen.

Bisherige Science Hero-Preisträger waren Prof. Melanie Brinkmann von der Technischen Universität Braunschweig (Wissenschaftskommunikation und Wissenstransfer während der Corona-Pandemie), Prof. Axel Brennicke von der Universität Ulm („Ansichten eines Profs“, Kolumnen im Service-Magazin Laborjournal), Prof. Reinhard Paulsen vom Karlsruher Institut für Technologie (Einsatz bei der Gründung der Konferenz Biologischer Fachbereiche) sowie der Entomologische Verein Krefeld (Studie über das Insektensterben).





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