Dirk Winter ist der erste Professor für Pferdewirtschaft in Deutschland

(03.11.2010) Vor zwei Jahren hatte die Hochschule den einzigen Bachelor-Studiengang Pferdewirtschaft in Deutschland gestartet. Auf die Absolventen wartet ein vielversprechender Arbeitsmarkt.

Rund um das Thema Pferd ist ein eigener Wirtschaftszweig entstanden – mit fünf Milliarden Euro Umsatz 10.000 Unternehmen und 200.000 Arbeitsplätzen.

Zum Start des neuen Studiengangs im Wintersemester 2009/2010 war der Ansturm überwältigend. Auf 35 Studienplätze kamen 300 Bewerber – fast ausschließlich Frauen. Unter den neuen 57 Studienanfängern im laufenden Wintersemester sind nun immerhin schon vier Männer.

„Mädchen finden wohl oft schon in der Jugendzeit eine engere Bindung zum Pferd“, erklärt Dr. Dirk Winter die ungleiche Verteilung. Er wurde zum Wintersemester als Deutschlands erster Professor für Pferdewirtschaft nach Nürtingen berufen.

Professor Dr. Dirk Winter, der erste Professor für Pferdewirtschaft an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt; Bildquelle: Schmücker
Professor Dr. Dirk Winter, der erste Professor für Pferdewirtschaft an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt



Die Attraktivität des Studiengangs sieht er vor allem in den Studieninhalten und den guten Berufsaussichten begründet. „Die Absolventen erhalten mit dem theoretischen wie praktischen Wissen ein umfassendes Rüstzeug für den Beruf“, so Winter.

Der siebensemestrige Bachelor-Studiengang vermittelt ein umfassendes Grund- und Spezialwissen über Pferdezucht, Pferdefütterung und Pferdegesundheit. Dazu kommen Fächer zur Betriebswirtschaft von Pferdebetrieben, Reiten sowie zum Breiten- und Leistungssport.

Die Pferdewirtschaft baut auf agrarwissenschaftliche Grundlagen auf. Der Studiengang arbeitet mit dem Kompetenzzentrum Pferdezucht und Pferdehaltung Baden-Württemberg, vor allem dem Haupt- und Landgestüt Marbach zusammen. Der Studiengang qualifiziert die Absolventen für Führungsfunktionen im gesamten Bereich des Pferdesportes.

Gerade vor diesem Hintergrund ist Winter auch die persönliche Entwicklung der Studierenden wichtig, „damit sich die Absolventen nicht nur fachlich sondern auch ihre sozialen und Medienkompetenzen weiterentwickeln und verantwortungsvolle Positionen in Unternehmen, in der Forschung und der Lehre übernehmen können.“

Nach dem erfolgreichen Start des Studiengangs soll nun noch an der internationalen Ausrichtung gefeilt werden. Wie dies aussehen kann, dazu gab es im Oktober eine Kostprobe: Mit Professor Marcilio Dias Silveira Da Mota, dem Leiter des Instituts Tierzucht und -ernährung im brasilianischen Botocatu, sprach ein Fachmann über die Entwicklung der brasilianischen Pferdezucht an der Hochschule in Nürtingen.

Pferdewirtschaftsprofessor Dirk Winter kennt die facettenreiche Pferdeszene aus verschiedenen Blickwinkeln. Aufgewachsen auf einem landwirtschaftlichen Betrieb mit Pferdezucht in der Lüneburger Heide, spielten Pferde bereits frühzeitig eine entscheidende Rolle für ihn.

Seine landwirtschaftliche Ausbildung war eng mit der Zucht von jungen Pferden verknüpft. Sein Studium der Landwirtschaft absolvierte er an der Georg-August-Universität in Göttingen und an der Massey University of Palmerston North, Neuseeland. Anschließend promovierte Winter am Institut für Tierzucht und Haustiergenetik in Göttingen.

Nach seiner wissenschaftlichen Karriere wechselte Winter zum größten privaten Futtermittelunternehmen in Deutschland. Dort war er 15 Jahre in verschiedenen Positionen, unter anderem als Produktmanager, wissenschaftlicher Leiter und Verkaufsleiter tätig. Als aktiver Reiter und Teilnehmer an Prüfungen bis zur schweren Klasse, kennt er auch die sportlichen Aspekte der Pferdeszene.

Während seines Studiums nahm er mit Erfolg an Deutschen Hochschulmeisterschaften teil und startete auf internationalen Turnieren für Deutschland. An der neuen Professur in Nürtingen reizen ihn sowohl der Aufbau und die Weiterentwicklung des deutschlandweit ersten Bachelor-Studiengangs Pferdewirtschaft als auch die Lehr- und Forschungstätigkeiten.

Insbesondere ist ihm aber der Praxisbezug wichtig: „Wir sind hier keineswegs im Elfenbeinturm von Forschung und Lehre. Die direkte Verbindung und der Austausch mit der Praxis ist vielmehr ein ganz zentraler Aspekt des Studiums“, betont der Pferdewirtschaftler.

Der Studiengang wird weiter ausgebaut: Bis spätestens zum Wintersemester 2011/2012 soll eine zweite Professur folgen, das Berufungsverfahren läuft bereits.


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