BfR-Symposium zum Thema Zoonosen und Lebensmittelsicherheit

(17.11.2009) Krankheiten, die vom Tier auf den Mensch übertragen werden, gemeinsam bekämpfen

Die derzeitige Situation im Bereich Zoonosen und Strategien zur Bekämpfung und Prävention diskutierten rund 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Berlin. Die Bekämpfung von Zoonosen erfordert eine enge Kooperation zwischen Gesundheits- und Veterinärbehörden.

"Um Zoonosen zu vermeiden und wirksam bekämpfen zu können, müssen die Bereiche Humangesundheit, Tiergesundheit und Umwelt eng zusammenarbeiten" sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. Dass dies funktionieren kann, zeigt das Beispiel einer gemeinsamen Initiative zum Thema Antibiotikaresistenzen.

Zoonosen sind Erkrankungen, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden können oder umgekehrt. Als Hauptinfektionsquellen für den Menschen gelten kontaminierte Lebensmittel, insbesondere Geflügelfleisch, Eier, Eiprodukte und roheihaltige Speisen. Dabei sind Campylobacter-Bakterien in Deutschland neben Salmonellen die häufigste Ursache für bakterielle Magen-Darm-Erkrankungen beim Menschen.

An der Aufklärung von Ausbrüchen solcher Erkrankungen in der Bevölkerung sind verschiedene Akteure beteiligt: Gesundheitsämter, Lebensmittelüberwachung sowie Untersuchungseinrichtungen. Die auf dem Symposium versammelten Expertinnen und Experten sahen es als dringend notwendig an, die separate Betrachtung von Human- und Veterinärmedizin, Landwirtschaft und Umwelt zu überwinden.

Dem müssten Wissenschaft und Politik Rechnung tragen, indem sie die Bereiche interdisziplinär zusammenführen und so nach gemeinsamen Lösungen suchen. Beispiele für ein solches gemeinsames Vorgehen wurden im Verlauf der Tagung dargestellt.

Die Deutsche Antibiotikaresistenzstrategie (DART) - eine gemeinsame Initiative der Bundesministerien für Gesundheit, für Ernährung Landwirtschaft und Verbraucherschutz und für Bildung und Wissenschaft - zielt auf eine gemeinsame Lösung des Problems der zunehmenden Antibiotikaresistenzen von Krankheitserregern. Auf dem Symposium wurden erste Ergebnisse der Initiative und weitere Pläne vorgestellt.

Es wurde gezeigt, dass ein Monitoring des Arzneimitteleinsatzes in der Landwirtschaft machbar ist und dass durch die Vernetzung von Laboren und Behörden eine bessere systematische und kontinuierliche Überwachung der Antibiotikaresistenz von Krankheitserregern und Kommensalen auf breiter Basis möglich ist.

Im Themenfeld Strategien zur Bekämpfung von Zoonnoseerregern in der Lebensmittelkette gibt es in einigen Bereichen Erfolge, an anderer Stelle jedoch noch erheblichen Forschungsbedarf, um die geeigneten Instrumente zu entwickeln - zum Beispiel, um Campylobacter wirkungsvoll zu bekämpfen.

Verantwortung, Lebensmittelinfektionen beim Menschen zu reduzieren, tragen alle: die Landwirte durch die Reduzierung der Erreger in den Beständen, die Lebensmittelindustrie durch konsistente Konzepte, um die Verschleppung und resultierende Belastung der Lebensmittel zu verringern und die Verbraucherinnen und Verbraucher, in dem sie Lebensmittel gekühlt lagern und sie unter Beachtung der Regeln der Küchenhygiene richtig zubereiten.

www.bfr.bund.de

 

Artikel kommentieren

Die Tübinger Geowissenschaftlerin Julia Kleinteich nimmt Süßwasserproben in der Nähe der britischen Forschungsstation Rothera in der Antarktis.; Bildquelle: Daniel Farinotti

In Arktis und Antarktis leben die gleichen Bakterien

Obwohl Arktis und Antarktis an entgegengesetzten Polen der Erde liegen, weisen sie eine ähnliche Diversität an Bakterien und Kleinstlebewesen auf
Weiterlesen

LMU

Am Anfang der Evolution steht der Schwamm

Welcher Tierstamm der älteste ist, wird derzeit unter Biologen kontrovers diskutiert. Ein internationales Wissenschaftler-Team ist sich sicher: Es war der Schwamm und nicht die Rippenqualle
Weiterlesen

Als die Babys statt einer Blume oder eines Fischs (ganz oben) eine Schlange oder Spinne gleicher Farbe und Größe (darunter) sahen, vergrößerten sich deutlich ihre Pupillen.; Bildquelle: Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften

