Landesweite Großübung zur Eindämmung der Schweinepest in Niedersachsen

(01.09.2010) Im Auftrag des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums werden in einer landesweiten Übung Ende August 2010 der Ausbruch der Schweinepest in Niedersachsen simuliert und Mechanismen zur wirksamen Eindämmung der hoch ansteckenden Tierseuche trainiert.

Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) ist Ausrichter der Krisenübung, an der sämtliche Landkreise und erstmals auch die sechs Niedersächsischen Polizeidirektionen und 33 Polizeiinspektionen des Landes teilnehmen.

„Die jährlichen niedersachsenweiten Übungen tragen entscheidend dazu bei, dass Seuchen effektiv und schnellstmöglich eingedämmt werden kann. Niedersachsen ist dadurch für den Ernstfall gut aufgestellt", erläutert Landwirtschaftsministerin Astrid Grotelüschen.

Während der diesjährigen Großübung bilden die kommunalen Veterinärämter nach dem fiktiven Seuchenausbruch unter Beteiligung der örtlichen Polizei kommunale Krisenzentren, in denen die Maßnahmen zur Eindämmung der Schweinpest koordiniert werden.

Auch Schweinehaltungen werden mit einbezogen, wo die Amtsveterinäre der Kommunen die Tiere untersuchen, Proben nehmen und der Weg der Einschleppung des Virus in den Bestand ermittelt wird.

Die entnommenen Proben werden anschließend in den Veterinärinstituten Hannover und Oldenburg des LAVES auf das Schweinepestvirus untersucht. Anhand der - in diesem Fall fiktiven - Befunde der Untersuchungseinrichtungen entscheiden die kommunalen Krisenzentren über weitere seuchenhygienische Maßnahmen und planen etwa die Tötung und ordnungsgemäße Räumung der betroffenen Bestände.

Die Aufgabe der Polizei besteht in der - in diesem Fall ebenfalls fiktiven - Absperrung der Seuchenbetriebe und Überwachung insbesondere der Beförderungsverbote von Vieh und tierischen Nebenprodukten, wie z. B. Gülle in den seuchenbedingt eingerichteten Restriktionszonen.

Ziel der Übung ist zudem das noch schnellere Erkennen eines Krankheitsausbruchs. Da die Schweinepest unspezifische Symptome aufweist, können kranke Tiere unter Umständen erst nach längerer Zeit auffallen.

„In schweinedichten Gebieten, wie es sie in Niedersachsen gibt, muss besonders aufmerksam auf Schweinepest geachtet werden", sagt Dr. Ursula Gerdes, Leiterin der Abteilung Tiergesundheit des LAVES. Die Fachabteilung hat die Übung konzipiert und begleitet sie in beratender Funktion.

Die klassische Schweinepest ist eine virusbedingte, hoch ansteckende und nicht heilbare Tierseuche, die nur durch die Tötung der gesamten betroffenen Bestände eingedämmt werden kann.

Sie trat in Deutschland zuletzt 2009 bei Wild- und Hausschweinen in Nordrhein-Westfalen auf. Für Menschen ist die Krankheit ungefährlich. Sie können sich weder durch Kontakt mit Schweinen, noch durch Verzehr von tierischen Produkten infizieren.

Artikel kommentieren

Weitere Meldungen

BfR

4. Symposium „Zoonosen und Lebensmittelsicherheit“ am BfR

Das Vorkommen von Zoonoseerregern und bakteriellen Toxinbildnern in der Lebensmittelkette stehen im Mittelpunkt des Symposiums, das am 10. und 11. November 2016 im Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Berlin stattfindet
Weiterlesen

Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit

Symposium "Prävention durch Information" widmet sich dem präventiven Verbraucherschutz

Das Informationszeitalter stellt Verbraucher, Wirtschaft und Behörden gleichermaßen vor große Herausforderungen
Weiterlesen

BVL

Symposium zur Lebensmittelsicherheit: Prävention durch Information

BVL und JRC veranstalten am 27. und 28. Oktober 2016 eine Fachveranstaltung zur Früherkennung von Lebensmittelkrisen
Weiterlesen

BfR

Food Safety Commission of Japan (FSCJ) und Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) unterzeichnen Kooperationsvereinbarung

Deutschland und Japan wollen im Bereich der Risikobewertung von Lebensmitteln künftig verstärkt zusammenarbeiten
Weiterlesen

BfR

Projekt Ess-B.A.R

Milzbrand, Hasenpest und Brucellose: Wie kann der Schutz der Bevölkerung vor hochpathogenen Erregern in Lebensmitteln verbessert werden? 
Weiterlesen

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)

BfR schließt Kooperationsvertrag mit niederländischer Behörde RIVM

Für mehr Tierschutz und Sicherheit von Lebensmitteln - gemeinsam mit den Niederlanden
Weiterlesen

Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)

Matjes: Lebensmittelüberwachung kontrolliert regelmäßig Heringe auf Rückstände und Parasiten

Mai, Juni und Juli sind Matjeszeit. Nur Heringe, die im Frühjahr gefangen und vorher noch nicht gelaicht haben, erreichen einen Fettgehalt von mindestens 12 Prozent im essbaren Teil und können so zu Matjes verarbeitet werden
Weiterlesen

Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit

G@ ZIELT arbeitet dauerhaft weiter

Neue Vereinbarung zwischen Bund und Ländern zur gemeinsamen Zentralstelle zur Kontrolle des Internethandels von Lebensmitteln, Futtermitteln und Bedarfsgegenständen
Weiterlesen

Tierärztemagazin

Wissenschaft

Neuerscheinungen


[X]
Hinweis zur Nutzung von Cookies

Diese Website nutzt Cookies zur Bereitstellung von personalisierten Inhalten, Anzeigen, Inhalten von sozialen Medien und zur Analyse des Benutzerverhaltens. Die mit Hilfe von Cookies gewonnenen Daten werden von uns selbst sowie von uns beauftragten Partnern in den Bereichen soziale Medien, Online-Werbung und Website-Analyse genutzt. Durch den Besuch unserer Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen.

Mit der weiteren Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Mehr erfahren...