Zoonosen-Monitoring 2020 weist gesundheitsgefährdende STEC-Bakterien nach

(11.11.2021) Im Rahmen des Zoonosen-Monitorings 2020 wurden in 13,2 % der untersuchten Proben von frischem Lammfleisch Shiga-Toxin bildende E. coli (STEC) nachgewiesen.

Diese Bakterien können beim Menschen akute Darmentzündungen hervorrufen, die zum Teil einen schweren Verlauf nehmen. Insbesondere empfindliche Verbrauchergruppen wie Kleinkinder, ältere und immungeschwächte Menschen sowie Schwangere sollten Lammfleisch deshalb nur ausreichend durchgegart verzehren, wie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Berlin mitteilte.

Zoonosen-Monitoring 2020 „Eine Infektion mit STEC-Bakterien ist nicht zu unterschätzen“, sagte BVL-Präsident Friedel Cramer. „Insbesondere bei Kindern kann sie zur Ausbildung eines hämolytisch-urämischen Syndroms (HUS) führen, das oftmals mit einem akuten Nierenversagen einhergeht.“

Die Grundregeln der Küchenhygiene, wie die Verwendungen von unterschiedlichen Schneidebrettern für rohes Fleisch und Salat, sollten daher unbedingt eingehalten werden.

Beim Zoonosen-Monitoring wurden STEC-Bakterien ebenfalls in 9,1 % der Proben von Weizenmehl aus Mühlenbetrieben nachgewiesen. Verbraucherinnen und Verbraucher können diesem Risiko begegnen, indem sie beispielsweise Teig nicht roh, sondern nur nach vollständiger Durcherhitzung verzehren.

STEC-Bakterien kommen vor allem im Darm von Wiederkäuern vor und werden über den Kot ausgeschieden. Sie können während der Schlachtung auf das Fleisch übertragen werden.

Durch die Ausscheidungen von Wildwiederkäuern auf dem Feld, verunreinigtes Bewässerungswasser und organische Düngung können auch pflanzliche Lebensmittel mit STEC kontaminiert werden.

Im Rahmen des Zoonosen-Monitorings wurden STEC-Bakterien in den vergangenen Jahren z. B. in 29,8 % der Proben von Wildwiederkäuerfleisch (Zoonosen-Monitoring 2017) und in 4,4 % der Proben von Rindfleisch (Zoonosen-Monitoring 2019) nachgewiesen.

Der vollständige Bericht zum Zoonosen-Monitoring 2018 ist online abrufbar unter: www.bvl.bund.de/ZoonosenMonitoring



Weitere Meldungen

Zoonosen-Monitoring 2018

Zoonosen-Monitoring 2018: Weiterhin hohe Campylobacter-Raten bei Masthähnchen

Die Nachweisraten von Campylobacter spp. bei Masthähnchen liegen unverändert auf einen hohem Niveau. Knapp die Hälfte der Proben wurde im Rahmen des Zoonosen-Monitoring 2018 positiv auf Campylobacter getestet
Weiterlesen

Zoonosen-Monitoring 2017

Zoonosen-Monitoring 2017

Die Ergebnisse des repräsentativen Zoonosen-Monitorings 2017 zeigen, dass streichfähige Rohwürste (z. B. Tee- und Mettwurst) eine mögliche Ansteckungsquelle des Menschen mit verschiedenen Krankheitserregern sind
Weiterlesen

Zoonosen-Monitoring 2014

Ökologisch erzeugte Rohmilch enthält weniger antibiotikaresistente Keime als konventionell hergestellte

Die Ergebnisse der repräsentativen Untersuchungen zum Zoonosen-Monitoring 2014, die das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) veröffentlicht hat
Weiterlesen

Bericht zum Zoonosen-Monitoring 2013

Bericht zum Zoonosen-Monitoring 2013: Verbesserungen bei der Geflügelschlachthygiene erforderlich

Die Ergebnisse des repräsentativen Zoonosen-Monitorings 2013 zeigen, dass bei der Verringerung von Campylobacter-Bakterien bei Masthähnchen und in frischem Hähnchenfleisch in den letzten fünf Jahren keine Fortschritte erzielt wurden
Weiterlesen

Bericht zum Zoonosen-Monitoring 2012

Weniger Salmonellen bei Mastputen und in Putenfleisch

Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) veröffentlicht Bericht zum Zoonosen-Monitoring 2012
Weiterlesen