Spinnefeind: Angst vor Schlangen und Spinnen ist in uns angelegt

Schlangen und Spinnen - bei vielen Menschen rufen sie Angst und Ekel hervor. Auch in den Industrieländern ist die Furcht vor diesen Tieren weit verbreitet, obwohl dort kaum einer mit ihnen in Kontakt kommt
Weiterlesen

Fazenda Grande do Retiro: Stadtviertel von Salvador; Bildquelle: Ianei Carneiro

Der Zika-Ausbruch in Brasilien könnte bald vorbei sein

Wissenschaftler konnten aufklären, wie sich das Zika-Virus in einer brasilianischen Metropole verbreitet hat. Aufgrund ihrer Daten geben sie Entwarnung
Weiterlesen

Bundesamt für Naturschutz (BfN)

NORA: Allianz für die Europäische Auster gegründet

Auf Initiative des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) wurde die Native Oyster Restoration Alliance, kurz NORA, ins Leben gerufen
Weiterlesen

Erbgut im Klammergriff: Ein Ausleger des Nukleoprotein-Knäuels (unten) umfasst die kostbare RNA (gelb), die das Genom des Ebola-Virus trägt.; Bildquelle: John Briggs

Das Ebola-Virus schützt sein Erbgut

Ein Forschungsteam aus Heidelberg, Marburg und Kyoto hat die Struktur der Genomhülle aufgeklärt, mit der das Ebola-Virus seine Erbinformation schützt
Weiterlesen

Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Antibiotikaresistenzen: Ein multiresistenter Escherichia coli-Stamm auf dem Vormarsch

DZIF-Wissenschaftler an der Universität Gießen fanden einen Escherichia coli-Stamm, der sich seit 2010 in Deutschland rasant ausbreitet und gegen mehrere Antibiotika gleichzeitig unempfindlich ist
Weiterlesen

Universität Wien

In der Wissenschaft teilen vor allem Männer ihr Wissen untereinander

Studie zeigt geschlechterspezifische Kooperationsbereitschaft auf
Weiterlesen

Die neuen Schwimminseln aus dem Hause Senckenberg; Bildquelle: Senckenberg

Neue Methode zur Ausbreitung von Bodentiere über Wasser

Senckenberg-Wissenschaftlerinnen haben eine neue Untersuchungs-Methode zur Verbreitung von winzigen Bodenorganismen über das Wasser entwickelt.
Weiterlesen

Bioabbaubarer Mikrosensor; Bildquelle: Giovanni Salvatore / ETH Zürich

Der Bio-Mikrosensor für den Fisch

Eine neue Generation von Mikrosensoren soll das Internet der Dinge in den Bereich von Lebensmitteln erweitern. ETH-Forscher haben einen hauchdünnen Temperatursensor entwickelt
Weiterlesen

Ein seltener Fund: Die neue Wasserläufer-Art, eingeschlossen in Spanischen Bernstein.; Bildquelle: Senckenberg

Wasserläufer in Bernstein: neu entdeckte Wanzenart ist der älteste bekannte Fund weltweit

Senckenberg-Wissenschaftlerin Mónica M. Solórzano Kraemer hat gemeinsam mit einem internationalen Team zwei neue Wanzenarten in einem Bernstein entdeckt
Weiterlesen

Bizarr gestaltete Larve eines Schmetterlingshafts aus der Ordnung der Netzflügler (Neuroptera: Ascalaphidae) in Baltischem Bernstein – im Juni 2017 von der Harvard University zurückerhalten; Bildquelle: Tanja R. Stegemann, Universität Göttingen

Verschollen geglaubte Bernsteine mit Inklusen wiederentdeckt

Die Königsberger Bernsteinsammlung war einst die größte wissenschaftliche Sammlung tierischer und pflanzlicher Einschlüsse in Bernstein aus dem Baltikum
Weiterlesen

Die AutorInnen der Studie von der Universität Wien: Matthias Horn, Astrid Collingro, Marc Mußmann, Stephan Köstlbacher ; Bildquelle: Han-Fei Tsao

Erstmals schwimmende Chlamydien im Meer entdeckt

Chlamydien sind als bakterielle Krankheitserreger bekannt und verursachen jedes Jahr weltweit mehr als 100 Millionen Infektionen
Weiterlesen

Künstlerische Darstellung von Phagen (grün und gelb), die ein Bakterium (blau) angreifen.; Bildquelle: Barth van Rossum, FMP
UZH

Bisher unbekanntes Aussterben grosser Meerestiere entdeckt

Vor über zwei Millionen Jahren verschwand ein Drittel der Haie, Wale, Meeresvögel und -schildkröten. Dieses bisher in der Erdgeschichte unerkannte Aussterben der grössten marinen Megafauna hatte nicht nur beachtliche Folgen für die Artenvielfalt
Weiterlesen

Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Lebensmittel im DNA-Schnelltest

Mit einem vereinfachten DNA-Barcoding-Test lassen sich Nahrungsmittel mit bloßem Auge auf Echtheit prüfen
Weiterlesen

Totengräber-Käfer; Bildquelle: Martin-Planck-Institut für chemische Ökologie

Kadaver-Verwertung: Kooperation von Totengräber-Käfern und Mikroorganismen

Team des Max-Planck-Instituts Jena und der Universitäten Gießen und Mainz untersucht Rolle von Bakterien und Hefen für den ökologischen Erfolg von Insekten
Weiterlesen

Uni Graz

Resistente Keime: ForscherInnen aus Graz und London entschlüsseln Gen-Übertragung zwischen Bakterien

Die weltweit rasant wachsende Zahl an Bakterienstämmen, denen Antibiotika nichts mehr anhaben können, stellt die Forschung vor große Herausforderungen
Weiterlesen

Salmonellen-Bakterien in einer menschlichen Zelle, umgeben von einem Mantel aus verschiedenartigen Ubiquitin-Markierungen.; Bildquelle: Mike Heilemann/Ivan Dikic

Wie Zellen sich aktiv gegen Salmonellen wehren

Bakterielle Infektionen stellen eine enorme globale Bedrohung dar, weltweit nimmt die Verbreitung von Bakterienstämmen zu, die gegen gängige Antibiotika resistent sind
Weiterlesen

Schematische Darstellung eines Zikavirus-Partikels mit Virushülle. Die Virushülle hat einen Durchmesser von 50 Nanometern.; Bildquelle: Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme Magdeburg

Vermehrung von Zikaviren im Labor geglückt

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme Magdeburg schaffen wichtige Voraussetzung für weitere Studien mit dem Virus und für die Produktion von Impfstoffen
Weiterlesen

Sie haben sich das Genom der Schimmelpilze genau angeschaut: Tim Dahlmann und Dominik Terfehr; Bildquelle: RUB, Kramer

Antibiotikaproduktion gezielt steigern

Schimmelpilze sind in der Pharmaindustrie die Produzenten von Antibiotika. Um die Ausbeute zu erhöhen, wurden die Pilzstämme immer wieder genetisch verändert, allerdings nach dem Zufallsprinzip
Weiterlesen

Elektronenmikroskopie-Aufnahmen zeigen die Bindung der neuen Inhibitoren an Influenza-Viren; Bildquelle: Kai Ludwig, Maria Glanz

Neue Inhibitoren hemmen Influenzaviren

Influenzaviren können für den Menschen gefährlich werden. Darum suchen Wissenschaftler nach Möglichkeiten, die Virusinfektion zu stoppen. Multivalente Inhibitoren, die mit Hilfe zahlreicher Liganden an die Virusoberfläche binden, scheinen dabei besonders vielversprechend zu sein
Weiterlesen

Ganze Gemeinschaften von Mikroorganismen aus der Sahara fanden die Forscher im Schnee und Eis der Alpen; Bildquelle: Fondazione Edmund Mach

Gesundheitsrisiko für Tiere: Saharastaub bringt komplette Mikroben-Gemeinschaften aus fernen Ländern

Bei extremen Wettereignissen können großen Mengen von Saharastaub in den Norden verfrachtet werden. Dass dieser Sand nicht unbelebt ist, zeigt eine aktuelle Studie im Fachmagazin Microbiome
Weiterlesen

Museum für Naturkunde - Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung

Ein neuer Name für die Seekuh aus dem Mainzer Becken

Die Wirbeltierpaläontologin Manja Voß und ihr Kollege Oliver Hampe vom Museum für Naturkunde Berlin fanden heraus, dass sich insgesamt zwei Arten von fossilen Seekühen im Mainzer Becken nachweisen lassen
Weiterlesen

Universität Wien

Mikroplastik in der Umwelt: Von der Nanoforschung lernen

Plastik und Mikroplastik – also zu kleinen Partikeln zerriebener Kunststoff – sind heute als Abfallprodukte in der Umwelt weit verbreitet. Die Forschung beginnt erst ihren Einfluss auf die Ökosysteme zu verstehen
Weiterlesen


[X]
Hinweis zur Nutzung von Cookies

Diese Website nutzt Cookies zur Bereitstellung von personalisierten Inhalten, Anzeigen, Inhalten von sozialen Medien und zur Analyse des Benutzerverhaltens. Die mit Hilfe von Cookies gewonnenen Daten werden von uns selbst sowie von uns beauftragten Partnern in den Bereichen soziale Medien, Online-Werbung und Website-Analyse genutzt. Durch den Besuch unserer Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen.

Mit der weiteren Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Mehr erfahren...